Samstag 15. Dezember 2018

Erntedank

Zeit des Dankes in einer Zeit der Selbstverständlichkeit

Bei einem der ältesten Feste mit religiöser Tradition werden die Früchte menschlicher Arbeit dankbar als Geschenk betrachtet: aus dem Glauben, dass alles Leben von Gott kommt.

Im Herbst füllen die verschiedensten Gaben die Scheunen und Vorratskammern – trotz großer Bemühungen kann der Erntesegen versagt bleiben: durch Unwetter, Trockenperioden, Überschwemmungen, Schädlingsplagen und andere Naturkatastrophen. Auch wenn man sich in Zeiten wie diesen unabhängig von den Bedingungen der Natur wähnt, zeigt sich gerade in diesen Situationen, wie angewiesen der Menschen auf den Segen der Natur und auch das Wohlwollen der Mitmenschen ist.

 

Darum ist auch die Bitte um das tägliche Brot trotz Überfluss und Überproduktion nach wie vor eine gültige und stimmige Haltung. Was früher die Hoffnung auf eine gute Ernte war, ist heute vielleicht die Hoffnung auf einen guten Arbeitsplatz, auf ein zufrieden stellendes Schulzeugnis, eine erfolgreiche Berufslaufbahn, auf Gesundheit und Frieden.

 

Dankbarkeit ist darum auch die einfachste Art und Weise, die Anerkennung dieser Voraussetzungen für all das, was uns täglich geschenkt wird, zum Ausdruck zu bringen – und der Dank gilt Gott, dem „Freund des Lebens” (Weish 11,26), dem Schöpfer und Erhalter allen Seins.

 

 

Theologischer Hintergrund

 

Erntedank hat wahrscheinlich bereits vorchristliche Wurzeln – im Herbst die reichen Gaben der Erde zu feiern, ist in allen Religionen und Kulturen bekannt. In unseren Breiten wird Erntedank zumeist am letzten Sonntag im September oder am ersten Sonntag im Oktober gefeiert – die katholische Kirche sieht für das Erntedankfest aus verschiedenen Gründen prinzipiell keinen eigenen Tag im liturgischen Kalender vor.

 

Das Fest ist Ausdruck des Schöpfungsglaubens, dass alles Leben von Gott kommt und in Gott eingeht. Der Dank für das Leben, die Fülle an Früchten der Erde und der menschlichen Arbeit gehen damit einher mit dem Gedanken des Teilens: Gott als Macht des von Liebe erfüllten Mit-Teilens, Menschen beim Teilen von „Brot und Rosen”, beim Teilen des Lebens, das Gott anvertraut wird, verbunden in der Eucharistie, damit auch das Leben reiche Frucht trage.

 

 

 

In den vergangenen Jahren ist dem Erntedank eine weitere Bedeutungsebene zugewachsen: angesichts der Umweltkrise rückt nun auch die Sorge um die Bewahrung und Erhaltung der Schöpfung in den Blickwinkel des Festes, aus einer politischen und kulturellen Bedeutung des Erntedanks heraus, einer weltweiten Solidarität und Fürsorge für Mensch, Tier und Natur entsprungen.

 

Quellenangabe:

Katholische Kirche in Oberösterreich (Hrsg.) (o.A.): aufdanken - Gott in der Zeit des Menschen. Linz: Eigenverlag. URL: www.aufdanken.at [Stand: 06/2014]

 

Downloads:

Broschüre "aufdanken"

Medienliste "aufdanken"

 

(sp)

Zum Nachdenken
Lichtquelle. © Roland Lengauer

 

Das Kirchenjahr mit seiner immer erneuten Vergegenwärtigung und Darstellung des Lebens Christi ist das größte Kunstwerk der Menschen; und Gott hat sich dazu bekannt und gewährt es Jahr für Jahr, schenkt es in immer neuem Licht, als begegnete es einem zum ersten Mal.

(Jochen Klepper)

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Farben und Symbole
Krippe

Krippe

Der Anfang der Weihnachtskrippe liegt im Dunkel der Vergangenheit. 

Sonnenstrahlen aus Tau.

Grün

Farbe der Hoffnung, des Lebens und des Wachstums

Grün gilt als Farbe der Hoffnung, des Lebens und des Wachstums, auch im Glauben. Als liturgische „Alltagsfarbe” wird Grün bei allen Gottesdiensten im Jahreskreis getragen, wenn keine andere liturgische Farbe vorgeschrieben ist.

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Fastentücher entstanden etwa um das Jahr 1000 im Gebiet nördlich der Alpen und dienten im Mittelalter zur Verhüllung des gesamten Altarraumes.

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