Tuesday 4. August 2020

Ausstellung: 1000 Jahre Kloster Traunkirchen

Die 1000-jährige Geschichte des Klosters Traunkirchen ist bedeutend für das gesamte Salzkammergut. Nun wurde zum Jubiläum eine Ausstellung gestaltet.

Fast ein wenig verträumt liegt es da, das Kloster Traunkirchen auf einer markanten Halbinsel im südlichen Bereich des Traunsees. Seine 1000-jährige Geschichte ist bedeutend für das gesamte Salzkammergut. Tourismusverband, Goldhaubengruppe und der Verein ArcheKult haben in den Klostermauern eine Ausstellung zu diesem Jubiläum gestaltet, die unter anderem eine Reise durch die Jahrhunderte des ehemaligen Nonnenklosters bietet.

 

Schon in vorchristlicher Zeit war die Halbinsel von Traunkirchen besiedelt. Der Johannisberg, der das Ortsbild prägt, gilt als alter Opferplatz. Früheste Belege lassen auf eine Klostergründung um das Jahr 1020 schließen. Als erste Äbtissin wurde Ata eingesetzt, sie soll die Tochter des chiemgauischen Grafen Otakar gewesen sein sowie die Schwester von Ottokar I., Markgraf von Steiermark. Ihre Verwandtschaft galt als großzügige Wohltäterin des Nonnenklosters. Als Gründer des religiösen Zentrums des Salzkammerguts wird aber auch Graf Wilhalm von Raschenberg-Reichenhall genannt, denn alljährlich an seinem Todestag, dem 29. September, wurde in Traunkirchen ein Seelenamt für ihn gefeiert und man verteilte Naturalien an Arme.

 

Ausstellung: 1000 Jahre Kloster Traunkirchen

Im ehemaligen Kloster Traunkirchen ist eine Ausstellung zum 1000-Jahr Jubiläum zu sehen. Foto © Sandra Galatz

 

Durch das Vermögen adeliger Frauen gelangten Frauenstifte und Nonnenklöster in jener Zeit zu großen Reichtümern und entwickelten sich zu religiösen und wirtschaftlichen Zentren. Das Kloster Traunkirchen erreichte während der benediktinischen Nonnenzeit seinen Höhepunkt. Das Seelsorgegebiet umfasste Pfarren vom Traunsee bis ins Ausseerland und 23 Nonnen, die vom Nonnberg in Salzburg geholt wurden, kümmerten sich um einen landwirtschaftlichen Betrieb, Bibliotheken, Heilkräutergarten und Klosterapotheke. Die bemerkenswerte Grundherrschaft umspannte das Traunseegebiet, große Teile des Trauntals, Gebiete in der Steiermark, in Niederösterreich sowie Streubesitz im Inn- und Hausruckviertel. Zudem sind Anteile am Hallstätter Salzberg und an einem Silberbergwerk belegt, hohe Renditen aus Wald- und Forstwirtschaft wurden erzielt

 

Nach der Hochblüte im 11. und 12. Jahrhundert verloren die Klöster durch Besitzstreitigkeiten zwischen Adel und Kirche an Einfluss und Reichtum – viele verweltlichten. Mit dem Einzug von Luthers Reformationsgedanken nahmen im Salzkammergut fast 100 Prozent der Bevölkerung den neuen Glauben an – so auch die letzte Äbtissin von Traunkirchen. Im Jahr 1621 wurde das Kloster an die Passauer Jesuiten übertragen, die von hier aus die Gegenreformation im Salzkammergut vorantrieben. Sie waren Meister in der Vermittlung katholischer Glaubensinhalte, inszenierten etwa nach dem Klosterbrand im Jahr 1632 zum ersten Mal eine Fronleichnamsprozession am See und errichteten den ersten Kalvarienberg der Region.

 

Mit Aufhebung des Jesuitenordens 1773 verließen die Ordensmänner auch Traunkirchen. Das Vermögen der Jesuiten wurde mit kaiserlichem Entscheid von staatlicher Seite eingezogen, die Klosterräumlichkeiten nützte man fortan für schulische, wohnliche und Verwaltungszwecke. 1783 wurde Traunkirchen eine Pfarre der Diözese Linz. Heute hat sich das Klostergebäude herausgeputzt, neben kirchlicher Nutzung beherbergen die geschichtsträchtigen Mauern auch Veranstaltungssäle sowie das Handarbeitsmuseum der Goldhaubengruppe. Mit vielen Kulturveranstaltungen und einem aktiven Pfarrleben ist Traunkirchen auch heute ein religiöses und kulturelles Zentrum in der Traunseeregion.

 

Öffnungszeiten Ausstellung:

Juni/September/Oktober 2020: Freitag bis Sonntag von 14-18 Uhr

Juli/August 2020: Donnerstag bis Sonntag 14-18 Uhr

 

Quelle: Sandra Galatz im Kulturbericht Oberösterreich (Ausgabe 07-2020, Seite 20)

 

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