4given
Die Kirche spärlich erleuchtet von warmem Kerzenschein und farbigen Lichtstrahlen, der Quergang gesäumt von Steinen in verschiedenen Größen, die Stimmung positiv aufgeregt und durchtränkt von spannender Erwartung. Immer wieder strömen Firmgruppen in die Kirche. Vereinzelte Personen gesellen sich dazu.
Vor dem verschlossenen Hauteingangstor ein riesiges, beleuchtetes Kreuz.
Der Teppich mit dem Ohrensessel und der leuchtenden Stehlampe vor dem Altar vermittelt ein Gefühl der Gemütlichkeit, verstärkt von einem an den Altar gelehnten Bild, auf dem Jesus -auf einer Gehsteigkante sitzend- in ein angeregtes Gespräch mit einem Jugendlichen vertieft ist.
18 Uhr -die Glocken läuten, die Jugendbeauftragte Evelyn Gnigler ergreift das Mikrofon und beginnt, eine Geschichte vorzulesen. Vom gemütlichen Ohrensessel aus erzählt sie von einem Jungen, der unter der Last einer großen Schuld leidet. Auch ein Ritual kann ihm nicht helfen, davon frei zu werden. Erst die Erkenntnis, dass Gott schon alles auf sich genommen hat und wir nur zu ihm kommen müssen um Vergebung zu erlangen, schenkt ihm die ersehnte Freiheit.
In der anschließenden Ansprache ermutigt Evelyn die Jugendlichen, Gott zu suchen und in eine Beziehung zu ihm zu treten.
"Wenn ich in meinem Leben diesen unfassbar großen Gott an meiner Seite habe, der mich so sehr liebt, dann brauch ich vor nichts und niemandem mehr Angst haben!"
Auch von einem Schatz -einem der 7 Diamanten, die wir Sakramente nennen- ist die Rede. "Er ist zwar verstaubt, aber gerade heute sehr wichtig, um den Frieden in unseren Herzen zu bewahren. So wie der Junge in der Geschichte tragen auch wir verschiedene "Lasten" mit uns herum. Heute gibt es die Möglichkeit, alles abzuladen, was uns belastet. Ich lade euch ein, das Sakrament der Beichte neu zu entdecken und heute zu nutzen. Frieden in der Welt und in unseren Familien kann es nur geben, wenn wir Frieden in unseren Herzen haben. Vergebung konkret zu erfahren, hilft uns dabei. Dann können wir dieses Licht ausstrahlen in die Welt, und das ist unsere Aufgabe als Christen: Licht in dieser Welt zu sein -Liebe zu verbreiten".
Begleitet von der 4given - Band erkunden die Gäste im Anschluss die Stationen in der Kirche. Beschriftete "Steinkarten" animieren, sich mit der eigenen Fehlbarkeit auseinanderzusetzen. Zum Zeichen, wie sehr uns das belasten kann, darf sich jeder einen Stein nehmen und beim Kreuz abladen. Jesus hat schon alles für uns getragen, und er vergibt uns gerne.
Einige nutzen die Möglichkeit zur Aussprache und Beichte bei Pfarrer Wolfgang Schnölzer, Jugendseelsorger Maximus Nwolisa oder Kurat Franz Aumüller. Viele schreiben ein kurzes Gebet auf einen Zettel und heften ihn anschließend ans Kreuz.
Die Musiker im Altarraum singen von Vergebung und vom Vertrauen in Gottes Fürsorge.
Auch die Möglichkeit, vor dem Altar eine Kerze anzünden zu können wird gerne genutzt, ebenso wie die "Bibleverse to go" - Station, bei der ein Zettelchen mit einer kurzen, thematisch passenden Bibelstelle mit nach Hause genommen werden kann.
Langsam leert sich die Kirche. Ein letztes Lied. Was bleibt, ist Dankbarkeit für alles, was Gott an diesem Abend geschenkt hat, für die vielen Menschen, die mitgewirkt und mitgefeiert haben und die Vorfreude aufs nächste Mal.