Freitag 18. Januar 2019

Österreich: Kirchenbeitragseinnahmen auf 461 Millionen Euro gestiegen

Der Großteil der Einnahmen der Diözesen stammt aus dem Kirchenbeitrag.

Die katholischen Diözesen in Österreich können für 2017 leichte Steigerungen beim Kirchenbeitragsaufkommen und insgesamt ausgeglichene Bilanzen verzeichnen.

Das geht aus der österreichweiten kirchlichen Gebarungsübersicht hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Der Großteil der Einnahmen der Diözesen stammt aus dem Kirchenbeitrag. 2017 waren es über 461 Millionen Euro (knapp 76 Prozent der Gesamteinnahmen), 2016 lagen die Kirchenbeiträge bei 451 Millionen Euro. Zwei Drittel der Budgets sichern die kirchliche Basisstruktur und die Seelsorge. So wurden laut Rechenschaftsbericht für die Pfarren und die pastoralen Aufgaben insgesamt 393 Millionen Euro aufgewendet, was einem Anteil von über 65 Prozent an den Gesamtausgaben entspricht.

Das unter den zehn katholischen Diözesen akkordierte Zahlenwerk enthält neben einer Gebarungsübersicht auch einen Rechenschaftsbericht, der so wie im Vorjahr einen detaillierteren Einblick in Einkünfte und Aufwendungen zulässt als früher. Insgesamt verzeichnen die Diözesen 2017 Gesamteinnahmen in der Höhe von etwas über 609 Millionen Euro (2016: 604 Millionen). Dem stehen Aufwendungen von 602 Millionen Euro (2016: 602 Millionen) gegenüber. Aufgrund eines positiven Finanzergebnisses weist die Gebarungsübersicht der Diözesen insgesamt ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) in der Höhe von rund 23 Millionen Euro (2016: 19 Millionen) und ein Gesamtbudget von knapp 625 Millionen Euro aus (2016: 621 Millionen).

Kirchenbeitrag ist finanzielle Basis

Wichtigste Einnahmequelle der Diözesen ist der Kirchenbeitrag mit über 461 Millionen Euro und einem Anteil von knapp 76 Prozent an den Erlösen und Erträgen. Die staatlichen Leistungen zur Abgeltung von NS-Schäden machen rund 48 Millionen Euro und somit 8 Prozent an den Einnahmen aus. Die restlichen über 99 Millionen Euro und damit 16 Prozent der Einnahmen stammen aus der Vermögensverwaltung, aus Vermietungen, Leistungen, Subventionen und sonstigen Erträgen.

Der Großteil der Ausgaben entfällt mit fast 377 Millionen Euro (2016: 369 Millionen) auf die Personalkosten (rund 63 Prozent) für die Tausenden Beschäftigten im kirchlichen Dienst. Diese Position korrespondiert mit dem Gros der Mittel, die für seelsorgliche und pfarrliche Aufgaben aufgewendet werden. Dabei ist der Personalaufwand für die LaienmitarbeiterInnen höher als für den Klerus und beträgt knapp 223 Millionen Euro (2016: 214 Millionen) bzw. 37 Prozent der Aufwendungen. Beim Klerus schlagen rund 102 Millionen Euro (2016: 101 Millionen) an Personalkosten sowie knapp 52 Millionen Euro für die Altersversorgung (2016: 54 Millionen) zu Buche, was zusammen 26 Prozent der Aufwendungen ausmacht. Die Bau- und Erhaltungskosten sind 2017 auf knapp 35 Millionen Euro gefallen (2016: 43 Millionen) – was einem Anteil von 6 Prozent an den Gesamtausgaben entspricht. Der restliche Sachaufwand beinhaltet Zuschüsse für Pfarren und andere kirchliche Stellen, Kosten für Instandhaltung, Material und Energie sowie sonstige Ausgaben und machte 191 Millionen Euro (2016: 190 Millionen) bzw. 31 Prozent aus.

Der Rechenschaftsbericht bietet ergänzend eine thematische Darstellung der Ausgabenstruktur. Daraus ist ablesbar, dass neben den Aufwendungen für Pfarren und Seelsorge mit rund 393 Millionen Euro und damit etwas unter 66 Prozent (2016: 395 Millionen) die Ausgaben für Leitungs- und Organisationsaufgaben mit 110 Millionen Euro bzw. 18 Prozent (2016: 106 Millionen) zu Buche schlagen. Drittgrößte Position in der Mittelverwendung sind Ausgaben für Bildung, Kunst und Kultur mit über 74 Millionen Euro oder 12,5 Prozent (2016: 76 Millionen). Die Aufwände für soziale und caritative Aufgaben sowie für die Entwicklungshilfe lagen bei rund 25 Millionen Euro (2016: 24 Millionen), das sind 4 Prozent der diözesanen Budgets.

Über das größte Budget verfügte auch 2017 die Erzdiözese Wien mit Einnahmen von über 130 Millionen Euro (2016: 129 Millionen). Der Anteil des Kirchenbeitrags konnte 2017 auf 103 Millionen Euro (2016: 102 Millionen) leicht gesteigert werden. Laut Gebarungsübersicht bilanziert die Erzdiözese Wien mit einem EGT von 41.000 Euro knapp positiv. Den größten Anteil an den Ausgaben haben auch hier mit 78 Millionen Euro die Personalkosten für die rund 1.600 hauptamtlichen MitarbeiterInnen (2016: 77,6 Millionen).

Die Kennzahlen der weiteren Diözesen – absteigend sortiert – lauten:

Diözese Linz: 125,6 Millionen Euro Einnahmen (2016: 122,5 Millionen), davon 92,6 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2016: 90,2 Millionen), positives EGT mit 10,5 Millionen (2016: 9,2 Millionen).

Diözese Graz-Seckau: 101,1 Millionen Euro Einnahmen (2016: 106 Millionen), davon 69,3 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2016: 68 Millionen), positives EGT mit 7,8 Millionen (2016: 9,3 Millionen).

Diözese St. Pölten: 55,1 Millionen Euro Einnahmen (2016: 56,7 Millionen), davon 46,9 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2016: 46,3 Millionen), negatives EGT mit 0,5 Millionen (2016: positives EGT mit 0,4 Millionen).

Erzdiözese Salzburg: 54,5 Millionen Euro Einnahmen (2016: 52 Millionen), davon 46,4 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2016: 44,2 Millionen), negatives EGT mit 2 Millionen (2016: negatives EGT mit 1,9 Millionen).

Diözese Innsbruck: 47,8 Millionen Euro Einnahmen (2016: 47,2 Millionen), davon 34,1 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2016: 33,3 Millionen), positives EGT mit 2,7 Millionen (2016: 2,3 Millionen).

Diözese Gurk-Klagenfurt: 35,3 Millionen Euro Einnahmen (2016: 34,4 Millionen), davon 26,7 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2016: 26,2 Millionen), positives EGT mit 1,3 Millionen (2015: 2,2 Millionen).

Diözese Feldkirch: 30,4 Millionen Euro Einnahmen (2016: 29,5 Millionen), davon 24,6 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2016: 23,6 Millionen), positives EGT mit 0,2 Millionen (2016: negatives EGT mit 1,1 Millionen).

Diözese Eisenstadt: 27,4 Millionen Euro Einnahmen (2016: 24,5 Millionen), davon 17,5 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2016: 17,3 Millionen), positives EGT mit 2,1 Millionen (2016: negatives EGT mit 2,7 Millionen).

Diese und weitere Zahlen und Fakten auch im Internet unter: http://kirchenfinanzierung.katholisch.at/kirchenfinanzen

 

Quelle: www.kathpress.at

 

 

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