Tuesday 2. March 2021

Protestcamps "für Moria" neben Linz auch an drei weiteren Orten

In Linz fand das fünfte "Wochenende für Moria" auf dem Domplatz statt. Die Protestcamps weiten sich aus: Vom 20. auf den 21. Februar 2021 fanden auch in Haslach, Schärding und Wels Solidaritätsaktionen statt.

Die Zustände in den Flüchtlingslagern in Griechenland und in Bosnien verbessern sich nicht, in vielen Orten in Österreich und in Oberösterreich wird gegen menschenunwürdige Lebensbedingungen und für eine menschenwürdige Asylpolitik protestiert. Die Forderung von Aufnahme von Flüchtlingen in Oberösterreich wurde auch am Wochenende vom 20./21. Februar 2021 durch mehrere Protestcamps unterstützt.

 

Protestcamps 'für Moria' neben Linz auch an drei weiteren Orten

"Wir haben Platz" lautete auch dieses Mal die Botschaft am Linzer Domplatz. © OÖN/Weihbold

 

KünstlerInnen erheben ihre Stimme

 

Beim fünften "Wochenende für Moria" in Linz (am Platz vor dem Mariendom) erhoben KünstlerInnen und AutorInnen ihr Stimme für die Aufnahme Geflüchteter in Österreich.

 

So machte etwa Schauspielerin Bettina Buchholz auf die dramatischen Zustände in den griechischen Lagern aufmerksam. Gemeinsam mit ihrer Tochter Hannah Buchholz las sie einen sehr persönlich gehaltenen Brief einer Psychotherapeutin, die in den vergangenen Monaten auf der griechischen Insel Lesbos tätig war, um traumatisierten Kindern und Müttern beizustehen.

 

Hannah und Bettina Buchholz

Hannah und Bettina Buchholz. © OÖN/Weihbold.

 

Der Regisseur und Schauspieler Franz Froschauer, bekannt aus dem im Linzer Mariendom uraufgeführten Theaterstück "Der Fall Gruber", appellierte an die Empathie der politisch Verantwortlichen und erinnerte in seinen Worten an den Schriftsteller Stefan Zweig, einen Vertriebenen des letzten Jahrhunderts aus unseren Breiten.

 

Franz Froschauer

Franz Froschauer. © OÖN/Weihbold.

 

Auch der Theologe und Autor Thomas Schlager-Weidinger fand deutliche Worte:

„Das Nicht-Aufnehmen-Wollen von Menschen aus den äußerst prekären Flüchtlingslagern an den Grenzen Europas ist aus menschenrechtlicher und moralischer Perspektive betrachtet äußerst fragwürdig.“

Gerade eine christlich-soziale Regierungspartei müsse an ihre zentralen Werte erinnert werden, welche die Würde jedes Menschen im Zentrum habe: „Die aktive Solidarität mit den Schwächsten und die Ermöglichung eines menschenwürdigen Lebens sind Forderungen, für die es gilt, als Mensch, Christ und Künstler die Stimme zu erheben und Zeichen zu setzen."

 

Thomas Schlager-Weidinger

Thomas Schlager Weidinger. © OÖN/Weihbold.

 

Der Linzer Autor Kurt Mitterndorfer unterstrich die Botschaft #WirhabenPlatz:

„Das ist die Wahrheit. Wir haben Platz für die Menschen, die im Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos in unmenschlichen Verhältnissen leben müssen!“

Es sei für ihn unverständlich, dass sich so viele in der österreichischen Regierung mit Händen und Füßen dagegen wehrten, dass Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen müssen, weil sie dort unterdrückt, verfolgt, vergewaltigt, mit dem Tod bedroht werden, endlich ein menschenwürdiges Leben leben könnten, ein Leben in Frieden und Freiheit.

 

Kurt Mitterndorfer

Kurt Mitterndorfer. © OÖN/Weihbold.

 

Katholische Jugend beteiligt

 

Das fünfte Protestcamp dieser Art in Linz wurde von der Plattform Solidarität OÖ / Seebrücke Linz und Umgebung in Kooperation mit Grüner Anker | Jugendkirche Linz, organisiert.

Die Katholische Jugend hatte am Beginn der Fastenzeit am Domplatz ein Labyrinth aus Ziegelsteinen aufgebaut. In dieses Labyrinth wurden brennende Kerzen gestellt - jedes Licht brannte für eine geflüchtete Person. Das Motto des Labyrinths lautet "von wegen - durchatmen" und war für die rund 100 BesucherInnen der Mahnwache am Samstag passend, weil diesen Menschen bewusst war, dass es für die Umsetzung ihrer Forderungen einen langen Atem braucht.

 

Faramaz Karimi
Sarah Rahimi
Lichterlabyrinth am Domplatz

© Weilguni, OÖN/Weihbold.

 

Bei einer weiteren Mahnwache am Sonntag Vormittag brachten Geflüchtete ihre Perspektive ein: Sarah Rahimi aus Linz und Faramaz Karimi aus St. Georgen an der Gusen berührten mit ihren persönlichen Erfahrungen auf der Flucht und in Österreich.

 

Musikalisch wurde die Mahnwache von Eva und Boghdan Hanushevsky begleitet.

 

Protestcamps neben Linz auch in Haslach, Wels und Schärding

 

Die Seelsorgerin Monika Weilguni, eine der MitinitiatorInnen von der Plattform Solidarität OÖ und Moderatorin der Mahnwache, erlebte die gleichzeitig stattfindenden 10 Protest-Camps in Österreich, von denen mit Linz, Haslach, Wels und Schärding vier in Oberösterreich abgehalten wurden, ermutigend.

 

Seelsorgerin Monika Weilguni, eine der MitinitiatorInnen

Seelsorgerin und Mitinitiatorin Monika Weilguni. © OÖN/Weihbold.

 

In Haslach hieß das Motto "40 Tage Menschlichkeit".

In Wels veranstaltetet das Protestcamp die "ZiGe Kollektiv", in der sich auch die Katholische Frauenbewegung engagiert.

In Schärding organisierte Dekanatsassistent Martin Brait ein Protestcamp.

 

"40 Tage Menschlichkeit" war das Motto in Haslach
Protestcamp in Wels
Protestcamp in Schärding

© privat

 

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