Tuesday 12. November 2019

Osterzeit

Ostern ist das wichtigste Fest im Kirchenjahr für Christen und Christinnen, noch vor Weihnachten.

Ohne Auferstehung Jesu gäbe es den christlichen Glauben (= der Glaube an Jesus Christus als den Sohn Gottes, der auferweckt wurde, der ganz bei Gott ist und der für uns ein „Leben in Fülle“ will) nicht.

 

Niemand war bei der Auferstehung dabei, aber vielen Menschen ist der Auferstandene erschienen. Das war die „Geburtsstunde“ des Christentums; jetzt glaubten die Freundinnen und Freunde Jesu, seine Jünger wirklich den Worten Jesu.

 

Der Unbekannte

Bis dieser Glaube gefestigt war, brauchte es die wiederholte Erfahrung: Jesus ist mitten unter uns. Das rücken die Evangelien der Osterzeit (= im Gottesdienst vorgetragene Bibelstellen) in den Blick: z.B. das Evangelium von den „Emmausjüngern“ oder vom Apostel Thomas. Die zwei Emmausjünger begegneten Jesus, dem Auferstandenen, am Weg, erkannten ihn aber erst, als er mit ihnen Rast hielt – der Brauch des österlichen „Emmausgangs“, ein besinnlicher Spaziergang, kommt daher.

 

Der Zweifler

Der „ungläubige“ Thomas will zuerst nicht so recht an die Auferstehung glauben, sondern muss Jesus selbst sehen und die Wunden der Kreuzigung „begreifen“, bevor er seine Zweifel aufgibt. Wenn wir heute am Glauben zweifeln, dann beruhigt es vielleicht, dass sogar in der biblischen Szene der „Himmelfahrt“ Jesu, nach vielen direkten Begegnungen mit dem Auferstandenen, alle (!) Jünger damals noch zweifelten.

 

Goldregen/Forsythie

 

Die Botschaft der Auferweckung Jesu durch Gott steht im Zentrum der Osternacht und der ganzen Osterzeit. Es ist eine befreiende Botschaft, weil sonst durch den Tod alles eingeebnet würde, letztlich jede Ungerechtigkeit sich durchsetzen würde. Sie befreit auch zu einem sorgloseren Leben: Wir brauchen keine Angst mehr zu haben vor einem sinnlosen Tod – uns ist Leben verheißen. „Österliche Menschen“, Menschen, die ihr Leben von der Osterbotschaft her ausrichten, strahlen diese neue Freiheit schon aus.

 

Zuversicht

Weil die Freude über das Leben und die Auferstehung mehr Platz haben soll als die Trauer über den Tod, dauert die Osterzeit ganze 50 Tage – bis Pfingsten. Ostern hört also nicht mit dem Feiertag Ostermontag wieder auf, sondern fängt am Ostersonntag erst so richtig an. In die Osterzeit (genau auf ihren 40. Tag) fällt auch das Fest Christi Himmelfahrt – mit dem einem Bibeltext, der voller Zuversicht endet: „Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“

 

Pure Freude

Das „Halleluja!“ (= „Lobt Gott!“), das während der Fastenzeit nicht gesungen/gebetet wird in der Kirche, hat wieder seinen Platz im Gottesdienst – und ist wahrscheinlich das österliche Wort: „Halleluja, Jesus lebt!“

 

Neues Leben

Der Ostersonntag war in der frühen Kirche der klassische Tauftermin. Darum wird in der Osternacht das Taufwasser geweiht. (Heute finden auch wieder öfters Taufen in der Osternacht statt.) Das weiße Taufkleid ließen die getauften Erwachsenen – Kinder wurden erst in späteren Jahrhunderten getauft – eine Woche lang an, als Zeichen der neuen Identität als Christen. Darum heißt der 1. Sonntag nach Ostern, der Tag, an dem die Täuflinge das weiße Taufkleid ablegten, bis heute „Weißer Sonntag“.

 

Weg zur Taufgrotte der Pfarre Marcel Callo im Frühling

 

 

Osterdatum

Nach biblischer Überlieferung ereigneten sich Tod und Auferweckung Jesu in den Tagen des jüdischen Pessachfestes *, das im Frühling stattfindet. Im Jahr 325 wurde das Datum des Osterfestes daher auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond (= 1. Vollmond nach Frühlingsanfang, 21. März) festgelegt. Somit fällt der früheste Ostersonntag auf den 22. März. Spätestes Osterdatum ist der 25. April. Nach dem Datum des Osterfestes richten sich fast alle anderen beweglichen Feiertage im Kirchenjahr (Aschermittwoch, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, …).

 

 

Quellenangabe:

Mag. Rainer Haudum, Ausbildungsbegleiter mit Schwerpunkt Spiritualität im Referat LaientheologInnen, Referent im Bibelwerk der Diözese Linz, Blogger auf Theologie und Leben

Zum Nachdenken
Lichtquelle. © Roland Lengauer

 

Das Kirchenjahr mit seiner immer erneuten Vergegenwärtigung und Darstellung des Lebens Christi ist das größte Kunstwerk der Menschen; und Gott hat sich dazu bekannt und gewährt es Jahr für Jahr, schenkt es in immer neuem Licht, als begegnete es einem zum ersten Mal.

(Jochen Klepper)

aus dem Behelfsdienst
Farben und Symbole
Rote Rose.

Rot

Farbe des Blutes und des Feuers

Die Farbe Rot als Farbe des Blutes (als Zeichen der Märtyrer) und als Farbe des Feuers (Zeichen des Heiligen Geistes) wird am Palmsonntag, am Karfreitag, an Pfingsten sowie an Märtyrerfesten getragen.

Fastenbild in der Pfarrkirche Schiedlberg

Fastentuch

Fastentücher entstanden etwa um das Jahr 1000 im Gebiet nördlich der Alpen und dienten im Mittelalter zur Verhüllung des gesamten Altarraumes.

Steinmauer.

Schwarz

Farbe der Trauer

Schwarz wird als Farbe der Trauer vor allem bei Totenmessen und Begräbnissen getragen, allerdings kann es dabei auch durch Violett ersetzt werden.

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