Sonntag 23. September 2018

Vatikan-Journalistin Sailer: Frauen in der Kirche nur Randthema

Vatikan-Journalistin Gudrun Sailer

Frauen sind in der katholischen Kirche weiterhin nur ein Randthema, auch wenn sich unter Papst Franziskus bereits vieles verbessert habe: So die Einschätzung der aus Österreich stammenden Vatikan-Journalistin Gudrun Sailer.

Gudrun Sailer äußerte sich zum Thema in einem Interview mit "Vatican News" aus Anlass des Weltfrauentages. Päpste sprächen "fast immer über die Frau in der Gesellschaft", bisher habe aber noch kein Papst darüber gesprochen, dass "etwa die Frauen in der Kirche noch nicht an dem Platz wären, der ihnen zustünde".

 

Der Weltfrauentag sei dennoch ein wichtiges Thema im Vatikan, so Sailer, die bereits mehrere Bücher zum Thema Frauen in der Kirche publiziert hat. Als positives Beispiel nannte sie Papst Johannes Paul II., der als erster Papst 1987 den Weltfrauentag bei einem Angelusgebet öffentlich genannt und gewürdigt hatte. Auch unter Papst Franziskus sieht die Journalistin einen Aufschwung für Frauen, setze sich dieser doch für eine "Theologie der Frau" ein.

 

Positive Beispiele für eine Verbesserung der Situation der Frauen in der Kirche macht Sailer etwa in der laufenden Debatte um den Frauendiakonat, die Bestellung einer Frau als Direktorin der Vatikanischen Museen oder die Verdoppelung der weiblichen Untersekretäre von zwei auf vier aus. Franziskus habe "für die Frau in der Kirche Räume geöffnet, die vorher verschlossen aussahen", so die Autorin von "Papst Franziskus. Keine Kirche ohne Frauen". Für Franziskus seien Frauen auch ein "wirksames Gegenmittel zu Klerikalismus, überzogener Härte, Unbarmherzigkeit in der katholischen Kirche", so die Journalistin.

 

Die Päpste setzten sich laut Sailer seit den späten 1980er Jahren mit dem Weltfrauentag auseinander, und das obwohl er keine christliche Vorgeschichte habe, sondern eine "sozialistische Erfindung" und 100 Jahre alt sei. Trotzdem werde er von den Päpsten genutzt, um auf die "großen Lücken im Gewebe der Frauenrechte" hinzuweisen. So sprach Johannes Paul II. als Papst über die Rolle der Frau "im Bereich der Familie", Menschenrechte, Bildung, Berufstätigkeit und der "berechtigten Anerkennung der sozialen und zivilen Rechte" der Frauen. Auch Benedikt XVI. und Franziskus haben das Angelusgebet dazu genutzt, um Frauenrechte zu thematisieren.

 

Kathpress

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