Wednesday 21. August 2019

Stift Lambach: Severin Großerohde OSB und Friedrich Reischauer zu Diakonen geweiht

Am Ostermontag, 22. April 2019 wurden im Benediktinerstift Lambach Br. Severin Großerohde OSB und Mag. Friedrich Reischauer, Pfarrassistent in der Pfarre Weißkirchen bei Wels, von Bischof em. Maximilian Aichern zu Diakonen geweiht.

Es gibt zwei verschiedene Formen des Diakonates: die Weihe von Priesterkandidaten zu Diakonen und die Weihe zum „Ständigen Diakon“. Während Br. Severin Großerohde als Priesterkandidat zum Diakon geweiht wurde, weihte Bischof em. Maximilian Aichern Mag. Friedrich Reischauer zum Ständigen Diakon. Der gebürtige Deutsche Severin Großerohde studiert an der Paris-Lodron-Universität in Salzburg Katholische Fachtheologie; im Stift Lambach bleibt er Gastmeister und Kapitelsekretär sowie Leiter der Ministrantenarbeit und des Katholischen Bildungswerks. Mag. Friedrich Reischauer stammt aus Buchkirchen bei Wels, er wird weiterhin als Pfarrassistent in Weißkirchen bei Wels tätig sein.

 

Intensive Zeit der Vorbereitung auf die Weihe

 

Beide Formen des Diakonates sind mit einer intensiven Vorbereitungszeit verbunden. Wer Priester werden will, absolviert zunächst das sogenannte Propädeutikum, das Einführungsjahr für Priesterkandidaten. Danach studiert er katholische Theologie und lebt mit anderen Kandidaten im Priesterseminar oder in einer Ordensgemeinschaft. Es folgt das pastorale Einführungsjahr in einer Pfarre, wo der Kandidat erste seelsorgliche Erfahrungen sammelt. Begleitend besucht er den Pastorallehrgang. Die Weihe zum Diakon kann während oder nach diesem Jahr erfolgen. Danach ist der Diakon mindestens ein halbes Jahr in einer Pfarre tätig, bevor er zum Priester geweiht werden kann.

 

Eine bereits bewährte diakonale Lebens- und Glaubenspraxis sowie die Verwurzelung in einer Pfarrgemeinde bzw. kirchlichen Gemeinschaft, sind die Grundvoraussetzungen für den Weg zum Ständigen Diakonat. Die Ausbildung zum Diakon verläuft in parallelen Phasen: Der Bewerber arbeitet in einer Pfarre mit und hat eine theologische Qualifizierung oder erwirbt diese. Nach zwei „Entscheidungsfindungs-Wochenenden“ wird der Bewerber offiziell in den „Diakonatskreis“ aufgenommen, der sich über drei Jahre erstreckt. Am Ende der Ausbildungszeit und noch vor der Weihe wird ein „Arbeitsübereinkommen“ besprochen, wo auch die konkreten Einsatzbereiche des künftigen Diakons gemeinsam festgelegt werden.

 

Stift Lambach: Severin Großerohde OSB und Friedrich Reischauer zu Diakonen geweiht

Stift Lambach: Severin Großerohde OSB und Friedrich Reischauer wurden am Ostermontag, 22. April 2019, zu Diakonen geweiht. Foto (c) Bernhard Gibitz.

 

Diakon Br. Severin (Taufname Bruno) Großerohde

 

Br. Severin (Taufname Bruno) Großerohde ist Benediktiner im Stift Lambach. Er wurde 1963 in Wiedenbrück / BRD als drittes von fünf Kindern geboren. Nach Grund- und Realschule in seinem Heimatort machte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Von 1984 bis 1986 absolvierte er seinen Zivildienst in der katholischen Pfarrgemeinde Hl. Familie in Gütersloh und studierte anschließend Sozialpädagogik in Paderborn.

 

Danach arbeitete er als Betreuer einer Wohngruppe für geistig beeinträchtigte Menschen beim Diakoniewerk in Gallneukirchen, von 1991 bis 2006 als Sozialarbeiter, kaufmännischer Leiter und administrative Fachkraft in zwei Beschäftigungseinrichtungen von pro mente Oberösterreich in Linz. Von 2007 bis 2010 war er Leiter der Werkstätten St. Pius in Peuerbach.

 

Dem Orden der Benediktiner in Lambach schloss er sich 2010 an. Seit 2013 studiert er an der Paris-Lodron-Universität in Salzburg Katholische Fachtheologie.

 

Zu seinen aktuellen Aufgaben im Stift gehören die Funktionen als Gastmeister und Kapitelsekretär.

Außerdem leitet er dort die Ministrantenarbeit und das Katholische Bildungswerk.

 

Diakon Mag. Friedrich Reischauer

 

Mag. Friedrich Reischauer wurde 1962 in Buchkirchen bei Wels geboren. Nach der Unterstufe im Stiftsgymnasium Kremsmünster absolvierte er die HTL für Sägewerkstechnik und Holzwirtschaft in Kuchl und war in dieser Branche bis 1985 tätig. Das Studium der Selbständigen Religionspädagogik absolvierte er berufsbegleitend und schloss dieses 1998 ab.

 

Ab 1990 war Reischauer als Erzieher im Lebensraum für Kinder und Jugendliche in Kremsmünster, als Religionspädagoge und als psychosozialer Berater und Bezirksleiter bei pro mente Oberösterreich und im weiteren als Ehe-, Familien- und Lebensberater in der Diözese Linz bei BEZIEHUNGLEBEN.at tätig.

 

Nach dem Pastoralen Einführungsjahr 2013/14 wechselte er als Pastoralassistent in die Pfarre Gunskirchen. Seit 2016 wirkt er als Pfarrassistent in der Pfarre Weißkirchen bei Wels. Herr Reischauer ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne.

 

Als Diakon und Pfarrassistent bleibt er weiterhin in der Pfarre Weißkirchen bei Wels tätig.

 

V.l. Abt des Stiftes Lambach P. Maximilian Neulinger, Diakon der Pfarre Lambach Dr. Christoph Schiemer, Diakon Br. Severin Großerohde, Bischof em. Maximilian Aichern, Diakon Mag. Friedrich Reischauer und Diakon Mag. Anton Birngruber

Nach der Weihe: V.l. Abt des Stiftes Lambach P. Maximilian Neulinger, Diakon der Pfarre Lambach Dr. Christoph Schiemer, Diakon Br. Severin Großerohde, Bischof em. Maximilian Aichern, Diakon Mag. Friedrich Reischauer und Diakon Mag. Anton Birngruber als Vertreter der Abteilung Diakone der Diözese Linz. / Foto (c) Bernhard Gibitz

 

Bischof em. Maximilian Aichern: „Auslegen der Schrift und Teilen des Brotes sind sakramental und sozial Dimensionen des diakonalen Dienstes“

 

In seiner Predigt nahm Bischof em. Maximilian Aichern Bezug auf die Schriftlesungen des Ostermontags, in denen der auferstandene Jesus mit den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus unterwegs ist. Die Jünger erkennen Jesus an seiner Auslegung der Schrift und wie er das Brot mit ihnen teilt. „Das Auslegen der Schrift und das Teilen des Brotes sind sakramental und sozial als Dimensionen des diakonalen Dienstes zu verstehen“, so Aichern. Das berufliche Wirken der Weihekandidaten in Caritas, pro mente, Eheberatung oder als Pfarrassistent habe schon diakonalen Charakter gehabt und werde nun in den Dienst als Diakon integriert. Der Weihespender wies auch auf das Wirken eines der Diözesanpatrone, des Hl. Severin hin, das ebenfalls diakonalen Charakter gehabt habe. Weil beide Diakone in Klosterpfarreien lebten, dürften sie auch in der Spiritualität der Benediktusregel Anregungen für ihren Dienst finden, so Aichern.

 

„Die Feier war dicht. Man spürte den Glauben und das Gebet einer Gottesdienstgemeinde“ und „Wir freuen uns, dass Menschen bereit sind, uns als Diakone im Leben zu begleiten“, so GottesdienstbesucherInnen nach der Feier.

 

Benediktinerstift Lambach

 

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