Montag 9. Februar 2026

Pilgern ist beten mit den Füßen

Pilgertour auf dem Johannesweg

Nach diesem Motto machten wir uns auf dem Weg um zu uns selber zu finden und auch dem heiligen Johannes, unserem Pfarrpatron, etwas näher zu kommen.

Gemeinsam fuhren wir von Reichenau nach Pierbach, dem Ausgangspunkt des Johannes-Weges. Wir hatten uns entschieden den Gesamtweg von ca. 84 km und ca. 4300 Höhenmeter in vier Etappen zu absolvieren. Es sollte genügend Zeit für spirituelle Impulse sein.

 

 

 

Eine markante Stelle am Johannesweg ist der Johannesbrunnen. Humor soll dein Leben begleiten, denn er beflügelt deinen Geist und erfreut die Gesellschaft. 12 Punkte am Johannesweg die gut gekennzeichnet sind und je eine Lebensweisheit enthalten, sind ein wichtiger Teil des Weges.
Den ersten spirituellen Impuls gab es beim Johannesbrunnen. Diese Impulse waren in mehrerer Hinsicht hilfreich. Neben einer Rastpause wurden wir immer auf die Pilgerung und auf den heiligen Johannes eingestimmt.

Weitergehen, die schöne Landschaft genießen, entweder alleine zu gehen oder mit Mitpilgern zu sprechen, so erreichten wir den höchsten Punkt des ersten Tages, den Herrgottssitz. Bewahre die Geduld, dann kannst du den Tag ohne Hast erleben. So lautete die Lebensweisheit.
Am ersten Tag war auch noch der Herzogreitherfelsen zu erklimmen. Bleib mutig, es befreit dich vor lähmender Angst, der Basis vieler Krankheiten. Wer den markanten Felsen in der Nähe von St Leonhard besteigen will, braucht wirklich etwas Mut.

Am Abend wurden wir von netten Menschen eingeladen die uns mit gutem Essen und erfrischenden Getränken bewirteten. Welche Überraschungen ein Pilgerreise zu bieten hat.

Ausgeruht, gestärkt mit einem guten Frühstück und begleitet von den netten Menschen die uns einen so angenehmen Abend bereitet hatten, starteten wir von St Leonhard zur zweiten Tagesetappe. Unmittelbar nach dem Start begrüßte uns die nächste Lebensweisheit bei der Bründlkapelle. Werde großzügig und strebe nicht gierig nach noch mehr. Am Haiderberg, einen wunderschönen Aussichtsberg, feierten wir eine heilige Messe. Es ist etwas Besonderes, wenn Menschen die eine Zeit lang durch gemeinsame Aktivitäten zusammen geschweißt werden, Gottesdienst feiern. Wir mussten uns dann von den St. Leonhardtern Begleitern verabschieden und den Weg weiter gehen.

Beim Galgenbühel durften wir eine weitere Lebensweisheit erfahren. Sei tolerant gegenüber deinen Gesprächspartner und akzeptiere auch seine Vorstellungen. Wie das Mühlviertel so beschaffen ist. Es gibt Anstiege und dann geht es wieder ins Tal hinab zu idyllischen Flusslandschaften. So kamen wir zur Zwischenstromwiese, wo die Schwarze und Weiße Aist zusammenfließen. Die Lebensweisheit an diesem markanten Punkt lautet. Erhöhe dich nicht selbst oder sprich nicht abfällig über die anderen – früher oder später fällt es auf dich zurück.

Der Weg nach Kaltenberg war gesäumt von so manch guten Ideen welche die umliegenden Bauern zu bieten hatten. So gab es eine Schnaps-Bar, mit viel köstlichen Spirituosen und eine Kasse für die freiwilligen Spenden. Anscheinend funktioniert auch diese Art von Gastlichkeit. Am Kammerer Kreuz, mit 980 m der höchste Punkt des Pilgerweges war es wieder Zeit für einen weiteren spirituellen Impuls und wir durften eine weitere Lebensweisheit aufnehmen. Sei hilfsbereit und ein guter Gastgeber, es lohnt sich für beide Seiten. Und noch eine Lebensweisheit, kurz vor Kaltenberg, beim Augenbründl, saugten wir auf. Halte Maß bei allen Dingen, besonders beim Essen und Trinken. In Kaltenberg wurde uns ein Empfang bereitet, der Erste der uns begrüßte war der Bürgermeister. Später gesellten sich der Altbürgermeister und ein Priester dazu. Alle hatten viel zu erzählen, es gab genug zu trinken und zu lachen. Auch das ist wichtig auf einem Pilgerweg.

Wir hätten bis Unterweißenbach weiter gehen können und den Weg in drei Abschnitten durchwandern können. Für uns war aber das kennenlernen von Johannes dem Täufer sehr wichtig. Martin Zellinger, ein Bibelforscher, war unser Begleiter am dritten Tag. An gut ausgewählten Plätzen am Johannesweg wurde uns das Leben und Wirken von Johannes anschaulich näher gebracht. Im dritten Abschnitt wurde uns die Frage gestellt und was bedeutet das für uns. Die dritte Etappe auf unseren Johannesweg war mit Sicherheit die intensievste. Wenn man bedenkt welch großartiger Mensch der heilige Johannes war, dann muss man sich die Frage stellen, wird das Altarbild in unserer Kirche dem Menschen Johannes gerecht? Er stammt von einer Priesterfamilie ab und hat enorme Entbehrungen auf sich genommen und die Menschen enorm begeistern können.
Wir sind, wie bei den vorangegangenen Wegabschnitten, auch bei dieser Etappe, Lebensweisheiten begegnet zB Schlüsselkapelle. Egal wie alt du bist, jammere nicht und sei zufrieden mit deinem Los. Beim Wegererstein lernten wir eine weitere Weisheit kennen. Pflege deinen Körper, aber identifiziere dich nicht mit ihm, sondern halte ihn in Balance mit deinem Inneren. Und weiter führte uns der Weg zur Einsiedlerklause mit der Information. Der Ernst des Lebens braucht Freude als Treibstoff der Lebendigkeit. Am Gipfelkreuz hatten wir einen hervorragenden Rundblick und der Etappenendpunkt, Königswiesen lag uns zu Füßen. Mit der Lebensweisheit; der Schlüssel zum gesunden Altern liegt in deinem Alltag, beendeten wir die dritte Tagesstrecke.
Am Abend wurden wir wieder von netten Menschen mit Informationen und erfrischenden und geistigen Getränken versorgt. Schon alleine wegen der Gastlichkeit ist der Johannesweg ein Erlebnis.

Der vierte Tag war ein gutes Ausklingen vom Erlebten. Er führte uns über sanfte Hügel und Wälder in Richtung Pierbach, dem Ausgangspunkt unseres Weges. Ein Höhepunkt wurde uns noch geschenkt. Die Ruine Ruttenstein lud uns auf einen Besuch ein und in der dazugehörigen Schutzhütte durften wir mit gutem Essen und so manchen Bier den Johannesweg adieu sagen. Gestärkt schafften wir dann die letzte Wegstrecke von einer Stunde.

Nun hieß es Abschied nehmen von den Wegbegleitern. Der Johannesweg hat uns viel gegeben wir haben neben vielen spirituellen Impulsen den heiligen Johannes besser kennen gelernt uns darüber hinaus auch körperlich ertüchtigt. Der Weg war für uns alle eine große Bereicherung.

Oft nachgefragt
Pilger-Segen
Pilgerschatten. © Herbert Schiller

Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen,

möge der Wind dir den Rücken stärken.

Möge die Sonne dein Gesicht erhellen

und der Regen um dich her die Felder tränken.

Und bis wir beide, du und ich, uns wiedersehen,

möge Gott dich schützend in seiner Hand halten.

 

aus Irland

Social Newsroom
Pilger-Berichte
Raffaela Leitner war Teilnehmerin bei der Geh.Bet.Tour 2018

Gut weiterkommen

Gemeinsam in Bewegung kommen und den Alltag ein Stück weit vergessen:Unter diesem Motto machte sich Raffaela Leitner...

Eva-Maria Haslhofer war Teilnehmerin bei der Geh.Bet.Tour 2018

Seine Gedanken ordnen

Eva-Maria Haslhofer im Wordrap über das Pilgern bei der Geh.Bet.Tour 2018. Diese fand im Rahmen einer Zusammenarbeit...

Zoe Means war Teilnehmerin bei der Geh.Bet.Tour 2018

Freiheit vom Alltag

Zoe Means schildert ihre Erfahrungen von der Geh.Bet.Tour 2018 im Wordrap. Sie stammt aus Neuseeland und macht...
Pilger - News
Bischofsvikar Vieböck und Landesrat Achleitner

Gaflenz: Sebaldusweg feierlich eröffnet

Unter dem Motto "Pilgern mit Wertschätzung" gibt es seit Mai 2020 einen neuen Pilgerweg im Ennstal. Im...

Neue Broschüre „Pilgern in Oberösterreich“ präsentiert

Neue Broschüre „Pilgern in Oberösterreich“ präsentiert

Oberösterreichs Pilgerwege und spirituelle Wanderwege sind erstmals in einer Broschüre zusammengefasst. Sie wurde am...

Gruppenbild vor der Kirche in Walding

Abenteuer Pilgercursillo

15 Menschen pilgerten vom 18. bis 25. August 2018 auf der Via Sancti Martini von Passau nach Linz und vertrauten sich...
Pilgerangebote
Derzeit finden keine
Termine statt.
Impulse, die berühren ...
Gottesdienst - Bausteine
Gipfelkreuz am Woising. © Stefanie Petelin

Texte für einen Berggottesdienst

auf der Filzmooser Alm in Vorderstoder, Oberösterreich; 16. 9. 2007

Klettern. © butkovicdub/morguefile.com

Das Zeichen des Karabiners

Gedanken für einen gottesdienstlichen Leitfaden.
Pilger - Geschichte
Rast am Pilgerweg.

Pilgern / Wallfahren

In den letzten 25 Jahren ist ein ungeheurer Boom des Pilgerns ausgebrochen. Während die meisten Menschen im Alltag...
Auf-brechen

Aufbrechen

Einen ersten Schritt wagen

Aus bequemer Sicherheit

in unbekanntes Dunkel treten

 

Den festen Boden verlassend

das schwankende Boot besteigen

wie Petrus

den der Glaube

über das Wasser trug

 

Aufbrechen

Sich vorbehaltlos

auf den Weg machen

Altvertrautes zurücklassen

Sich den Unebenheiten

Steigungen und Gefahren

des Weges stellen

seinen Schönheiten und Wundern

sich öffnen

 

Einen ersten Schritt wagen

ohne noch den zweiten zu kennen

ohne die haltende Hand zu spüren

Ohne ihn gibt es kein Vorwärts

keinen Weg

 

Es gibt kein Glück 

ohne das Wagnis des Vertrauens

 

(Friederike Stadler)

 

 

 

Auf-Brechen. © hotblack/morguefile.com
Rucksack und Wanderschuhe

Was man zum Pilgern braucht...

Rucksack, Schlafsack, die richtige Regenbekleidung, das passende Schuhwerk. Auf einer Pilgerreise ist die richtige...

"Du öffnest die Bücher und sie öffnen Dich!". © Anna/flickr.com/CC BY-NC-SA 2.0

Was man vor dem Pilgern lesen sollte...

Pilgerlektüre. Ob Erzählungen eigener Pilgererfahrungen, ob theologische Gedanken zum Pilgern, oder spirituelle Impulse.

Stille - in sich hören. © hotblack/morguefile.com

Wie man Pilgern hören kann...

Heinz Nußbaumers Beststeller "Der Mönch in mir" zum Nachhören - gelesen vom Autor und mit einem Geleitwort von Hubert...
Aubrac. © Hans-Jakob Weinz/flickr.com
Weg-Gehen

Plädoyer für die Langsamkeit

 

Manchmal

einen Weg zu Fuß

zurücklegen

und der Versuchung widerstehen

alles und sofort

möglichst bequem

zu erreichen

 

Die Mühe

auf mich nehmen

die das Gelände erfordert

und langsam

Schritt für Schritt

mit Bodenkontakt

dem Ziel näher kommen

 

Im Gehen

Zeit zum Atmen haben

die Sinne anfüllen

und die Seele

dabei sein lassen

 

Der gegangene Weg

verlang ein Stück von mir

Dafür beschenkt er mich

mit dem Glück des Ankommens

und einer tiefen Zufriedenheit

 

So wird jeder gegangene Weg

zum bleibenden Schatz

Weil Wege zu gehen

wesentlich zum Menschwerden gehört

Und weil weniger mehr ist

 

Eilzugstempo

oder Schrittgeschwindigkeit

Das ist die Frage

 

(Friederike Stadler)

Auf dem Jakobsweg
Jakobsweg-Wegstein im Waldviertel. © Naoag/commons.wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Tausende pilgern auf Österreichs "Camino"-Routen...

Nicht nur am Jakobi-Tag geht's los, auch jetzt begeben sich noch viele Pilger auf ihren Weg...
Weit-Blicken

RückBLICK
Glücksmomente dankbar genießen
Manches einfach los-lassen

 

DurchBLICK
Zusammenhänge sehen
Leben durchdenken

 

EinBLICK
In sich hineinspüren
Sich selbst wahr-nehmen

 

AusBLICK
Offen sein
Perspektiven entdecken

 

BreitBLICK
Neugierig bleiben
Entscheidungen abwägen

 

WeitBLICK
Wahr-haftig leben
Kreativ durch die Welt gehen

 

(Stefanie Petelin)

Blumenwiese. © Alexander Hlavac/flickr.com/CC BY-NC-ND 2.0
Die Seele geht zu Fuß...

Zustimmung erforderlich!Bitte akzeptieren Sie Cookies von Youtube und laden Sie die Seite neu, um diesen Inhalt sehen zu können.

 

Barbara und Josef Blattl:

Pilgern - die Seele geht lieber zu Fuß...

An-Kommen

Nach langer Abwesenheit

versuche ich

wieder anzukommen

bei Dir

und bei mir

 

Aus dem Trubel

dem Lärm und

den grellen Farben

will ich ankommen

beim Sein

in Dir

und in mir

 

will ankommen

im Frieden

zu Hause

bei mir

 

und im Leben

mit Dir

 

(Friederike Stadler)

Schuhbiduh - WEG-GEHEN. © Stefan Schweiger
Blick auf die Pfarrkirche Viechtwang, am Weg zur Lasslbergkapelle an Maria Himmelfahrt. © Wolfgang Herndl.

Wallfahrtsservice.de

Eine Material- und Austauschbörse

Besonders lesenswert: "Nachgefragt". Dr. Michael Rosenberger (KTU Linz) beantwortet Fragen wie: Dürfen Wallfahrer auch mal lustig sein? Sind reine Männerwallfahrten heute noch/wieder sinnvoll? Kann man auch alleine pilgern?

Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Herrenstraße 19
4020 Linz
http://pfarre-schaerding.dioezese-linz.at/
Darstellung: