Montag 16. Februar 2026

Bischof em. Maximilian Aichern vor 44 Jahren zum Bischof geweiht

Vor 44 Jahren, am 17. Jänner 1982, wurde Maximilian Aichern im Linzer Mariendom zum Bischof geweiht. Er stand 23 Jahre lang der Diözese Linz vor und prägte die Kirche als "Sozialbischof" über Oberösterreichs Grenzen hinaus. 

Am gleichen Tag wie Manfred Scheuer, der vor 10 Jahren, am 17. Jänner 2016, das Amt des Bischofs von Linz von seinem Vorgänger Ludwig Schwarz übernahm, begeht auch Bischof em. Maximilian Aichern OSB (93) ein Jubiläum: Er wurde vor 44 Jahren im Linzer Mariendom zum Bischof geweiht.

 

Blick zurück: Am 15. Dezember 1981, hatte Papst Johannes Paul II. den damaligen Abt des Benediktinerstiftes St. Lambrecht (Steiermark) Maximilian Aichern OSB zum Bischof von Linz in der Nachfolge von Franz Zauner ernannt. Seine Bischofsweihe am 17. Jänner 1982 führte trotz der arktischen Temperaturen rund 10.000 Gläubige in den Linzer Mariendom, unter ihnen die Spitzen des Staates und des Bundeslandes Oberösterreich. Kardinal Franz König vollzog gemeinsam mit Altbischof Franz Zauner und Bischof Alois Wagner die Bischofsweihe. Weitere 20 Bischöfe aus dem In- und Ausland legten dem neuen Mitbruder die Hände auf.

 

Aichern selbst erinnerte sich in einem Interview mit Kirchenzeitung und diözesaner Kommunikatiion anlässlich seines 90. Geburtstag an diesen Tag zurück: "Trotz mancher Bedenken im Rahmen der Bischofsernennung – weil ich mir nicht vorstellen habe können, wohin zu gehen, wo man fast niemanden kennt –, wurde ich hier von den bischöflichen Mitbrüdern Franz Zauner und Alois Wagner und besonders von den damaligen Mitbrüdern in der Österreichischen Bischofskonferenz mit Kardinal Franz König an der Spitze, aber auch von den Seelsorgern in der hiesigen Diözese nach einem ersten Aufschrei – 'Was, a Fremder?!' – herzlich aufgenommen. Vor allem von den Gläubigen wurde ich immer sehr freundlich aufgenommen – ob bei der Bischofsweihe oder später bei den vielen Pfarrbesuchen, die es gegeben hat. Und gestärkt hat mich wirklich die große Bereitschaft zur Zusammenarbeit und die positive Atmosphäre in der Diözese Linz und im ganzen Land Oberösterreich."

 

Bischofsweihe von Maximilian Aichern am 17. Jänner 1982 im Linzer Mariendom. © Diözese Linz / Archiv

 

Sozialbischof Österreichs und Brückenbauer 

 

Maximilian Aichern stand fast 24 Jahre lang, bis 2005, der Diözese Linz vor und war eine prägende Gestalt in der Kirche von Oberösterreich und darüber hinaus. Bischof des Volkes, Bischof mit den Menschen, Sozialbischof Österreichs, Ermutiger, Brückenbauer, sozialer Mahner, Ermöglicher neuer Wege – dies sind nur einige der Attribute, die Bischof em. Maximilian Aichern zugeschrieben werden. In der Bischofskonferenz war Aichern lange für soziale Themen zuständig, die ihm bis heute ein Anliegen sind. Aichern begründete u. a. die erste Bischöfliche Arbeitslosenstiftung in Österreich (1987) und war Wegbereiter und Fürsprecher der „Allianz für den freien Sonntag“, die im November 1997 im Linzer Bischofshof unterzeichnet wurde. Unter der Führung des „Sozialbischofs Österreichs“ erarbeiteten die Bischöfe 1990 den Sozialhirtenbrief. Auch am Zustandekommen des Sozialworts des Ökumenischen Rates der Kirchen, das 2003 veröffentlicht wurde, war Aichern maßgeblich beteiligt. Das Oberösterreich-Bündnis der Sonntagsallianz feierte im Oktober 2022 sein 25-jähriges Bestehen und wurde nach seiner Gründung dank Bischof Aichern auch auf österreichischer und europäischer Ebene verankert. Der von ihm vor fast 30 Jahren gegründete Osthilfefonds unterstützt bis heute Partnerdiözesen in Mittel- und Osteuropa.

 

Festgottesdienst zum 85. Geburtstag von Bischof em. Maximilian Aichern OSB

Eine kräftige Stimme in der Kirche von Oberösterreich: Bischof em. Maximilian Aichern, hier beim Festgottesdienst zu seinem 85. Geburtstag im Mariendom. © Diözese Linz / Jack Haijes

 

 

"Wache und aufmerksame Zeitgenossenschaft"

 

Bischof Scheuer sagte zu Aicherns 90. Geburtstag vor 3 Jahren über ihn, Maximilian Aichern lebe eine "wache und aufmerksame Zeitgenossenschaft", sei "historisch höchst interessiert und informiert, gesprächsfähig, Dialog eröffnend für unterschiedliche Ideologien" und habe sich zudem nie gescheut, "die Bereiche aufzuspüren und zu bespielen, wo sich die Kirche in den Zugängen geschichtlich belastet, schwergetan hat". Besonders sei auch, dass der emeritierte Bischof angesichts der heutigen Konfliktgesellschaft und vielfältiger Polarisierungen stets "große Gelassenheit und innere Ausgewogenheit" an den Tag gelegt habe. Leitend sei für ihn die Überzeugung, dass der christliche Glaube die Kraft zur "Veränderung der Welt zum Guten" und zum "Einreißen von Grenzen" habe. Aichern leben "aus der Mitte des Glaubens" und habe "das Charisma der Unaufgeregtheit", so Scheuer damals.

 

Getreu seinem bischöflichen Wahlspruch „In caritate servire“ (In Liebe dienen) nahm Aichern auch als emeritierter Bischof bis vor einigen Monaten etliche Dienste in der Diözese Linz wahr, etwa in der Leitung von Festgottesdiensten, bei Firmungen und Vorträgen mit spirituellen und sozialen Inhalten. Wenngleich in seiner Mobilität aufgrund von Problemen mit den Beinen eingeschränkt, ist Maximilian Aicherns Interesse an Kirche und Gesellschaft ungebrochen. 

 

Das verschmitzte Lächeln ist geblieben, ebenso das Interesse an Kirche und Welt: Bischof em. Maximilian Aichern an seinem Schreibtisch. © Diözese Linz / Hermann Wakolbinger

 

 

"Lasst euch die Freude am Menschsein und am Christsein nie durch etwas nehmen"

 

„Aggiornamento“ und „Coraggio“, Verheutigung und Mut – diese beiden Worte gehörten und gehören zum Grundvokabular von Bischof Maximilian Aichern. Und er gab in Predigten und Ansprachen den Menschen häufig ein Wort von Papst Johannes II. mit auf den Weg: „Lasst euch die Freude am Menschsein und am Christsein nie durch etwas nehmen.“ 

 

Zum Lebenslauf von Bischof Maximilian Aichern

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