Dienstag 11. Dezember 2018

Brot

Zeichen des Alltags und der Erde

Brot als Grundnahrungsmittel des Menschen ist von großer Bedeutung im religiösen Kontext: Ungesäuertes Brot, wie es in der Eucharistiefeier verwendet wird, wurde bereits im Altertum im Tempel als Opfergabe dargeboten.

Dem Brot kommt in der Bibel im Alten wie im Neuen Testament große Bedeutung zu – im Buch Exodus ist das Brot ein Geschenk Gottes an die Israeliten: „Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen.” (Ex 16,4). Mit diesem Brot sagt Gott den Menschen – damals wie heute – seine Nähe zu.

 

 

Im Neuen Testament bezieht sich Jesus in verschiedenen Gleichnissen auf das Symbol des Brotes und des Getreides, so im Gleichnis des Sämanns (Lk 8,4-8,8, Mk 4,1-4,9, Mt 13,1-13,9), des Unkrauts unter dem Weizen (Mt 13,24-13,30), des Wachsens der Saat (Mk 4,26-4,29) oder des Sauerteigs (Lk 13,20-13,21, Mt 13,33). In unzähligen Hinweisen auf Speisungen und Mähler wird die besondere Rolle des Brotes im christlichen Kontext verdeutlicht – im Zentrum steht dabei das letzte Abendmahl.

 

In der biblischen Überlieferung reichte Jesus seinen Jüngern beim letzten Abendmahl Brot und Wein, wie es im Evangelium heißt: Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib.” (Mk 14,22)

 

Die beiden Symbole unseres christlichen Feierns – Brot und Wein – repräsentieren so allumfassend unser Leben, mit Zeiten des Alltags und Zeiten des Feierns, mit Zeiten der Erde und Zeiten des Himmels, mit Zeiten der Mühen und Zeiten der Freuden. In der Gabenbereitung, im Darbringen von Brot und Wein gibt die Feiergemeinde darum sich selbst als Gabe, als „lebendiges und heiliges Opfer” (Röm 12,1) hin. Dieser Hin-Gabe folgt das Brotbrechen – bereits in der Metaphorik, ein Brot aus vielen Körnern zu backen, wird es zum Zeichen von Einheit und Gemeinschaft. Im Brotbrechen, im Brotteilen wird dieser gemeinschaftliche Gedanke in noch größerem Ausmaß zum Ausdruck gebracht, denn: wer Brot gibt, schenkt sich selbst.

 

Im „Loblied auf den Schöpfer” (Ps 104) wird Gott als jener gepriesen, der Pflanzen wachsen lässt für den Menschen, „damit er Brot gewinnt von der Erde” (Ps 104,14) – im Brot wird die Beziehung zwischen Gott und den Menschen verdeutlicht, es wird gezeigt, wie das Brot wechselseitig entsteht, aus dem, was Gott schenkt und der Mensch in seiner Arbeit schafft, wie es auch im Begleitgebet zur Gabenbereitung heißt: „Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit.”

 

 

Zum Nachdenken
                               Farben- und Formenharmonie der Natur.

 

Die Farben und Formenharmonie muss allein auf dem Prinzip der zweckmäßigen Berührung der menschlichen Seele ruhen.

(Wassily Kandinsky)

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