Friday 27. November 2020

Katholische ArbeitnehmerInnen-Bewegung fordert höheres Arbeitslosengeld

Anna Wall-Strasser

Mit einem umfassenden Forderungspaket hat sich die Katholische Arbeitnehmerbewegung Österreich (KABÖ) zum Tag der Arbeitslosen (30. April) und zum Tag der Arbeit (1. Mai)  zu Wort gemeldet.

So spricht sich die KABÖ u. a. für eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes aus, um Armut im Land zu vermeiden. Weiters brauche es höhere Gehälter für Beschäftigte in Pflege, Handel, Transport und Reinigung, verstärkte Arbeitsmarktprogramme und eine deutlichere Politik des sozialen Ausgleichs - soll heißen: "Wer mehr hat, muss mehr beitragen", betonte KABÖ-Bundesvorsitzende Anna Wall-Strasser.

 

Sie betonte zugleich, dass der arbeitsfreie Sonntag für möglichst viele Menschen erhalten bleiben muss und es daher seitens der KABÖ eine klare Absage zur Sonntagsöffnung im Handel gebe. Die aktuellen Ansinnen der Shoppingcenterbetreiber, jetzt Sonntagsöffnung zu erwirken, seien vehement zurückzuweisen. Wall-Strasser verwies dabei auch auf eindeutig ablehnende Stellungnahmen der Allianz für den freien Sonntag Österreich, deren Mitglied die KABÖ ist und der GPA-djp.

 

Arbeitslosengeld zu niedrig

 

Derzeit gebe es in Österreich die höchste Anzahl an erwerbsarbeitslosen Menschen seit Kriegsende. Besonders viele junge Menschen habe die Coronakrise um ihren Arbeitsplatz und Lehrstellenaussichten gebracht, verdeutlicht die KABÖ in der Aussendung die gegenwärtige Problematik. Die Lebenssituation arbeitsloser Menschen sei von Unsicherheit und psychischer Belastung geprägt, die Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz mit ausreichendem Einkommen sei für viele auf längere Zeit sehr gering. Vielen drohe ein Abrutschen in die Armut, weil in Österreich das Arbeitslosengeld besonders niedrig sei.

 

"55 Prozent des letztgültigen Nettogehalts ist insbesondere für die vielen Niedrigverdienerinnen und -verdiener sowie die Teilzeitbeschäftigten zu wenig zum Leben", so Anna Wall-Strasser, Bundesvorsitzende der KABÖ. Eine Erhöhung der Nettoersatzrate auf zumindest 75 Prozent sei daher dringend nötig. Das unterstütze auch die kleinen und regionalen Unternehmen, die auf die Kaufkraft der Menschen angewiesen seien, so Wall-Strasser.

 

Angesichts der schlechten Aussichten am Arbeitsmarkt sei es zudem nötig, Arbeitsmarktprogramme zu stärken, die insbesondere Menschen mit geringer Qualifikation oder gesundheitlichen Einschränkungen unterstützen, so die Vorsitzende: "Im Bereich der gemeinnützigen Arbeit ist genug zu tun - hier braucht es Programme, die es ermöglichen, schnell und unbürokratisch mehr Menschen zu beschäftigen, wie es etwa in der 'Aktion 20.000' klug angedacht war." Daher fordert die KABÖ, dass das Arbeitsmarktservice für die zukünftigen Herausforderungen auch die nötigen Ressourcen erhalten muss.

 

"Mehr als lobende Worte"

 

Die letzten Wochen hätten zudem mehr als deutlich gezeigt, welche Arbeiten im Krisenfall systemrelevant sind, so Wall-Strasser weiter: "Gerade in ebendiesen systemrelevanten Bereichen wie Gesundheit und Pflege, öffentliche Infrastruktur, Handel und Reinigung arbeiten besonders viele Frauen und Migrantinnen bzw. Migranten mit niedrigen Gehältern und unter oft schlechten Arbeitsbedingungen." Hier brauche es mehr als lobende Worte, "denn gerade diese Arbeit muss auch finanziell mehr wert sein", forderte die KABÖ-Bundesvorsitzende.

 

Wall-Strasser wies zudem auf die Prinzipien der Katholischen Soziallehre hin, wonach von denen, die mehr haben, ein größere Beitrag zum Gemeinwohl gefordert wird. Eine gerechte Besteuerung hoher Einkommen sowie von Vermögen und Erbschaften sei daher ein Gebot der Stunde.

 

Kathpress

 

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