Sonntag 18. November 2018

Greisinghof: Besonderes NS-Opfergedenken und neuer Regionaloberer

Seit 13. August 2018 ist P. Helmut Brandstetter Regionaloberer der Marianisten in Österreich und Deutschland. Seine Aufgabe übernahm er im Greisinghof am Gedenktag des Seligen P. Jakob Gapp. Zuvor gedachte man der Opfer des NS-Regimes.

Der Bibelgarten füllte sich mit über 200 Personen, die am frühen Abend auf Anregung der Historikerin Erna Putz der unzähligen Opfer des NS-Regimes aus den Bezirken Perg und Freistadt gedachten. Wie in einer Litanei wurden die Namen der Verfolgten und Getöteten aufgerufen. Andreas Schnee, Musiker und Pädagoge an der ehemaligen Marianisten-Schule und dem jetzigen Stiftergymnasium in Linz, komponierte dafür sechs Stücke für vier Bläser. Sie wurden im Bibelgarten uraufgeführt.  Das erstmalige Gedenken in dieser Form ging weiter mit einer kurzen Prozession zum Denkmal für P. Jakob Gapp, Marianist am Greisinghof und vor 75 Jahren in Berlin hingerichtet, abgeschlossen. Der Abschiedsbrief, den Gapp vor der Hinrichtung an seinen Oberen geschrieben hat, wurde vorgelesen. Singend zogen die TeilnehmerInnen weiter in die Kirche.

 

Amtsübergabe an P. Brandstetter

 

„Was machst du aus deinem Leben, aus dem Material deines Lebens?“, fragte in der Predigt der bisherige Regionalobere P. Hans Eidenberger, der nach zehn Jahren sein Amt übergab. In Anlehnung an einen Diamanten, der aus reinem Kohlenstoff besteht, führte Eidenberger das Bild weiter: „Ein Diamant besteht aus demselben Kohlenstoff, aus dem auch Ruß besteht. Es kommt auf die Anordnung der Moleküle an. Das Ordensleben ist eine Einladung, die Struktur des Lebens so anzuordnen, dass aus dem Kohlenstoff kein Rußhaufen, sondern ein Diamant werden kann.“ Den neuen Regionaloberen charakterisierte er als einen Menschen, „der Gott sucht und der immer wieder Ausschau hält nach einem neuen Herzen. Gerade die Brüche des Lebens sind Orte, wo das Licht eindringen kann.“ Die ganze Gottesdienstgemeinde erinnerte Eidenberger: „Ihr alle seid Missionare, Gesandte, aus der Herzmitte heraus zur Herzmitte des Anderen.“

 

Der neue Regionalobere P. Brandstetter legte im Rahmen der Eucharistiefeier, an der alle Mitbrüder und auch zahlreiche diözesane Vertreter  teilnahmen, sein Versprechen ab. In seinen Worten betonte er: „Wir sitzen alle in einem Boot. Wir sind als Marianisten eine starke Gruppe, auch wenn wir weniger geworden und älter sind. Als Familie sind wir unterwegs und wollen einander stärken und zusammenarbeiten.“ Brandstetter erwähnte mit Blick auf die letzten Jahre, „dass es gelungen ist, mit Weisheit und Klugheit Laien in die Verantwortungen mit hereinzunehmen. Diesen Kurs gilt es fortzusetzen. Auch wenn es manchmal stürmisch zugeht, dann sollten wir wissen: Jesus ist an Bord.“

 

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vl: Der scheidende Regionaloberer der Marianisten, P. Eidenberger, und der neue Regionaloberer, P. Brandstetter. © fkaineder

 

Ernennung durch die Generalleitung der Gesellschaft Mariä

 

Ernannt wurde P. Helmut Brandstetter zum Regionaloberen der Region Österreich-Deutschland am 18. Juni 2018 von der Generalleitung in Rom. P. Brandstetter ist 1960 in Reichenstein in OÖ geboren und ist seit 1984 Marianist. Er wirkte als Lehrer und Direktor am Marianum Freistadt. Seit 2011 wohnt er in der Kommunität der Marianisten in Wien 18, Michaelerstraße. Er empfing 2014 die Priesterweihe und ist derzeit Schulseelsorger und Lehrer an der Albertus-Magnus Schule in Wien 18, die in der Trägerschaft der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs (VOSÖ) ist. P. Brandstetter ist seit vielen Jahren Mitglied des Regionalrates und hat das Amt des Assistenten für Erziehung inne.

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