Friday 28. January 2022

Katholische Kirche in OÖ: Kirchenstatistik 2021

Wie alle österreichischen Diözesen hat auch die Diözese Linz am 12. Jänner 2022 die Kirchenstatistik 2021 veröffentlicht.

Die Katholische Kirche in Oberösterreich hatte zum Stichtag 31.12.2021 insgesamt 914.916 Katholiken und Katholikinnen (2020: 927.906 KatholikInnen) von knapp 1,5 Mio. Menschen in Oberösterreich. Im Jahr 2021 traten aus der Katholischen Kirche in Oberösterreich 12.865 Personen aus (2020 waren es 10.108 Personen). 790 Personen traten 2021 wieder oder neu in die Kirche ein (Reversionen: 753, Konversionen: 37; 2020 waren es 717). 111 Personen haben ihre Austrittserklärung in Antwort auf einen Brief des Diözesanbischofs Dr. Manfred Scheuer widerrufen (im Jahr 2020 waren es 75).

 

Im Jahr 2020 wurden in der Katholischen Kirche in Oberösterreich 6.823 Personen getauft, 10.275 kirchliche Begräbnisse und 785 kirchliche Trauungen gefeiert sowie 4.751 Personen gefirmt. Die entsprechenden Zahlen für 2021 liegen noch nicht vor.

 

Im Jahr 2020 gab es in der Diözese insgesamt 286 Diözesanpriester, 42 Weltpriester aus anderen Diözesen, 232 Ordenspriester und 138 Ständige Diakone. Insgesamt waren 375 hauptamtliche Laien (241 Frauen und 134 Männer) mit einem Vollzeitäquivalent von 254,29 in der Seelsorge tätig.

 

 

Gottesdienst im Linzer Mariendom

Knapp 915.000 Menschen  schätzen auch in Corona-Zeiten die stärkenden Angebote der Katholischen Kirche in Oberösterreich.© Diözese Linz / Hermann Wakolbinger

 

 

„Das Beziehungsgeflecht ist offensichtlich dünner geworden“

 

Statement von Bischofsvikar Wilhelm Vieböck zur Kirchenstatistik 2021

 

"Das Jahr 2021 hat nicht nur die Katholische Kirche in Oberösterreich herausgefordert, sondern war durch die Pandemie eine Herausforderung für alle Menschen. Umso bedauerlicher ist es, dass im letzten Jahr 12.865 Menschen die katholische Kirche formell verlassen haben. Die Austritte tun als einzelne wie auch als hohe Gesamtzahl weh, so wie jedes Wort der Trennung. Auch wenn diese Zahl noch Austritte aus dem Jahr 2020 enthält, die damals aufgrund des Lockdowns nicht mehr erfasst und so erst 2021 bearbeitet wurden, bleibt die Frage nach den Ursachen.

 

Das Beziehungsgeflecht ist offensichtlich dünner geworden. Wenn soziale Kontakte in Zeiten von Lockdowns, Homeoffice und regulierten Verhaltensmaßnahmen eingeschränkt werden, dann hat das Auswirkungen auf Beziehungen – innerhalb in der Familie, im Freundeskreis und auch in Bezug auf Institutionen wie die Kirche. Nicht alles an Beziehungsarbeit kann in nachgehender Seelsorge oder über den digitalen Raum geschafft werden, obwohl es in den letzten beiden Jahren viele Initiativen in dieser Hinsicht gab.

 

Wir erleben, dass Menschen unterschiedliche, einander oft diametral widersprechende Erwartungen an die Kirchenleitung haben, gerade was die strukturelle Erneuerung oder Bewahrung der Tradition betrifft. Aber auch für die aktuelle Corona-Situation trifft das zu: Impfbefürworter und Impfgegner – sie alle wollen ihre Sicht der Dinge unbedingt bestätigt sehen oder man geht auf Distanz. Ein von Ausgewogenheit und Ausgleich bestimmter Zugang wird da oft wenig anerkannt. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass der Geduldsfaden generell dünner geworden ist. Die Jahre der Pandemie hinterlassen auch in diesem Zusammenhang ihre gesellschaftlichen Spuren.

 

Lebendigkeit und Vielfalt durch ehrenamtliches Engagement

 

Bei all den Zahlen sollte aber auch nicht aus dem Blick geraten, dass sich nach wie vor sehr viele Menschen in Oberösterreich der Kirche zugehörig fühlen und sich in ihr engagieren. Dafür ein herzliches Vergelt’s Gott! Über 70.000 Menschen in Oberösterreich stellen sich regelmäßig ehrenamtlich in den kirchlichen Dienst. Bei liturgischen Feiern, in der Begleitung von Menschen oder in den Laienorganisationen wie Katholische Frauenbewegung, Männerbewegung, Jugend, Jungschar oder Bildungswerk. Da im heurigen Jahr auch wieder Pfarrgemeinderatswahlen anstehen, sei an dieser Stelle den vielen tausenden ehrenamtlichen PfarrgemeinderätInnen herzlich gedankt. Dieses vielfältige Engagement zeugt davon, dass wir nach wie vor eine lebendige Kirche sind, getragen von 914.916 KatholikInnen."

 

Bischofsvikar Wilhelm Vieböck

Bischofsvikar Wilhelm Vieböck. © Diözese Linz / Appenzeller

 

 

Mehr zur Statistik unter www.katholisch.at/statistik

 

 

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