Thursday 2. February 2023

25 Jahre Osthilfefonds der Diözese Linz

Seit 25 Jahren unterstützt der Osthilfefonds der Diözese Linz pastorale Projekte in Mittel- und Osteuropa. Sein Jubiläum wird mit einem Festakt am 7. Dezember im Priesterseminar und am 8. Dezember 2022 im Rahmen eines Festgottesdienstes im Mariendom begangen.

Der Fonds der Diözese Linz zur Finanzierung pastoraler Projekte in Mittel- und Osteuropa wurde 1996 unter Bischof Maximilian Aichern gegründet. Er unterstützt in Weißrussland (Erzdiözese Minsk-Mogiljew, Diözesen Grodno, Pinsk und Witebsk), Rumänien (Erzdiözese Alba Iulia), Bosnien-Herzegowina (Diözese Mostar) sowie in anderen Regionen Ost- und Mitteleuropas Projekte, die das kirchliche Leben fördern und den Einsatz der Kirche in den Bereichen Bildung, Soziales und Menschenrechte stärken. Die Projekte haben eine längerfristige Wirkung und sind eingebunden in ein pastorales Konzept der jeweiligen Ortskirchen bzw. Ordensgemeinschaften.

 

„In den Jahren 1996 bis 2021 wurden insgesamt 1.052 Projekte und Programme mit 7.193.532 Euro unterstützt, etwa die Hälfte der Mittel wurde für Projekte und Programme in Belarus verwendet, jeweils etwa ein Viertel für die Unterstützung in Bosnien und Herzegowina und Rumänien. Jedes Jahr werden zwischen 40 und 45 Projekte und Programme finanziert“, berichtet Koordinatorin Sigried Spindlbeck.

 

Rasch und unbürokratisch kann auch in speziellen Notsituationen Hilfe geleistet werden. Nach dem Erdbeben in Kroatien Ende des Jahres 2020 wurde gemeinsam mit dem Kroatischen Verband der Katholischen Familienberatungsstellen psychologische und therapeutische Hilfe und Beratung in den betroffenen Pfarren der Diözese Sisak angeboten. 2857 betroffene Menschen nahmen die Hilfe in Anspruch. Mit 5 Projekten in allen Ländern wurden in der ersten Phase der Corona-Pandemie Schutzmaterialien und Desinfektionsmittel angekauft und die psychosoziale Unterstützung in Pfarren ausgebaut. Aktuell wird die Kirche in der Ukraine mit einem Nothilfeprogramm unterstützt.

 

 

Feier zum 25-jährigen Bestehen

 

Das 25-jährige Jubiläum des Osthilfefonds wird mit einem Festakt am 7. Dezember im Priesterseminar Linz und am 8. Dezember im Rahmen eines Festgottesdienstes im Mariendom begangen.

 

Am 7. Dezember 2022 findet ab 18.00 Uhr in der Bischofsaula des Linzer Priesterseminars (Harrachstraße 7) der Festakt zu 25 Jahre Osthilfefonds statt. Festgäste sind unter anderem Bischöfe und Vertreter aus den Partnerdiözesen in Rumänien, Belarus, Tschechien sowie Bosnien und Herzegowina. Den Abend eröffnet ein Festvortrag zum Thema: „Europa am Scheideweg. Die Rolle der katholischen Kirche in einer sich verändernden Welt“ von Bischof Laszlo Nemeth SVD aus Serbien. Nach dem Vortrag wird die Fotoausstellung #GLAUBENLEBEN – KINDER UND JUGENDLICHE AUS BELARUS IM PORTRÄT des Fotografen Br. Korneliusz Konsek SVD eröffnet. Durch den Abend führt Christine Haiden. Um Anmeldung wird gebeten: www.dioezese-linz.at/osthilfefonds/anmeldung

 

Am 8. Dezember 2022 um 10.00 Uhr wird im Linzer Mariendom im Rahmen des Festgottesdienstes zu Mariä Empfängnis mit Bischof Manfred Scheuer auch das Jubiläum „25 Jahre Osthilfefonds der Diözese Linz“ mit Bischöfen aus den Partnerdiözesen gefeiert. Musikalisch gestaltet wird der Festgottesdienst mit der Messe in G-Dur von Franz Schubert. Es musizieren Domchor, Orchester und Solist:innen der Dommusik unter der Leitung von Domkapellmeister Andreas Peterl. An der Orgel: Domorganist Wolfgang Kreuzhuber und Dommusikassistent Gerhard Raab.

 

 

Sigried Spindlbeck im Gespräch mit Br. Andrej Zhyljewitsch (Ordensgemeinschaft der Kapuziner) in der Pfarre Molodetschno in Belarus

Sigried Spindlbeck im Gespräch mit Br. Andrej Zhyljewitsch (Ordensgemeinschaft der Kapuziner) in der Pfarre Molodetschno in Belarus. © Caritas OÖ

 

Osthilfefonds: Hilfe, die ankommt

 

Alle zu unterstützenden Projekte des Osthilfefonds werden von einem Kuratorium streng geprüft. Der Osthilfefonds wird aus Mitteln der Diözese und Spenden der Osthilfesammlung von Caritas und Osthilfefonds finanziert.

 

Zu den Projekten gehören:

  • Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen pastoraler Art für Seelsorger, Seminaristen, Ordensleute, Katecheten und Katechetinnen sowie engagierte Laien
  • Kirchliche Medien- und Kommunikationsprojekte
  • Aufbau, Entwicklung und Weiterentwicklung von Projekten und Programmen in der Seelsorge, mit einem Schwerpunkt für besonders benachteiligte Gruppen
  • Projekte und Initiativen zur Stärkung der Projektpartner in den Bereichen Prävention von Missbrauch und Gewalt für vulnerable Menschen, insbesondere zum Schutz von Kindern und Jugendlichen
  • Aktivitäten zur Stärkung der Partnerschaften, des Austauschs und der Vernetzung

 

Konkrete Projekt-Beispiele:

  • Zentrum für Kinder, Jugend und Familie SPES in Mostar, Bosnien und Herzegowina: Besonders benachteiligte Kinder werden im Zentrum SPES unterstützt und gefördert. Etwa 10 bis 15 Freiwillige arbeiten mit den Kindern und organisieren verschiedene Aktivitäten. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Prävention von Mobbing und Cyber-Bullying, Umgang mit Social Media und die Unterstützung bei Konflikten in der Familie und der Schule. Mehr als 500 Kinder nehmen jedes Jahr an Aktivitäten teil.
  • Unterstützung für benachteiligte Frauen in der Region Domokos, Rumänien: Im Bildungshaus der Ordensgemeinschaft der Helferinnen gibt es verschiedene Angebote für besonders arme Frauen in der Region, die oft auch unter häuslicher Gewalt leiden. In Gesprächsgruppen und mit Beratung werden die Frauen dabei gestärkt, sich auch gegenseitig zu unterstützen. Mehr als 200 Frauen und Mädchen nehmen an den Aktivitäten jedes Jahr teil.
  • Aufbau der Roma-Seelsorge in Alba Iulia, Rumänien: Seit 2018 werden in mehreren Dörfern und kleineren Ortschaften, die zum Teil mehrheitlich von Roma bewohnt sind, gezielt Angebote für Roma-Familien geschaffen: Bei gemeinsamen Bibel-Runden und vielen anderen Aktivitäten werden sie in das pfarrliche Leben integriert.
  • Pilotprojekt zur Inklusion von Kindern mit Behinderungen in 4 Pfarren in Siebenbürgen, Alba Iulia: Gemeinsam mit betroffenen Eltern, Katechet:innen und Spezialist:innen der Caritas wurden Kinder mit Behinderungen in die Kinder- und Jugendarbeit integriert. Die Materialien für Erstkommunionsvorbereitung und Katechese wurden überarbeitet und für alle adaptiert.
  • Bibel-Ausstellung in Baranowitschi, Belarus: In Kooperation mit dem Bibelwerk Linz wurde eine Bibel-Ausstellung erarbeitet. Ein wichtiger Baustein in der pastoralen Arbeit und ein Beitrag zum Gespräch zwischen den Religionen.
  • Haus für Mutter und Kind in Grodno, Belarus: Bis zu 5 Frauen und ihre Kinder finden Platz im einzigen Haus für Mutter und Kind in Belarus und werden dort von Ordensschwestern betreut. Im Haus finden sie einen sicheren Ort für die ersten Monate nach der Geburt, gemeinsam wird dann nach Lösungen gesucht. Zusätzlich werden werdende Mütter und junge Mütter in Krisensituationen unterstützt, die nicht im Haus wohnen.
  • Grüne Pfarre in Belarus: Sechs Pilot-Pfarren in Belarus werden zu „grünen Pfarren“: Eine breite Palette von Maßnahmen zur Information und zur konkreten Umsetzung von Nachhaltigkeit in den Aktivitäten der Pfarren werden erarbeitet. Initiiert wurde das Projekt von Jugendgruppen.

www.dioezese-linz.at/osthilfefonds

 

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