Monday 26. July 2021

Pädagogische Werktagung mit Ökoschutz-Appellen beendet

Der Linzer Moraltheologe Michael Rosenberger

Ökosteuer her, Parkplätze weg: Mit Appellen zu einer Intensivierung der Klimaschutz-Bemühungen wurde am 16. Juli 2021 in Salzburg die 69. Internationale Pädagogische Werktagung beendet. Unter den Referierenden: der Linzer Moraltheologe Michael Rosenberger.

Unter dem Titel "Nachhaltig leben lernen" plädierten TheologInnen, Klima-ExpertInnen und PädagogInnen für eine ökologische Lebenshaltung. Der Linzer Moraltheologe Michael Rosenberger forderte etwa die Umsetzung einer Ökosozialen Steuerreform als Alternative zur bisherigen Umweltpolitik, die sich auf Emissionshandel und Subventionen stütze. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von 14. bis 16. Juli mit rund 250 Teilnehmenden gemeinsam vom Katholischen Bildungswerk Salzburg, der Caritas Österreich sowie der Universität Salzburg.

 

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion in der Universität Salzburg am Freitag forderte der Linzer Theologe Michael Rosenberger u. a. die Besteuerung von Klimaschädlichem. "Was an Ökosteuer eingenommen wird, soll aber auch für soziale Zwecke ausgegeben werden, um Gerechtigkeit herzustellen", so der Theologe und Buchautor. Rosenberger diskutierte mit Fridays-For-Future Aktivistin Lena Müller, Spar-Pressesprecherin Nicole Berkmann und Thoma-Holz-Geschäftsführer Florian Thoma zum Thema nachhaltiger Lebensstil.

 

"Solange Parkplätze in den Städten da sind, nutzen die Menschen sie auch. Sind sie weg, dann steigen die Leute um, auf Fahrräder oder Öffis", betonte auch die Fridays-For-Future Aktivistin Lena Müller. Sie plädierte an die Politik bei den Bürgerinnen und Bürgern das Bewusstsein für den Klimaschutz noch intensiver anzukurbeln.

 

Der Linzer Umweltreferent Rosenberger sprach zuvor im Rahmen eines Impulsvortrags "von Mühen und Glück des Verzichts" und "Suffizienz als Schlüssel zur Nachhaltigkeit". Die bisherige Umweltpolitik der meisten Demokratien erschöpfe sich weitgehend in Verordnungen und Subventionen, so Rosenberger. Alternativ dazu gebe es auch eine andere Lösung, eine Ökosoziale Steuerreform.

 

"Theologisch-ethisch gesehen geht es dabei erstens um eine Wertentscheidung: Der spirituelle Wert der Schöpfung als Leih-Gabe des Schöpfers an seine Geschöpfe muss im System der Ökonomie in Geldwerte übersetzt werden. Denn was dort nichts kostet, ist nichts wert", erläuterte der Theologe. Weiters müsse der Gewissensappell der Ethik durch die ökonomischen Belohnungs- und Bestrafungssysteme gestützt statt konterkariert werden. "Es wäre eine hoffnungslose Überforderung, aus ethischen Gründen von den Menschen ein Handeln zu verlangen, das ökonomisch bestraft wird", so Rosenberger.

 

Auch Verzicht und Genügsamkeit spielen dabei laut Rosenberger eine gewichtige Rolle. Beide ermöglichten "nachhaltiges Glück" ermöglichen, denn eine rein extrinsische Motivation über das Geld sei auf Dauer genau so wenig nachhaltig wie eine rein intrinsische Motivation über die Faszination an und Liebe zur Schöpfung.

 

Weitere ReferentInnen der Tagung waren u. a. der Sozialpädagoge und Prior des Europaklosters Gut Aich, P. Johannes Pausch, der emeritierte Dresdener Sozialpädagoge Lothar Böhnisch, Meterologe und Klimaexperte Andreas Jäger und die Tiroler Elementarpädagogin Barbara Benoist-Kosler. Die Grußworte sprach am Mittwoch Bischof Wilhelm Krautwaschl, in Vertretung von Erzbischof Franz Lackner Grußworte; er unterstrich dabei, dass Ökologie und Nachhaltigkeit auch kirchlicherseits zentrale Anliegen seien. Die "Sorge für das gemeinsame Haus" sei zudem untrennbar mit sozialen Fragen wie etwa der Armutsbekämpfung verknüpft.

 

70-Jahre-Jubiläum der Tagung

 

Die nächste Internationalen Pädagogischen Werktagung im Jahr 2022 werde sich um das Thema Spielen drehen, verriet Andreas Gutenthaler, Direktor des Katholischen Bildungswerks Salzburg in einer Aussendung. Es wird gleichzeitig auch das 70-Jahre-Jubiläum der Tagung sein.

 

Die Internationale Pädagogische Werktagung wird vom Katholischen Bildungswerk Salzburg in Kooperation mit der Caritas Österreich und der Universität Salzburg veranstaltet. Sie richtet sich an Personen, die in verschiedenen Berufs- und Handlungsfeldern mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten und ebenso an Studierende. Aktuelle Forschungsergebnisse werden in einer interdisziplinären Zusammenschau von Referierenden vorgestellt, für die pädagogische Arbeit aufbereitet und in Arbeitskreisen vertieft.

 

www.bildungskirche.at/werktagung

 

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