Saturday 4. April 2020

„Tanzraum“: Neuer Begegnungsort für Gehörlose und Hörende

Mit dem „Tanzraum“ hat die Diözese Linz gemeinsam mit der Caritas erstmalig einen Bewegungs- und Begegnungsort geschaffen, wo gehörlose und hörende Menschen gemeinsam tanzen.

Inspiriert von Modern Dance, wird das Körpergefühl auf einer neuen Ebene entdeckt. Der Kurs startet am Montag, 2. März, von 17 bis 18.20 Uhr im Red Sapata in der Tabakfabrik in Linz. Vorkenntnisse sind keine erforderlich. Um Anmeldung unter susanne.mair@caritas-linz.at wird gebeten.

 

Die Freude an der Bewegung und der Begegnung mit Menschen aus anderen Lebenswelten weckt das neue Projekt „Tanzraum“. Die Idee dazu hatte Martina Resch von der Diözese Linz: „Mein Sohn ist in den Heilpädagogischen Kindergarten der Caritas im Kompetenzzentrum für Hör- und Sehbildung gegangen. Durch den Kontakt mit den anderen Kindern und Eltern bin ich zum ersten Mal mit der Welt von gehörlosen Menschen in Berührung gekommen. Das hat unter anderem mein Interesse an der Gebärdensprache geweckt.“ Außerdem stellte sie fest, dass das kulturelle Angebot für gehörlose Menschen in Linz „sehr überschaubar“ ist. Als angestellte „Kundschafterin für den öffentlichen Raum“ der Diözese Linz wollte die Theologin das ändern. Sie holte Tanzpädagogin Bettina Traxler und Gebärdensprachdolmetscherin und Musikschullehrerin Magdalena Mülleder ins Boot und hob gemeinsam mit der Caritas den „Tanzraum“, ein Tanzprojekt für gehörlose und hörende Menschen aus der Taufe. „Die Tanzfabrik Red Sapata stellt uns dankenswerterweise die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung“, freut sich Martina Resch. Michael Olchowy, Leiter der Abteilung „Wohnen – Erziehung & Leben Lernen“ der Caritas, zeigte sich von Anfang an begeistert: „Wir sind in unserer täglichen Arbeit bemüht, Angebote für Begegnungen zu schaffen. Der Tanzraum ist so ein Begegnungsort für hörende und gehörlose Menschen und bietet die ideale Gelegenheit, die Welt des jeweils anderen kennen zu lernen und dadurch auch manche bisherige Sichtweisen zu verändern.“

 

Tanzraum (v. l.): Martina Resch, Magdalena Mülleder und Bettina Traxler

V. l.: Martina Resch, Magdalena Mülleder und Bettina Traxler. © Tessi Lehner

 

Die mit den Händen tanzt

 

Während sich die Theologin um die Organisation im Hintergrund kümmert, fällt der Gebärdensprachdolmetscherin Magdalena Mülleder im Kurs eine Schlüsselrolle zu: Sie

dolmetscht die Anleitungen der Tanzpädagogin in die Gebärdensprache. Dabei ist sie nicht nur Dolmetscherin, sondern auch Vermittlerin zwischen den „Welten“ von Hörenden und Gehörlosen. „Eigentlich sollte ein barrierefreier Zugang für Gehörlose auch im tänzerischen und musikalischen Bereich viel selbstverständlicher sein. Es braucht diesbezüglich aber noch mehr Öffentlichkeitsarbeit. Die Teilhabe an der Gesellschaft ist ein Menschenrecht. Ich möchte mit meiner Arbeit und meinem Engagement einen Teil zum Bestehen einer barrierefreien Gesellschaft beitragen“, meint Magdalena Mülleder.

 

Kommunikationsmedium Körper

 

Als Tanzpädagogin ist es Bettina Traxler ein Anliegen, den TeilnehmerInnen Raum, Zeit und Vorschläge zu bieten, um sich selbst besser kennen und akzeptieren zu lernen: „Mir ist wichtig, dass die TeilnehmerInnen zu sich finden und dabei auch das eigene Umfeld wahrnehmen, die Menschen wirklich SEHEN, denen wir begegnen. In einem Alltag, der oft von Hektik geprägt ist, kann das leicht vergessen werden. Bewegung, insbesondere Tanzen, ist für mich die beste Medizin, Stress abzuschütteln, Körper und Geist gesund zu halten, den Moment zu schätzen und Begegnung mit mir selbst und anderen auf einer offenen, ehrlichen Ebene zu ermöglichen."

 

„Es geht nicht darum, eine perfekte Choreografie einzustudieren oder aus den TeilnehmerInnen Profitänzer zu machen. Wir wollen Lust aufs Tanzen machen. Im Mittelpunkt steht, ein Gruppenerlebnis zu erzeugen, den Körper als Kontaktmedium zu erfahren, mit dem man auch ohne Worte andere Menschen kennen lernen kann“, bringt es Tanzraum-Organisatorin Martina Resch von der Diözese Linz auf den Punkt.

 

Der Tanzkurs stellt auch hörende Menschen vor neue Erfahrungen, weil es viele stille Sequenzen gibt, in denen ohne Musik getanzt wird.

 

Magdalena Mülleder (l.) und Bettina Traxler

Magdalena Mülleder (l.) und Bettina Traxler. © Martina Resch

 

Weitere Informationen zum Kurs gibt es unter facebook.com/bewegen.fuehlen.begegnen

 

Termine jeweils montags von 17 bis 18.20 Uhr:

  • 1. Block: 2. März, 9. März, 16. März, 23. März und 30. März 2020
  • 2. Block: 20. April, 27. April, 4. Mai, 11. Mai und 18. Mai 2020

Kosten je Block: 50 Euro

 

Adresse:

Tabakfabrik/Bau 3

Ludlgasse 19, Linz

 

Anmeldung erbeten:

susanne.mair@caritas-linz.at

 

Maria Knapp | Kommunikation Caritas OÖ

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