Tuesday 2. March 2021

Stift Schlägl auf den Spuren der Spiritualität Martin Luthers

Der Spiritualität Martin Luthers auf die Spur machten sich die rund 150 TeilnehmerInnen beim bereits achten "Dialog Stift Schlägl" im oberösterreichischen Prämonstratenserstift am 27. September 2017.

Bei aller Trauer um die Kirchenspaltung habe die Reformation auch sehr viel Gutes bewirkt, so der Tenor der Veranstaltung, wie das Stift in einer Aussendung mitteilte. Die eigentlichen gemeinsamen Früchte beider Kirchen seien noch jung und ließen sich in der Ökumene sehen. Die Veranstaltung trug den Titel: "Den lebendigen Gott erfahren - Die Spiritualität Martin Luthers im ökumenischen Gespräch." Der Dialog fand heuer wegen Umbauarbeiten im Stift im Vereinshaus Aigen statt.

 

8. Dialog Stift Schlägl
8. Dialog Stift Schlägl

© Stephan Prügl

Der oberösterreichische evangelische Superintendent Gerold Lehner sagte, es gehe im aktuellen Jubiläum "500 Jahre Reformation" darum, von Luther das Christsein und die lebendige Christusverbundenheit in der Kirche zu lernen. Luther sei als Augustinermönch in Erfurt ein "leidenschaftlicher Gottsucher" gewesen, der an die machtvolle Realität Gottes glaubte als den Herrn, den Schöpfer und den strengen Richter, dem der Mensch von sich aus nicht gerecht werden konnte. Das habe bei Luther zu existenziellen Ängsten geführt, die ihn an der Barmherzigkeit Gottes zweifeln ließen. Erst jene Stelle im Römerbrief, wo es heißt "Der aus Glauben Gerechte wird leben", habe ihm Trost und Befreiung aus der Enge gebracht.

Allein aus Gottes Gnade, aus seiner Barmherzigkeit und Liebe werde der Mensch gerechtfertigt und gerettet. Das sei Luthers neue Sicht die ihm Trost, Mut, Gelassenheit und Kampfgeist gebracht hätten, führte der Superintendent aus.

Der Innsbrucker Ökumene-Experte und Jesuit P. Markus Schmidt zeigte das Trennende und Verbindende zwischen Martin Luther (1483-1546) und Ignatius von Loyola (1491-1556) auf. Auch P. Schmidt wies darauf hin, dass Luther, wie auch Ignatius, "leidenschaftliche Gottsucher" gewesen seien, die im Blick auf das Evangelium freilich verschiedene Wege gingen: Luther, situationsbedingt von der Kirche im Stich gelassen, in die Reformation; Ignatius in den Dienst an der katholischen Kirche, der er sich ganz zur Verfügung stellte.

 

Nach dem Dialog gab es Begegnungen und Gespräche der 150 TeilnehmerInnen beim gemeinsamen Imbiss.

 

V. l.: Abt Martin Felhofer, P. Markus Schmidt SJ, Superintendent Gerold Lehner und KirchenZeitungs-Chefredakteur Matthäus Fellinger

V. l.: Abt Martin Felhofer, P. Markus Schmidt SJ, Superintendent Gerold Lehner und KirchenZeitungs-Chefredakteur Matthäus Fellinger. © Stephan Prügl

 

H. Stephan Prügl | Stift Schlägl / Kathpress

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