Friday 15. November 2019

„Fair handeln und fair einkaufen“: Woche der Entwicklungszusammenarbeit in OÖ

Das Land Oberösterreich, die Diözese Linz und andere PartnerInnen setzen mit der Woche der Entwicklungszusammenarbeit (EZAWoche) von 3. bis 10. November 2019 wieder ein klares Zeichen für fairen Handel.

An dieser besonderen Woche beteiligen sich neben zahlreichen PartnerInnen auch die Katholische Privat-Universität Linz, das Welthaus Linz, das Ordensklinikum Linz (Barmherzige Schwestern und Elisabethinen), das Ordensklinikum Wels-Grieskirchen und viele Pfarren als kirchliche Einrichtungen in Oberösterreich.

 

Bereits zum achten Mal in Folge werden im Rahmen der EZA-Woche fair gehandelte Produkte aus Ländern der Entwicklungszusammenarbeit an über 450 Standorten in ganz Oberösterreich angeboten. Neben den beliebten Klassikern des fairtrade-Sortiments wie Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade, werden kunsthandwerkliche Produkte wie Kleidung, Schmuck, Taschen oder Körbe immer beliebter.

 

„Entwicklungszusammenarbeit ist dem Land OÖ schon immer ein großes Anliegen: In der EZA-Woche verbinden wir die vorrangigen Ziele unserer Entwicklungszusammenarbeit und machen damit auch deutlich, dass es nicht selbstverständlich ist, dass es uns in Oberösterreich so gut geht und es daher auch unser Auftrag ist, hier unser Engagement fortzuführen. Durch die Unterstützung von nachhaltigen Projekten wie dem Kauf von EZA-Produkten und der Hilfe zur Selbsthilfe sollen die Lebensverhältnisse in ausgewählten Regionen spürbar verbessert werden“, betont Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, der in der Oö. Landesregierung auch für den Bereich der Entwicklungszusammenarbeit zuständig ist.


„Fair handeln und fair einkaufen“: Woche der Entwicklungszusammenarbeit in OÖ

V.l. Heribert Ableidinger (Welthaus Linz), Mag. Karl Lehner (Oö. Gesundheitsholding), Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, Roswitha Lobe (regionale Koordinatorin oö. Weltläden), KommR Wolfang Benischko (Wirtschaftskammer OÖ), Mag. Dr. Florian Walter (Südwind OÖ). Foto (c) Land OÖ / Mayrhofer.

 

Seit der ersten Woche der Entwicklungszusammenarbeit übernehmen an über 60 Standorten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Weltläden OÖ, des Welthauses Linz (EZA-Organisation der Diözese Linz) und anderen kirchlichen Einrichtungen sowie Schülerinnen und Schüler der Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen die Beratung und den Verkauf. In diesem Jahr beteiligt sich auch wieder der oö. Lebensmittelhandel mit fast 400 Standorten an der Woche der Entwicklungszusammenarbeit. Über 25 Jahre gibt es bereits fair gehandelte Produkte in den Regalen der oö. Lebensmittelbetriebe. Das Sortiment, aber vor allem die Nachfrage an fair gehandelten Produkten, steigt kontinuierlich.

 

Wann und wo ist fair einkaufen möglich?

 

Das Angebot des fairen Einkaufs richtet sich nicht nur an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen und Institutionen, in denen der Verkauf stattfindet, sondern auch an alle Interessierten, die Kundinnen und Kunden, Patientinnen und Patienten oder Studentinnen und Studenten etc. Jede Bürgerin und jeder Bürger ist herzlich eingeladen, an diesen Tagen hochqualitative Lebensmittel zu einem fairen Preis zu erstehen und zugleich seinen Beitrag für einen fairen Handel zu leisten und Solidarität mit den Produzentinnen und Produzenten vor Ort zu zeigen. Gelegenheit dazu gibt es zwischen 3. und 10. November an über 450 Standorten in Oberösterreich.

Alle Veranstaltungen und Termine, teilnehmenden Standorte und Bezirke sind auf der Homepage des Landes Oberösterreich zu finden: www.land-oberoesterreich.gv.at/ezawoche.

 

Oberösterreichische Entwicklungszusammenarbeit in Zahlen

 

Die Diözese Linz und das Land OÖ engagieren sich seit über 50 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit. Die wichtigsten Ziele sind die Bekämpfung der Armut durch Hilfe zur Selbsthilfe, die Förderung einer nachhaltigen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung sowie verstärkte Bewusstseinsbildung in Oberösterreich.

 

Seit dem Beginn der Entwicklungszusammenarbeit in Oberösterreich stiegen die Entwicklungshilfemittel des Landes kontinuierlich von 21.300 Euro im Jahr 1965 auf aktuell 2,1 Millionen Euro im Jahr 2019 an. Mit diesem Budget können jährlich ca. 100 nachhaltige EZA-Projekte verwirklicht und damit Hilfe zur Selbsthilfe für mehr als 500.000 Menschen geleistet werden.

 

PartnerInnen der EZA-Woche

 

Seit Beginn der EZA-Woche im Jahr 2012 zählen sowohl die oö. Weltläden als auch das Welthaus und die landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen zu den Partnern der EZA-Woche. Der Kreis der Projektpartner hat sich seither Jahr für Jahr erweitert.

 

Weltläden OÖ

 

In Österreich gibt es insgesamt 89 Weltläden, in Oberösterreich 12 Weltläden. Sie verkaufen fair gehandelte Produkte aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Die Weltläden verkaufen aber nicht nur fair gehandelte Produkte, sie leisten auch Information und Bildungsarbeit und organisieren Kampagnen, z.B. den jährlichen Weltladentag im Mai. Die Weltläden sind selbstständige Geschäfte, geführt von Vereinen oder Privatpersonen.

„Den Produzentinnen und Produzenten ein menschenwürdiges und selbstständiges Leben durch den Verkauf ihrer Produkte zu ermöglichen ist eine sehr wichtige Aufgabe der Weltläden, seit vielen Jahren“, schildert Roswitha Lobe, regionale Koordinatorin der oö. Weltläden.

Um eine Facette reicher wird das Angebot an fair gehandelten Produkten in der diesjährigen EZA-Woche durch den „COFFEE FOR FUTURE“. Klimaschutz und Fairer Handel gehen dabei Hand in Hand. „Wir möchten mit unserem Angebot auf lokaler Ebene Menschen zum Mitmachen motivieren“, sagt Roswitha Lobe. „Wir können auf vielfältige Art wirksam werden. Wir können zu Produkten greifen, die sozial und ökologisch verträglich sind und wir können uns dafür einsetzen, dass auch in der Klimapolitik was weitergeht.“

Die Mitglieder der mexikanischen Kleinbauernorganisation SPOSEL und die Genossenschaft BOCU aus Uganda am Fuß des Rwenzori-Gebirges ergeben zusammen COFFEE FOR FUTURE: biologisch angebaut, fair gehandelt und von EZA Fairer Handel direkt importiert. Durch die direkte Zusammenarbeit mit EZA Fairer Handel profitieren die Kooperativen von Preisen, die mehr als doppelt so hoch sind wie der aktuelle Weltmarktpreis für Arabica-Hochlandkaffeees. Mit einer zusätzlichen Klimaschutzprämie werden die Genossenschaften bei der Umsetzung ihrer klimafreundlichen Maßnahmen unterstützt.

 

Welthaus Linz

 

„Welthaus Linz ist die entwicklungspolitische Fachstelle der Diözese Linz. Wir haben seit letztem Jahr den Themenschwerpunkt Ernährungsgerechtigkeit. U. a. auch mit diesem Thema unterstützen wir seit den Anfängen die Woche des fairen Handels. Papst Franziskus hat mit seiner Enzyklika Laudato si und mit dem Rundschreiben Evangelii gaudium die Zielrichtung nicht nur für die Christinnen und Christen, nein, sondern für die ganze Menschheit vorgegeben. Und unser Ziel ist einfach gesagt, den Menschen im Globalen Süden mit Projektunterstützungen und mit Bildungsangeboten bei uns in Oberösterreich ein besseres Leben zu ermöglichen“, so Heribert Ableidinger, Geschäftsführer von Welthaus Linz.

 

OÖ Gesundheitsholding GmbH

 

„Es freut uns, dass das Land Oberösterreich die Kliniken der OÖ Gesundheitsholding GmbH heuer bereits zum siebten Mal in die EZA-Aktionswoche eingebunden hat. Damit haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Patientinnen und Patienten sowie Besucherinnen und Besucher in den Kliniken in ganz Oberösterreich und im Zentralraum Linz die Möglichkeit, „fairtrade-Produkte“ direkt vor Ort zu erwerben. Das entspricht auch ganz dem Ziel der OÖG, qualitativ hochwertige Lebensmittel aus regionaler Produktion zu verarbeiten, denn diese Lebensmittel tragen ganz wesentlich zur Gesundung vieler unserer Patientinnen und Patienten bei“, so OÖGGeschäftsführer Mag. Karl Lehner, MBA.

 

Fachhochschule Oberösterreich, Campus Linz und Campus Hagenberg

 

Die Teilnahme an der EZA-Woche ist an der FH OÖ an den Fakultäten in Hagenberg und Linz mittlerweile zu einem Fixpunkt geworden. „Als Bildungseinrichtung sehen wir es auch als unsere Aufgabe, Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Themen Fairer Handel und nachhaltiger Konsum, die angesichts der drohenden Klimakatastrophe wichtiger denn je sind, zu sensibilisieren“, sind sich die Dekane Christian Stark (Linz) und Berthold Kerschbaumer (Hagenberg) einig. Heuer stehen neben den Verkaufstagen am 7. und 8. November zwei Ausstellungen am Programm, die von 25. Oktober bis 15. November über die „Bittersüßen Bohnen“ Kaffee (Campus Linz) und Kakao (Campus Hagenberg) informieren.

 

Südwind Oberösterreich

 

Mit zwei Veranstaltungen und vier Ausstellungen bringt sich Südwind auch heuer wieder in die EZA-Woche ein. „Am 4. November zeigen wir im Moviemento den neuen Film von Erwin Wagenhofer ‚But Beautiful‘ mit anschließendem Filmgespräch. Die Radtour ‚mobil.fair.kochen‘ beweist am 9. November, dass faires und ökologisches Einkaufen auch im tiefsten Herbst möglich ist. Außerdem sind im Landesdienstleistungszentrum, den FHs Linz und Hagenberg sowie dem Stadtamt Traun unsere Ausstellungen zu Ernährungsthemen – Kakao, Kaffee, Tee und Südfrüchte – zu sehen“, beschreibt Dr. Florian Walter die Aktivitäten von Südwind OÖ.

 

Oö. Lebensmittelhandel

 

„Der Oberösterreichische Lebensmittelhandel beteiligt sich heuer bereits zum zweiten Mal an der EZA Fairtrade Initiative des Landes Oberösterreich. Denn nach überaus positiven Rückmeldungen unserer Mitgliedsbetriebe im Vorjahr sind wir heuer gerne wieder mit dabei. Viele Betriebe werden im Rahmen der EZA-Woche wieder ein erweitertes Fairtrade-Sortiment und Gewinnspiele anbieten. Damit erwarten wir neuerlich eine überdurchschnittlich hohe und positive Kundenresonanz.“, so KommR Wolfgang Benischko.

Das Ziel von Fairtrade ist es, einen bedeutenden Entwicklungsbeitrag zu leisten und das Leben der an der Produktion beteiligten Menschen und Familien in den Anbauländern zu verbessern. Daher ist es wichtig, beim Kauf auf das Fairtrade Logo zu achten. Denn nur so ist sichergestellt, dass die umfangreichen sozialen, ökologischen und ökonomischen Standards auch eingehalten werden. „Durch den Kauf von Fairtrade Produkten tragen unsere Kunden dazu bei, die Armut durch Hilfe zur Selbsthilfe zu bekämpfen und eine nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung vor Ort in den jeweiligen Ländern sicher zu stellen.“

 

Fairtrade ist nicht Banane

Unter dem Hashtag #fair4you wurde jungen OberösterreicherInnen unter anderem die Frage "Warum ist Fairtrade nicht Banane?" gestellt. Foto CC0_pixabay.com / IsaacFryxelius

 

Warum fair nicht Banane ist?

 

Diese und auch fünf weitere Fragen zum Thema Fairer Handel werden heuer seit dem 8. Oktober gezielt jungen Oberösterreicherinnen und Oberösterreichern gestellt, und zwar im Rahmen einer erstmaligen Kooperation mit der 4YOUcard, der Jugendkarte des Landes OÖ. Bei Beantwortung dieser Fragen unter dem hashtag #fair4you gab es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wöchentlich faire Sachpreise zu gewinnen. Aktiv unterstützt wird diese Aktion auch von der Johannes Kepler Universität Linz, der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, der Katholischen Privatuniversität Linz sowie der Fachhochschule Oberösterreich (Campus Linz und Campus Hagenberg), um gezielt junge Menschen auf die Bedeutung des fairen Handels aufmerksam zu machen. „Dass unseren oberösterreichischen Jugendlichen FAIRNESS am Herzen liegt, zeigen nicht nur die rege Teilnahme am Gewinnspiel sondern insbesondere die Antworten auf die gestellten Fragen“, freut sich Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer über das Engagement der jungen Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher.

 

Weitere Projektpartner

 

Alle Projektpartner, zu denen u.a. auch noch das Kepler Universitätsklinikum Linz, das Ordensklinikum Linz –- Barmherzige Schwestern und Elisabethinen, das Klinikum Wels-Grieskirchen sowie zahlreiche oö. Pfarren und Gemeinden zählen, unterstützen die EZA-Woche mit großem Engagement. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass das Thema Entwicklungszusammenarbeit und die Handlungsmöglichkeiten jedes Einzelnen bewusst gemacht werden.

 

Welthaus Linz (Entwicklungspolitische Fachstelle der Diözese Linz)

Katholische Privat-Universität Linz

Ordensklinikum Linz (Barmherzige Schwestern und Elisabethinen)

Klinikum Wels-Grieskirchen

www.land-oberoesterreich.gv.at/ezawoche

 

Quelle: OÖ Landeskorrespondenz

 

Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

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