Friday 19. April 2019

Palmweihe bis "Urbi et orbi": Dichtes Programm für den Papst

Papst Franziskus hat in den Kar- und Ostertagen ein dichtes liturgisches Programm vor sich. Höhepunkte sind die Chrisammesse am Gründonnerstag, der Kreuzweg am Karfreitag und die Liturgien von Osternacht und Ostersonntag samt Segen "Urbi et orbi".

Die Karwoche startete Franziskus wie üblich mit der Palmsonntagsmesse (14. April) auf dem Petersplatz.

 

Am Gründonnerstag (18. April) feiert der Papst zunächst am Vormittag die Chrisammesse im Petersdom. Dabei wird das gleichnamige Öl gesegnet, das unter anderem bei Priesterweihen verwendet wird. Am Abend steht dann der Gründonnerstags-Gottesdienst mit Fußwaschung im Polizeigefängnis Casa Circondariale di Velletri in der Nähe von Rom auf dem Programm.

 

Der Karfreitag (19. April) beginnt um 17 Uhr mit einer Papstliturgie im Petersdom. Ab 21.15 Uhr meditiert der Papst mit mehreren Zehntausend Gläubigen am antiken Kolosseum über den letzten Leidensweg Jesu. Die Kreuzwegandacht, bei der Gläubige im Schein von Kerzen an den Weg des Leidens und Sterbens Jesu über 14 Stationen erinnern, zählt zu den eindrücklichsten Feiern der Kar- und Ostertage in Rom.

 

Wie der Vatikan vorab mitteilte, werden die Gebetstexte zum Kreuzweg heuer von der italienischen Ordensfrau Eugenia Bonetti verfasst. Die 79-Jährige ist Vorsitzende der Vereinigung "Slaves no more" und bekannt als Aktivistin gegen Menschenhandel und Sklaverei. Auf Bonettis Anregung hin erklärte Franziskus den 8. Februar zum kirchlichen Gedenktag für die Opfer von Sklaverei und Menschenhandel, der seit 2015 begangen wird.

 

Die Feier der Osternacht beginnt unter der Leitung des Papstes am Karsamstag (20. April) bereits um 20.30 Uhr in der Vatikan-Basilika. Zu Beginn wird das Osterfeuer gesegnet. Die große brennende Holzkohlenschüssel steht im Atrium des Petersdoms.

 

Die Ostermesse mit Papst Franziskus ist für den Sonntag (21. April) um 10.15 Uhr auf dem Petersplatz vorgesehen. Um 12 Uhr schließt sich der feierliche Segen "Urbi et orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") an, den Franziskus von der Mittelloggia des Petersdoms aus spendet. ORF 2 überträgt Messe und Segen live.

 

Papst Franziskus

Papst Franziskus. © Stefano Spaziani

 

 

Segen "Urbi et orbi"

 

Der Segen "Urbi et orbi" ist ähnlich wie die Grundgebete der katholischen Kirche im Bewusstsein vieler Menschen tief verankert. Was aber steht eigentlich hinter dem Begriff?

 

"Urbi et orbi" ist die Kurzbezeichnung für einen besonders feierlichen päpstlichen Segen, der der Stadt (Urbs) Rom und dem ganzen Erdkreis (Orbis) gilt. In der Formel kommt der weltumfassende Anspruch der katholischen Kirche zum Ausdruck. Sie geht auf die römische Antike zurück. Damals galt Rom als Inbegriff der Stadt schlechthin und als Mittelpunkt des Erdkreises. Der Segen ist untrennbar mit den kirchlichen Hochfesten Ostern und Weihnachten verbunden; dann nämlich spendet ihn der Papst vom Balkon des Petersdoms aus.

 

Der lateinisch gesprochene Segen, der so viel wie "der Stadt und dem Erdkreis" bedeutet, beinhaltet die Bitte an Gott, alle Sünden zu vergeben und den Menschen eine Zeit echter und fruchtbarer Reue und die Besserung des Lebens zu schenken, so dass Christus sie zum Ewigen Leben führen kann. Eng damit verbunden ist nach katholischer Lehre deshalb auch ein vollkommener Ablass der Sündenstrafen für jene, die den Segen hören oder sehen und die guten Willens sind.

 

Er bezieht sich auf alle zeitlichen Sündenstrafen. Voraussetzung für seinen Erhalt ist, dass die jeweilige Schuld durch Beichte, Kommunionempfang und Gebete sowie Werke der Buße schon getilgt ist. War früher für diesen Empfang die physische Anwesenheit des Empfängers auf dem Platz bzw. in Sichtweite des Spenders notwendig, so kann der Segen seit 1967 auch über Radio, seit 1985 über das Fernsehen und seit 1995 auch über das Internet gültig empfangen werden.

 

Lange Zeit waren mit dem "Urbi et orbi" auch Oster- beziehungsweise Weihnachtsgrüße des Papstes verbunden. Johannes Paul II. und Benedikt XVI. verlasen sie in mehr als 60 Sprachen. Franziskus verzichtet auf diesen Brauch. Die Spendung des Segens in dieser Form und mit dieser Bezeichnung obliegt alleinig dem Papst. Zu bestimmten Anlässen können ihn aber auch Kardinäle und Bischöfe im Auftrag des Papst erteilen.

 

Der Vatikan verwendet die Formel "Urbi et orbi" außerdem für bestimmte Dokumente, die weltweite Geltung beanspruchen. Weitere Anlässe für ihren Gebrauch sind Selig- und Heiligsprechungen, besondere Ablässe sowie der erste Segen, den ein Papst nach seiner Wahl spendet.

 

Kathpress

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