Saturday 20. April 2019

Neue Broschüre „Pilgern in Oberösterreich“ präsentiert

Oberösterreichs Pilgerwege und spirituelle Wanderwege sind erstmals in einer Broschüre zusammengefasst. Sie wurde am 29. März 2019 bei der Eröffnung des Granitpilgern-Wanderwegs in St. Martin/Mkr. von Diözese Linz, Land OÖ und Oberösterreich Tourismus präsentiert.

Pilgern und spirituelles Wandern sind ein Trend der heutigen Zeit. „Immer mehr Menschen folgen der Ursehnsucht ihres Herzens und machen sich auf den Weg, um zu sich selbst zu finden“, bestätigt Bischof Manfred Scheuer. Mit diesem Trend entsteht eine neue Form des Tourismus, die gleichzeitig zu den ältesten Formen des Reisens gehört.

 

Auf Initiative des Netzwerks Pilgerwege & Spirituelle Wege in Oberösterreich, der Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich und des Oberösterreich Tourismus wurden die Pilgerwege in Oberösterreich erstmals in einer Broschüre kompakt zusammengefasst. 24 Wege und Wegvarianten sind darin beschrieben und online auf www.oberoesterreich.at/pilgern dargestellt.

 

Die neue Broschüre „Pilgern in Oberösterreich“ wurde am 29. März 2019 bei einer Pressekonferenz in St. Martin im Mühlkreis im Rahmen der Eröffnung des neuen Granitpilgern-Wanderweges präsentiert. Bischof Dr. Manfred Scheuer, Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner, Tourismus-Oberösterreich-Geschäftsführer Mag. Andreas Winkelhofer und KommR Johannes Artmayr, Geschäftsführer der Strasser Steine GmbH und Initiator des Granitpilgern-Wanderwegs, erläuterten die Hintergründe zur Entstehungsgeschichte von Broschüre und Wanderweg.

 

Pressekonferenz in St. Martin im Mühlkreis

Pressekonferenz in St. Martin im Mühlkreis am 29. März 2019. V.l. Mag. Andreas Winkelhofer (Geschäftsführer OÖ Tourismus), Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, Bischof Dr. Manfred Scheuer, Wirtschafts- und Tourismuslandesrat Markus Achleitner und Komm.Rat Johannes Artmayr (Strasser Steine GmbH) © Diözese Linz / Fürlinger

 

Scheuer: „Pilgern weitet den Blick und hilft, Ballast abzuwerfen“

 

Bischof Manfred Scheuer erinnerte bei der Präsentation der Pilgerbroschüre an seine „Pilgeranfänge“ in jungen Jahren zurück: „Meine Heimat ist, glaube ich, acht bis zehn Kilometer Luftlinie von hier entfernt, ich bin mit Granitsteinbrüchen aufgewachsen, da haben wir manchmal auch gespielt. Meine ersten Pilgerwege gingen von Obermühl nach Rammersberg, das zur Gemeinde Kleinzell gehört. Damals war ich sechs, sieben, acht Jahre alt, aber wir sind da schon fünf, sechs, sieben Stunden gegangen, das war nicht ohne.“

 

Bischof Dr. Manfred Scheuer erläuterte die Beweggründe jener Menschen, die sich pilgernd auf den Weg machen: „Eine Veränderung, die im Leben eingetreten ist, der Übergang in eine neue Lebensphase, das Bedürfnis, herauszutreten aus den alltäglichen Verpflichtungen. Die Struktur des Pilgerns ist einfach: Nach dem Anlass folgt das Aufbrechen, das Unterwegssein, das Ankommen und das gewandelte Wieder-Daheimsein.“ Pilgern hat immer auch eine spirituelle Dimension, immer kommt auch die Sehnsucht nach Gott explizit ins Spiel, ist Bischof Scheuer überzeugt: „Das Gehen ist eine Schule der Sehnsucht, mich nicht mit zu wenig zufriedenzugeben, die Ziele meines Lebens nicht zu niedrig anzusetzen und diese Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Der Weg ist ein menschheitliches Symbol, das eng mit unseren Daseinserfahrungen verknüpft ist. Für alles, was einen Anfang und ein Ende hat, legt sich die Vorstellung vom Weg nahe. Von der biblischen Botschaft her ist menschliche Wege auch Gotteswege: Gott ist ein ‚Weg- oder Wandergott‘, der mit den Menschen mitgeht.“

 

Bischof Dr. Manfred Scheuer bei der Eröffnung des Granitpilgerweges in St. Martin im Mühlkreis

Bischof Manfred Scheuer bei der Eröffnung des Granitpilgerweges in St. Martin im Mühlkreis. © Diözese Linz / Fürlinger

 

Das Pilgern helfe dabei, sich auf das Wenige, das Einfache zu beschränken und gleichsam Ballast abzuwerfen. Gleichzeitig eröffne sich beim Pilgern ein Blick in die Weite – „in die Weite der Landschaft beim langen Unterwegssein und ein Blick in die Weite der eigenen Möglichkeiten. Gedanken kommen und gehen, Ideen reifen, wollen neu gelebt werden, eine neue Beziehung zum eigenen Leben als Geschenk entwickelt sich“, so Scheuer. In einem Kindergarten sei er einmal von einem Kind gefragt worden, was seine längste Reise gewesen sei, so Scheuer. Da habe ich gemeint: „Die längste Reise, das ist die Reise zu mir selber.“ Der Bischof zitierte in diesem Zusammenhang auch Karl Valentin, der meinte: „Heute Abend besuch ich mich. Ich bin gespannt, ob ich daheim bin.“

 

Der Bischof dankte dem Netzwerk ,Pilgerwege und Spirituelle Wege in Oberösterreich‘ und dessen Koordinatorin Christine Dittlbacher MAS, die Pilgerbeauftragte in der Diözese Linz ist, für die Zusammenstellung der Pilgerbroschüre, „die auf die Naturschönheiten und ausgezeichneten Pilgerstrukturen in Oberösterreich hinweist“, sowie dem Oberösterreich Tourismus und der Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich für die Zusammenarbeit und Unterstützung.

 

Der Linzer Diözesanbischof brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass das Pilgern in Oberösterreich auf so viel Interesse stoße und dass die Sehnsucht danach wachse. Scheuer wörtlich: Das ist, so denke ich, ein Zeichen unserer Zeit. Das ist vielleicht auch die Innenseite oder die Tiefenschicht unserer gegenwärtigen Gesellschaft. Ich hoffe, dass durch den Granitpilgern-Wanderweg die Menschen zu sich selber kommen, vielleicht auch andere besser kennen lernen, dass sie ihrer ureigenen Sehnsucht, die wir als ChristInnen Gott nennen, nahekommen.“

 

Gedanken zum Pilgern von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

 

Stelzer: „Pilgerwege-Kompetenz der Diözese und touristisches Know-how schaffen Mehrwert für die Menschen“

 

Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer würdigte neue Initiativen wie den Granitpilgern-Wanderweg, die dem spirituellen Bedürfnis von Menschen nach Pilgern in zeitgemäßer Form begegneten. „Dass es diese Angebote in Oberösterreich gibt, beruht zu einem großen Teil auf dem persönlichen Engagement von Menschen, die Netzwerke schaffen, gemeinsam Projektideen entwickeln und die Umsetzung konsequent vorantreiben. Dass der Granitpilgern-Wanderweg heute das Angebot an spirituellen Wegen in unserem Bundesland bereichert, ist nicht zuletzt dem Team rund um Johannes Artmayr zu verdanken, das seine Vision mit viel Engagement und Initiative verfolgt hat“, so Landeshauptmann Stelzer.

 

Eröffnung des Granitpilgerweges durch Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer

Landeshauptmann Thomas Stelzer bei der Eröffnung des Granitpilgerweges in St. Martin im Mühlkreis. © Diözese Linz / Fürlinger

 

Der Gedanke hinter der Zusammenarbeit zwischen der Diözese Linz und ihren Partnern im Tourismus bei der Erstellung der Pilgerbroschüre: gemeinsam Mehrwert für die Menschen in Oberösterreich zu schaffen. Die Pilgerwege-Kompetenz der Diözese Linz sei mit dem touristischen Know-how verknüpft worden, um erstmals das Angebot an Pilgerwegen und spirituellen Wanderwegen in Oberösterreich in einer übersichtlichen Broschüre darzustellen. „Oberösterreich erweist sich einmal mehr als ein Land der NetzwerkerInnen und IdeengeberInnen, die hervorragend in der Lage sind, ihre Stärken zu bündeln und daraus ein neues, größeres Ganzes zu schaffen“, lobte Landeshauptmann Stelzer.

 

 

Winkelhofer: „In Oberösterreich stehen 4.000 Kilometer an Pilger- und spirituellen Wegen zur Auswahl“

 

Für Mag. Andreas Winkelhofer, den Geschäftsführer des Oberösterreich-Tourismus, ist Pilgern die bewusste Entscheidung, sich aus dem schnellen Alltag auszuklinken, sich unterwegs auf das Wesentliche zu konzentrieren und den Lebens-Fokus neu zu finden. „Anders als klassische Urlaubsgäste haben PilgerInnen andere Bedürfnisse. Der temporäre Rückzug, die innere Einkehr bringen es mit sich, dass PilgerInnen vor allem das Einfache suchen.“ Durch den Trend zum spirituellen Reisen ergäben sich im ländlichen Raum zusätzliche Möglichkeiten touristischer Angebote. Gerade im Mühlviertel, wo die mystische und kraftvolle Granitlandschaft beste Voraussetzungen für Besinnung und innere Einkehr biete, bewiesen dies erfolgreiche Projekte wie der Johannesweg in der Region Mühlviertler Alm oder der Weg der Entschleunigung im Böhmerwald, so Winkelhofer. Spirituelle WanderInnen würden in Oberösterreich aus einem großen Angebot von Wegen wählen. Winkelhofer: „In Summe stehen knapp 4.000 Kilometer an Pilger- und spirituellen Wegen zur Auswahl, die in einfachen Tagesetappen, mehrtägigen Rundtouren oder mehrwöchigen Etappen Oberösterreich durchqueren.“

 

Neue Broschüre „Pilgern in Oberösterreich“ präsentiert

V. l.: Christine Dittlbacher, MA; Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, Bischof Dr. Manfred Scheuer, Komm.Rat Johannes Artmayr von Strasser Steine GmbH und Landesrat Markus Achleitner. © Diözese Linz / Fürlinger

 

Granitpilgern-Wanderweg im Mühlviertel: In die Ruhe und Ursprünglichkeit der Landschaft eintauchen

 

Am 29. März 2019 wurde auch der neue Granitpilgern-Wanderweg an seinem Ausgangsort St. Martin im Mühlkreis feierlich eröffnet. Unter dem Titel „Granitpilgern“ kooperieren zehn Gemeinden sowie dutzende Gaststätten und Beherbergungsbetriebe, um die Region auch für den sanften Tourismus zu erschließen. Ab dem Ausgangspunkt in St. Martin im Mühlkreis, der durch eine künstlerische Granit-Skulptur markiert ist, sind auf dem Rundweg rund 90 Kilometer in drei oder vier Tagesetappen zu bewältigen. In drei oder vier Tagesetappen kommen die Wanderer durch zehn Gemeinden. Ab dem Ausgangspunkt in St. Martin, der durch eine künstlerische Granit-Skulptur markiert ist, sind auf dem Rundweg 90 Kilometer zu bewältigen. Die neue Beschilderung führt im Uhrzeigersinn von St. Martin über Kleinzell, Neufelden, St. Ulrich, St. Peter, Auberg, Haslach, Helfenberg/Ahorn, St. Johann und Niederwaldkirchen und zurück nach St. Martin.

 

Ideengeber und Initiator des neuen Wegenetzes ist Kommerzialrat Johannes Artmayr, Geschäftsführer von STRASSER Steine. Das Unternehmen ist schon seit mehr als 50 Jahren in St. Martin in der Naturstein-Verarbeitung tätig. Und Johannes Artmayr ist selbst erfahrener Weitwanderer: „Granit prägt die Geschichte, die Region und die Menschen im Mühlviertel. Daher war es naheliegend, auf diesem starken Fundament, das älter ist als die Alpen, einen Weg der Entschleunigung und Kontemplation aufzusetzen. Wer hier eintaucht in die Ruhe und Ursprünglichkeit der Landschaft, kehrt gut geerdet und reich an sinnlichen Eindrücken in den Alltag zurück.“

 

Bischof Manfred Scheuer bei der Eröffnung des Granitpilgern-Wanderwegs: "Pilgerwege und Wallfahrten haben sich an biografischen und existentiellen Übergängen und Brüchen eingraviert: Man beachte die vielen Votivtafeln für Anliegen und Dank an den Wallfahrtsorten. Früher gingen viele SchülerInnen vor Prüfungen auf den Pöstlingberg. Wenn ich in Wallfahrtskirchen bin, erzählen mir Menschen von unheilbaren Krankheiten, von Verlusterfahrungen, vom Sterben geliebter Menschen. Nach der Matura sind manche Kollegen nach Mariazell gepilgert. Den Jakobsweg gehen nicht wenige am Übergang zur Pension oder in einer Sabbatzeit, in der sie sich neu orientieren wollen. Nach Kriegen gab es Heimkehrerwallfahrten. Die Friedensmärsche aus den 1980er Jahren sind säkularisierte Pilgermärsche.“

 

Bischof Manfred Scheuer segnet die Anwesenden

Bischof Manfred Scheuer erbittet gemeinsam mit Propst Johann Holzinger vom Stift St. Florian den Segen Gottes für alle Anwesenden. © Diözese Linz / Fürlinger

 

Den Anwesenden gab der Bischof einen Wunsch mit auf den Weg: „Ich hoffe, dass viele von Ihnen PilgerInnen sind: auf dem Weg zu sich selber – und dabei auch Verwandlung, Heilung und Versöhnung erfahren –, auf dem Weg zu anderen – Dass Beziehungen auch Tiefe erfahren –, und auf dem Weg zu Gott.“

 

Granitpilgern-Wanderweg

 

Übersichtskarte Granitpilgerweg

Übersichtskarte "Granitpilgern" (c) OÖ Tourismus

 

Pilgern mit ausgebildeten PilgerbegleiterInnen

 

Immer mehr PilgerInnen haben den Wunsch, mit ausgebildeten PilgerbegleiterInnen unterwegs zu sein. In der Diözese Linz gibt es derzeit 86 PilgerbegleiterInnen, die in der Diözese einen speziellen Lehrgang absolviert haben. Sie unterstützen beim Entschleunigen, geben den PilgerInnen Struktur und Impulse zur ganzheitlichen Wegerfahrung und eröffnen Räume zur Gottbegegnung. Ihre Tätigkeit umfasst das Führen von Einzelpersonen und Gruppen, die kompetente Begleitung auf verschiedensten Themen-, Besinnungs-, Pilgerwegen und das Anbieten von spirituellen Impulsen.

 

PilgerbegleiterInnen in Oberösterreich

Pilgern und begleitete Pilgerangebote in Oberösterreich

 

 

Broschüre Pilgern in Oberösterreich

Pilgern in Oberösterreich

Eine Broschüre des Netzwerks Pilgerwege & Spirituelle Wege in Oberösterreich

in Kooperation mit Oberösterreich Tourismus und Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich 

Mit einem Vorwort von Bischof Manfred Scheuer

24 Seiten

 

Die Broschüre ist erhältlich bei Oberösterreich Tourismus: Freistädterstraße 119, 4040 Linz (auch online bestellbar),

im Behelfsdienst der Diözese Linz, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz

sowie bei allen einzelnen Pilgerwegen.

 

Neue Broschüre „Pilgern in Oberösterreich“ präsentiert
Pressekonferenz in St. Martin im Mühlkreis
Eröffnung des Granitpilgerweges durch Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer
Bischof Dr. Manfred Scheuer bei der Eröffnung des Granitpilgerweges in St. Martin im Mühlkreis
Bischof Dr. Manfred Scheuer bei der Eröffnung des Granitpilgerweges in St. Martin im Mühlkreis
Bischof Dr. Manfred Scheuer bei der Eröffnung des Granitpilgerweges in St. Martin im Mühlkreis
Enthüllung eines Granitmonumentes bei der Eröffnung des Granitpilgerweges
V.l.: Landeshauptmann Stelzer, Bischof Scheuer, Landesrat Achleitner
V.l.: Landeshauptmann Stelzer, Bischof Scheuer, Landesrat Achleitner
Bischof Manfred Scheuer segnet die Anwesenden
Bischof Manfred Scheuer segnet das Granit-Monument und eröffnet damit den Granitpilgerweg
Pilgerinteressierte von nah und fern kamen zur Vorstellung der Pilgerbroschüre
Auf eienr Schautafel kann man den Granitpilgerweg mit den Augen erkunden

© Diözese Linz / Fürlinger

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