Samstag 17. November 2018

Mariä Aufnahme in den Himmel

Als ganzer Mensch in die Ewigkeit

Im Fokus des Hochfestes steht Marias Aufnahme in den Himmel – mancherorts ist das Fest mit einer Kräutersegnung verbunden, um Volksglauben mit christlicher Neudeutung zu verbinden.

„Was mag einer Frau, die Gott das irdisch-menschliche Leben geschenkt hat, widerfahren, wenn sie selbst einmal stirbt? Muss nicht von ihr in besonderer Weise gelten, dass sie von Gott lebendig gemacht wird, weil sie ganz besonders eng zu Christus gehört? Muss Gott ihr nicht an allererster Stelle einen Platz mit Christus zusammen im Himmel geben?”

 

All das fragt Gunda Brüske vom liturgischen Institut der deutschsprachigen Schweiz zu Recht - und all das steht auch im Fokus des Festes Mariä Aufnahme in den Himmel: Maria, die gestorben ist wie jeder Mensch, wird in den Himmel aufgenommen. Ab ihrer Entscheidung „Ja, mir geschehe nach Deinem Wort” trennt sie nichts mehr von Gott, sodass sie auch nach ihrem Tod und dem, was ihm folgt, erlöst ist: als Erste wurde sie in den Himmel erhoben und hat die Herrlichkeit empfangen, die allen Gläubigen verheißen ist und die all jene erhoffen dürfen, die an Christus glauben. Indem Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen ist, gelangt sie zur Vollendung.

 

Marias Nähe zu Gott

 

Marias besondere Bedeutung für die katholische Kirche wird mit diesem Fest wieder bezeugt. Durch ihre Aufnahme in den Himmel als ganzer Mensch, mit Leib und Seele, erfährt sie unmittelbare Nähe zu Gott – durch die Nähe zu Maria gelangt man also auch bereits im Hier und Heute in die Nähe von Gott.

 

Mit dem Festgeheimnis wird auch deutlich, dass der Leib – ob der Frau oder des Mannes – zur Teilhabe an der Himmelsherrlichkeit bestimmt ist. Er ist daher nicht – wie lange verkündet – nur Objekt oder „irdisch Ding”, sondern Ausdruck der Freude am Menschen, am Leben. Damit ist Mariä Aufnahme in den Himmel auch ein Fest wider die Leibfeindlichkeit.

 

 

Theologischer Hintergrund

 

Das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel lässt sich bis ins fünfte Jahrhundert nach Jerusalem zurückverfolgen, wo man die „Entschlafung” (dormitio) der Gottesmutter feierte, im siebten Jahrhundert ist es auch für Rom belegt. Bereits früh zu großer Beliebtheit gelangt, wurde Marias Aufnahme in den Himmel schließlich 1950 dogmatisiert.

 

Die im Volksmund gebräuchliche Bezeichnung des Festes als „Mariä Himmelfahrt” ist theologisch betrachtet übrigens irreführend, weil dies bedeutete, dass Maria aus eigener Kraft in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen worden ist. Gott jedoch hat Maria in die Herrlichkeit des Himmels erhoben und aufgenommen, sodass das Fest in der katholischen Kirche liturgisch korrekt als „Mariä Aufnahme in den Himmel” bezeichnet wird.

 

Liturgisch ist das Hochfest in großer Vielfalt ausgestaltet, zumal viele Kirchen und Kathedralen an diesem Fest ihr Patrozinium feiern. Darüber hinaus ist bis heute die Tradition von Wallfahrten rund um dieses Marienfest aufrecht.

  

Mancherorts ist das Fest mit dem Brauch der Kräutersegnung verbunden: die zu Sträußen gebundenen, gesegneten Kräuter und Blumen sollen Böses abwenden und Schutz vor Gefahren bieten. Damit half der Brauch – belegt ab dem zehnten Jahrhundert - auch, heidnische Sitten aus dem Volksglauben mit neuen Inhalten aus dem christlichen Glauben zu verbinden. Die duftenden Kräuterbüschel weisen auch auf die Legende hin, dass Marias Leichnam keinen Verwesungsgeruch, sondern wohlriechende Düfte verströmt hatte – so verbindet sich darin die Erinnerung an den Wohlgeruch Marias mit der Freude an der Schöpfung.

 

Quellenangabe:

Birkenmaier, Rainer / Erzbistum Freiburg: Zum Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel. URL: http://erzbistum-freiburg.de/html/zum_hochfest_der_aufnahme_mariens_in_den_himmel.html [Stand: 06/2014]

 

Brüske, Gunda / Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz: Maria Himmelfahrt - Mariä Aufnahme in den Himmel 15.8. Ganz erlöst - mit allen Konsequenzen. URL: http://www.liturgie.ch/liturgieportal/kirchenjahr/marienfeste/208-maria-himmelfahrt-mariae-aufnahme-in-den-himmel-15-8 [Stand: 06/2014]

 

Einspieler, Klaus / Katholische Kirche Kärnten: Die Feste der Gottesmutter Maria. URL: http://www.kath-kirche-kaernten.at/themen/detail/C671/die_feste_der_gottesmutter_maria [Stand: 06/2014]

 

(sp)

Zum Nachdenken
Lichtquelle. © Roland Lengauer

 

Das Kirchenjahr mit seiner immer erneuten Vergegenwärtigung und Darstellung des Lebens Christi ist das größte Kunstwerk der Menschen; und Gott hat sich dazu bekannt und gewährt es Jahr für Jahr, schenkt es in immer neuem Licht, als begegnete es einem zum ersten Mal.

(Jochen Klepper)

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Fastentücher entstanden etwa um das Jahr 1000 im Gebiet nördlich der Alpen und dienten im Mittelalter zur Verhüllung des gesamten Altarraumes.

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Brot als Grundnahrungsmittel des Menschen ist von großer Bedeutung im religiösen Kontext: Ungesäuertes Brot, wie es in der Eucharistiefeier verwendet wird, wurde bereits im Altertum im Tempel als Opfergabe dargeboten.

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