Monday 22. July 2019

Johannes Hofer von Bischof Manfred Scheuer zum Priester geweiht

Priesterweihe von Johannes Hofer im Linzer Mariendom.

Am Samstag, 29. Juni 2019, dem Hochfest der Apostel Petrus und Paulus, wurde um 10 Uhr Johannes Hofer im Linzer Mariendom von Bischof Manfred Scheuer zum Priester geweiht.

An diesem Tag feierten auch zahlreiche Priester ihr Weihejubiläum – unter ihnen die beiden emeritierten Bischöfe Maximilian Aichern und Ludwig Schwarz.

 

Johannes Hofer wurde 1986 in Linz geboren und wuchs bei seinen Eltern und mit zwei jüngeren Geschwistern in Windhaag bei Perg auf. Nach der Matura an der Handelsakademie in Perg trat er 2009 ins Priesterseminar der Diözese Linz ein. Nach dem Propädeutikum in Horn studierte er in Salzburg und Innsbruck katholische Fachtheologie. Am 10. November 2018 wurde Hofer von Bischof Manfred Scheuer im Linzer Mariendom zum Diakon geweiht. Er ist derzeit in der Pfarre Wels-Hl. Familie als Diakon tätig und wird dort mit 1. September 2019 zum Kooperator bestellt.

 

Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer feierte mit etwa 400 Gläubigen im Linzer Mariendom den Festgottesdienst zur Priesterweihe. Mit ihm feierten die emeritierten Bischöfe Dr. h. c. Maximilian Aichern OSB, Dr. Ludwig Schwarz SDB, Generalvikar DDr. Severin Lederhilger OPraem, die Bischofsvikare Dr. Johann Hintermaier, Mag. Maximilian Mittendorfer, Dr. Adi Trawöger und Wilhelm Vieböck, der Regens des Linzer Priesterseminars Mag. Michael Münzner, der Spiritual des Linzer Priesterseminars Dr. Stefan Ulz, der Regens des Priesterseminars der Diözese Innsbruck Mag. Roland Buemberger, der Leiter der Abteilung Priester und Diakone der Diözese Linz Dr. Martin Füreder, Dompfarrer Dr. Maximilian Strasser, Mitglieder des Linzer Domkapitels, der Generaldechant und Pfarrer in Wels-Hl. Familie Dr. Slawomir Dadas, der Pfarrer aus Hofers Heimatort Windhaag/Perg Mag. Josef Michal, Diakon Mag. Anton Birngruber sowie Angehörige, Freunde, Priesterseminar-Kollegen, Pfarrangehörige aus Windhaag/Perg und Wels-Hl. Familie und Wegbegleiter des Neupriesters sowie viele Priester aus den oö. Pfarren.

 

Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst vom Vokalensemble der Dommusik Linz unter der Leitung von Domkapellmeister Mag. Josef Habringer. An der Orgel musizierte Domorganist Dr. Wolfgang Kreuzhuber.

 

Priesterweihe von Johannes Hofer im Linzer Mariendom

Festgottesdienst zur Priesterweihe von Johannes Hofer. © Andrzej Gorgol 

 

Emeritierte Bischöfe Aichern und Schwarz begingen Jubiläum der Priesterweihe

 

Auch zahlreiche Priester, die rund um den 29. Juni ihr Weihejubiläum begehen, waren gekommen. Unter ihnen waren die emeritierten Bischöfe Maximilian Aichern OSB und Ludwig Schwarz SDB. Der Benediktiner Maximilian Aichern war vor 60 Jahren, am 9. Juli 1959, in Subiaco bei Rom zum Priester geweiht worden, der Salesianer Don Boscos Ludwig Schwarz hatte die Priesterweihe vor 55 Jahren, am 29. Juni 1964, in Benediktbeuern (Bayern) empfangen.

 

Informationen zu den Weihejubiläen

 

 

Freude und Dankbarkeit als Grundworte der Berufung und Sendung

 

Am Beginn des Gottesdienstes bekräftigte der Weihekandidat seine Bereitschaft zum priesterlichen Dienst mit den Worten: „Hier bin ich“. Der Regens des Linzer Priesterseminars, Mag. Michael Münzner, bezeugte, dass der Weihekandidat gut vorbereitet ist, das Volk Gottes seine Weihe unterstützt und dass er für würdig gehalten wird, die Priesterweihe zu empfangen. Hierauf wurde der Kandidat von Bischof Scheuer zum Priester erwählt.

 

Der Kandidat bestätigt seine Bereitschaft zur Weihe

Weihekandidat Johannes Hofer bestätigt seine Bereitschaft. © Andrzej Gorgol 

 

In seiner Predigt erzählte Bischof Manfred Scheuer eingangs, er habe kürzlich auf dem Großvenediger mit Extrembergsteigern und Wirtschaftsmanagern über Bergsteigen und Spiritualität gesprochen. Dabei sei vieles zur Sprache gekommen, was man vom Bergsteigen auf den Beruf übertragen könne: die Überwindung des inneren Schweinehunds, Training, Schwitzen, Wagnis und Unternehmergeist, Mut zum Risiko, aber auch die Verantwortung füreinander in einer Seilschaft, das Schauen aufeinander, der Respekt vor dem Berg oder das Wissen um die eigenen Grenzen. Am wichtigsten, so habe ein erfahrener Bergsteiger gemeint, sei die Freude. Die Freude an Gott und die Begleitung durch andere hätten auch Weihekandidat Johannes Hofer die Kraft gegeben, durch Schwierigkeiten und Herausforderungen hindurch seinen Weg zu gehen. Scheuer wörtlich: „Freude und Dankbarkeit sind Grundworte der Berufung und Sendung. Und mit der Freude willst du anstecken, sie weitergeben. Du willst mitteilen, was dir selbst zur Quelle der Freude und des Lebens geworden ist: die Freundschaft und die Liebe Jesu Christi.“

 

Für ihn, Scheuer, sei es entscheidend, die priesterliche Berufung „nicht von der Selbstbehauptung, von der Selbstinszenierung oder von der Abgrenzung her“ zu definieren. Von Christus her gedacht gehe es vielmehr um eine Berufung des Dienstes und der Bezogenheit. Oder von der Eucharistie her gesehen, die die symbolisch zusammengefasste Biografie Jesu sei: „Wenn wir die eigene Identität, die eigene Biografie im Licht von Inkarnation, Leben, Tod und Auferstehung Jesu deuten, so dürfen wir zunächst bedenken, dass uns in Jesus Christus Gott als einer begegnet, der sich wahrhaft und bedingungslos der Schöpfung zuwendet. Es ist dem christlichen Glauben eigen, dass der Mensch sich von Gott unbedingt erwünscht, gewollt und angenommen weiß. Das ist Gnade und Berufung.“ Das Erkennen der Gnade der eigenen Berufung könne daher nie Anlass zu stolzer Überheblichkeit, sondern nur Anlass zu Dankbarkeit sein. Scheuer wörtlich: „Die Dankbarkeit und Freude über das Wirken Gottes an uns ist das Fundament von Berufung. Dankbarkeit befreit uns von dem zwanghaften und verfehlten Bemühen, Berufung, aber auch Strukturen, Prozesse oder die Zukunft selbst „machen“ zu wollen bzw. zu müssen. Dankbarkeit hat eine befreiende Wirkung. Sie befreit von selbstbezogener Enge und Ängsten; sie öffnet den Blick auf andere. Dankbarkeit blickt nie bloß zurück, sondern bewährt sich im Vorausblick. Dankbarkeit auf Zukunft gerichtet ist Hoffnung.“ Dem Weihekandidaten Johannes Hofer sagte Bischof Scheuer zu: „Du bist berufen, Diener der Freude und der Schönheit zu sein.“

 

Bischof Manfred Scheuer bei seiner Predigt.

Bischof Scheuer zu Johannes Hofer: „Du bist berufen, Diener der Freude und der Schönheit zu sein.“ © Andrzej Gorgol 

 

Scheuer stellte in seiner Predigt die provokante Frage: „Brauchen wir Priester?“ Sehr häufig seien Priester gut bei den Leuten verankert, gehörten dazu und würden auch gebraucht. Andere wieder signalisierten, keinen Priester mehr zu brauchen. Scheuer zu Johannes Hofer: „Es ist gut, wenn du dein Selbstbewusstsein und Selbstverständnis als Priester nicht davon beziehst, dass alle nach dir fragen und alle dich mögen. Fatal wäre auch die Haltung, sich in die Beleidigung und in den Opferstatus zurückzuziehen mit der Botschaft und Anklage: Niemand mag mich, keiner versteht mich, keiner braucht mich.“ Die größte Herausforderung, auch in der Diözese, sieht der Bischof darin, dem Evangelium ein Gesicht zu geben und Zeuge Jesu zu sein: „Es ist Aufgabe des Priesters, auf Christus zu zeigen, ihn zu bezeugen, Menschen zu Christus zu führen und zu ihm mitnehmen. Mission ist das Weitersagen dessen, was für mich selbst geistlicher Lebensreichtum geworden ist und dies – im Sinn von ‚Evangelisierung‘ – auf die Quelle zurückführen, die diesen Reichtum immer neu speist: auf das Evangelium, letztlich auf Jesus Christus selbst und meine Lebensgemeinschaft mit ihm.“ Letztlich, so Scheuer, gehe es bei der Weitergabe des Glaubens und bei Mission, aber auch bei den diözesanen Prozessen darum, „das zu zeigen, was man liebt: Jesus zu zeigen, von dem wir sicher sein dürfen, dass er uns liebt“.

 

Der Bischof nannte einen zweiten wichtigen Pol für das Verständnis des priesterlichen Dienstes: „Seit der frühen Kirche ist der Gedanke lebendig, dass der Priester die Kirche und die Gemeinde repräsentieren soll: Die Christen, auf deren Gebet hin und für deren Dienst jemand ordiniert wird, müssen sich in ihm wiedererkennen und vertreten fühlen können. Es geht um ein „Füreinander-da-Sein, Mitschauen, Mitbeten. Es ist wichtig, dass wir aufeinander schauen, dass wir die mitnehmen, denen es nicht gut geht.“ Leitung vom Weiheversprechen her funktioniere nur im Mitdenken mit den anderen Gemeinden und als Mitarbeiter des Bischofs, so Scheuer.

 

Die Kirchengestalt der vergangenen Jahrhunderte sei einer großen Veränderung unterworfen, Strukturen, Sicherheiten und Institutionen seien fragwürdig geworden. Dies habe massive Auswirkungen für das Selbstverständnis des pastoralen Dienstes, für die Plausiblität, die ein Seelsorger für sein Tun erwarten könne, so Scheuer. Der Bischof: „Man kann darauf depressiv mit einer Fixierung auf eine heile Vergangenheit reagieren. Ist es nicht aber auch möglich, diese gegenwärtige Situation anders zu deuten und zu leben? Die Krise bietet auch die Chance zum Exodus, zum Aufbruch. Es ist nicht die Zeit, viele Hütten zu bauen. Gläubige Existenz ist mit Abraham, dem Volk Israel oder auch mit Jesus unterwegs in einem fremden Land, unterwegs zu etwas, was noch nicht zu fassen ist Dabei wird es gut sein, dass das Gepäck leicht ist.“ Der Seelsorger der Zukunft werde sehr bescheiden leben müssen; er werde ein Hören auf andere sowie die Bereitschaft zum Lernen, zur Korrektur, zur Zusammenarbeit brauchen. „Behutsamkeit, Empathie, Hinhören, ohne etwas oder jemanden zu unterwerfen: Dieser Geist der Evangelischen Räte ist eine wichtige Grundlage, auch für uns auf dem Zukunftsweg der Katholischen Kirche in Oberösterreich“, schloss Scheuer.

 

Predigtgedanken von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

 

Bereitschaft zum priesterlichen Dienst an den Menschen

 

Nach der Predigt von Bischof Manfred Scheuer erfolgte die Weihezeremonie. Nach der Anrufung des Heiligen Geistes in einem gemeinsamen Lied fragte Bischof Scheuer den Weihekandidaten nach seiner Bereitschaft, als Priester die Gemeinde im Sinne des Evangeliums zu leiten, das Wort Gottes als Botschaft zu verkünden, die Sakramente der Kirche als Arznei und Stärkung für die und mit den Gläubigen zu feiern, sich unter der Leitung des Bischofs um die Anliegen der Diözese zu kümmern, den Armen, Kranken, Heimatlosen und Notleidenden zu helfen und sein Leben auf der persönlichen Beziehung mit Christus zu errichten. Die Antwort des Kandidaten: „Ich bin bereit“. Danach legte Johannes Hofer sein Gehorsamsversprechen gegenüber dem Bischof und seinen Nachfolgern ab.

 

Während der Heiligenlitanei, in der die Heiligen von der Gottesdienstgemeinde als Fürsprecher und Helfer angerufen wurden, lag der Weihekandidat ausgestreckt auf dem Boden der Altarinsel – als Zeichen der Hingabe, Bereitschaft und Demut vor Gott.

 

Danach empfing der Kandidat kniend die Weihe durch Handauflegung und Gebet von Bischof Manfred Scheuer. Nach dem Bischof legten auch die emeritierten Bischöfe Maximilian Aichern und Ludwig Schwarz und die anwesenden Priester dem Weihekandidaten einzeln die Hände auf.

 

Anschließend halfen zwei Mitbrüder dem Neugeweihten beim Anlegen der priesterlichen Gewänder. Danach salbte Bischof Scheuer seine Handflächen mit Chrisam – verbunden mit der Bitte um Stärkung für den Dienst am Volk Gottes. Hierauf überreichte der Bischof dem Neupriester das Brot auf der Hostienschale und den Wein im Kelch mit den Worten: „Empfange die Gaben des Volkes für die Feier des Opfers. Bedenke, was du tust, ahme nach, was du vollziehst, und stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes.“ Mit einer herzlichen Umarmung begrüßte Bischof Manfred Scheuer den Priester im neuen Amt. Auch die Mitbrüder umarmten und beglückwünschten den Neugeweihten als Zeichen der Verbundenheit im gemeinsamen Dienst. Die gesamte Gottesdienstgemeinde gratulierte dem Neupriester mit herzlichem Applaus.

 

Der Kandidat liegt ausgestreckt auf dem Boden der Altarinsel.
Bischof Manfred Scheuer weiht Johannes Hofer durch Gebet und Handauflegung.
Bischof em. Dr. Ludwig Schwarz SDB, der heute sein 55-jähriges Weihejubiläum beging, legt Johannes Hofer die Hände auf.
Bischof em. Dr. h. c. Maximilian Aichern OSB, der am 9. Juli sein 60-jähriges Weihejubiläum begeht, legt Johannes Hofer die Hände auf.
Zwei Mitbrüder helfen Neupriester Johannes Hofer beim Anlegen der priesterlichen Gewänder.
Salbung der Hände
Überreichung von Brot und Wein
Umarmung durch Bischof Scheuer

© Andrzej Gorgol 

 

 

Primiz und Nachprimiz in Windhaag bei Perg und in Wels-Hl. Familie

 

Am Ende des Gottesdienstes spendete der Neupriester der Feiergemeinde den Primizsegen – als Lobpreis und Vorzeichen für das seelsorgliche Wirken im Alltag für Priester und Gläubige: ein Segen sein und Segen bringen in der Welt.

 

Der Neupriester Johannes Hofer spendet am Ende des Gottesdienstes den Primizsegen.

Der Neupriester Johannes Hofer spendet am Ende des Gottesdienstes den Primizsegen. © Andrzej Gorgol 

 

Um 14.30 Uhr spendete Hofer bei einer Dankandacht in der Linzer Ursulinenkirche den Einzelprimizsegen. In seiner Heimatgemeinde Windhaag bei Perg finden am 29. Juni um 19.30 Uhr ein Empfang und ein Abendlob statt. Den Primizgottesdienst feiert Johannes Hofer am Sonntag, 30. Juni um 9.30 Uhr in der Pfarre Windhaag, um 15.00 Uhr findet eine Dankandacht statt. Die Nachprimiz feiert Hofer am Sonntag, 7. Juli 2019 um 10.00 Uhr bei einem Festgottesdienst in der Pfarre Wels-Hl. Familie.

 

Priesterweihe Johannes Hofer

V. l.: Der Regens des Priesterseminars der Diözese Innsbruck Mag. Roland Buemberger, Bischof em. Dr. Ludwig Schwarz SDB, Neupriester Mag. Johannes Hofer, Bischof Dr. Manfred Scheuer, Generalvikar DDr. Severin Lederhilger OPraem, Regens Mag. Michael Münzner und der Generaldechant und Pfarrer in Wels-Hl. Familie Dr. Slawomir Dadas. © Andrzej Gorgol 

 

Fünf gebürtige Oberösterreicher empfangen 2019 die Priesterweihe

 

Insgesamt werden fünf Oberösterreicher in diesem Jahr zum Priester geweiht, zwei davon in Oberösterreich. H. Mag. Vitus Glira OPraem (*1992) aus Berg an der Krems wurde am 6. Juni 2019 im Stift Schlägl von Bischof Manfred Scheuer zum Priester geweiht. Der aus Altmünster stammende Richard Hansl (*1985) und der gebürtige Welser Mag. Clemens Haunschmidt (*1990), beide aus der Erzdiözese Wien, wurden am 22. Juni 2019 im Wiener Stephansdom durch Kardinal Christoph Schönborn zum Priester geweiht. Mag. Johannes Hofer (*1986) aus Windhaag bei Perg wird am 29. Juni 2019 im Linzer Mariendom durch Bischof Manfred Scheuer zum Priester geweiht. Der aus Steyr stammende D. Mag. Leopold Jürgen Baumberger OPraem (*1987) aus dem Stift Wilten wird am 30. Juni 2019 in der Stiftskirche Wilten die Priesterweihe durch Bischof Hermann Glettler empfangen.

 

Artikel zu den 5 oö. Priesterkandidaten (Linzer KirchenZeitung online)

 

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