Dienstag 25. September 2018

Valentin (14.2.)

Heiliger Valentin: Ausschnitt: Wallfahrtsbild aus Rouffach im Elsass mit Inschrift: 'Sancta valentin bit got fur vns zu rufach', 1480

Rosen, Tulpen, Marzipan und rote Herzen. Der heilige Valentin ist einer der populärsten Heiligen unserer Zeit. Verehrt wird er als Patron der Liebenden und der Freundschaft. Aber Valentin ist weit mehr als der uns bekannte Liebespatron und Blumenheilige.

Den Legenden nach gab es einen Valentin von Terni, der Bischof war, und einen Valentin von Rom. Möglicherweise handelt es sich aber um ein und dieselbe Person. Fix ist, dass Valentin seit dem Jahr 350 nach Christus in der Kirche gefeiert wird – und zwar am 14. Februar. Dem Tag, an dem den Legenden nach sowohl der eine wie auch der andere Valentin eines Märtyrertodes starb. Dem heiligen Valentin werden viele Wunderheilungen nachgesagt.

 

Valentin von Terni

 

Valentin von Terni war Bischof in der nördlich von Rom gelegenen Stadt Terni. Bei den Christen und Heiden stand er in hohem Ansehen. Auch Kaiser Claudius II. wollte ihn kennenlernen. Valentin hatte eine böse Vorahnung. So bereitete er sich durch inniges Gebet auf sein nahes Ende vor. Der römische Kaiser verlangte von Valentin, zum römischen Götterglauben zurückzukehren. Valentin weigerte sich. Da fragte einer der kaiserlichen Räte: „Was hältst du von den Göttern Roms?“ Valentin antwortete: „Das sind Dämonen.“ Die Versammlung verlangte empört den Tod des Gotteslästerers. Valentin bat den Kaiser um einen kleinen Aufschub. Währenddessen erklärte er ihm eindringlich die Wahrheiten des christlichen Glaubens. Der Kaiser war tief ergriffen. Der Stadtpräfekt aber rief: „Valentin ist ein Zauberer!“ Daraufhin entstand ein großer Tumult. Kaiser Claudius hatte Angst vor einem Aufstand des aufgehetzten Volkes. So übergab er Valentin dem Stadtpräfekten, der ihn am 14. Februar 269 töten ließ.

 

Valentin von Rom

 

Valentin von Rom war einfacher Priester, der Liebespaare trotz eines kaiserlichen Verbots nach christlichem Ritus traute und dafür am 14. Februar 269 hingerichtet wurde. Valentin von Rom schenkte frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, sollen unter einem guten Stern gestanden sein.

 

Von Liebe, Bienenzucht und Mäuseplagen

 

In der frühchristlichen Frömmigkeit muss Valentin eine Vorzugsstellung eingenommen haben. Nur so ist es zu erklären, dass er in vielen, durchaus unterschiedlichen Anliegen angerufen wurde: Der heilige Valentin ist Patron der Jugend, Reisenden und Bienenzüchter, der Liebenden und der Freundschaft, für die Bewahrung jungfräulicher Unschuld, für gute Verlobung und Heirat, gegen Mäuseplage, Ohnmachtsanfälle, Wahnsinn, Epilepsie, Gicht, Pest und Gebärmutterkrankheiten.

 

Wie Valentin zu den Blumen kam

 

Der heute praktizierte Brauch, am Valentinstag Blumen zu schenken oder Präsente zu machen, könnte auf einen altrömischen Brauch zurückgehen. Denn genau am 14. Februar wurde im alten Rom das Fest der Göttin Juno, der Beschützerin von Ehe und Familie, begangen. Zu diesem Anlass wurden nicht nur die Altäre der Göttin geschmückt, auch die Frauen innerhalb der Familie wurden mit Blumen beschenkt. So fiel also der Feiertag zu Ehren des heiligen Valentin auf vorbereiteten Boden, was verständlich macht, dass das Brauchtum in Verbindung mit seinem Gedenktag erhalten blieb.

 

Heiliger Valentin heute

 

Um 1950 griffen Gärtner und Floristen den alten Brauch wieder auf, am Valentinstag lieben Menschen Blumen zu schenken. Den Erfurter Dompfarrer Reinhard Hauke störte, „dass die Händler den heiligen Valentin für ihre Geschäfte einspannen, die Leute aber nichts über den Patron der Paare wissen“. Die Idee, Paarsegungen zu initiieren, war geboren.

 

Am 14. Februar 2000 fand in der Erfurter Lorenzkirche am Anger ein ökumenischer Segnungsgottesdienst für Paare statt, der sehr gut angenommen wurde. In der Diözese Linz griff Ehe- und Familien­seelsorger Franz Harant 2001 die Idee auf. Seither finden in vielen oberösterreichischen Pfarren rund um den Valentinstag Paarsegnungen und spezielle Gottesdienste für Liebende statt.

 

Quellenangaben:

Schäfer, Joachim: Valentin von Terni. In: Ökumenisches Heiligenlexikon. URL: www.heiligenlexikon.de/BiographienV/Valentin_von_Terni.html [Stand: 02/2015]

Schäfer, Joachim: Valentin von Rom. In: Ökumenisches Heiligenlexikon. URL: www.heiligenlexikon.de/BiographienV/Valentin_von_Rom.html [Stand: 02/2015]

Ehe- und Familienseelsorger Franz Harant; www.beziehungleben.at

"informiert" – MitarbeiterInnen-Zeitung der Diözese Linz, Ausgabe 2/2013

 

(ma)

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