Montag 20. November 2017

Erfreuliche Wendung bei "Abschiebedrama"

Drohende Abschiebung einer armenisch-christlichen Familie

Der massive Aufschrei in den sozialen Medien, zu einer bevorstehenden Abschiebung einer gut integrierten Familie in Walding, dürfte die Behörden doch zum Einlenken bewogen haben.

Die Vorsitzender Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö), Veronika Pernsteiner, hat in sozialen Medien auf die drohende Abschiebung einer armenisch-christlichen Familie in Walding hingewiesen. Daraufhin gab es einen Sturm der Entrüstung und auch große Medien wurden auf den Fall aufmerksam. Am frühen Dienstagnachmittag kam es dann zu der Wendung. Die Obfrau der örtlichen Flüchtlingsbegleitung "Netzwerk Überbrücken Walding", Brigitte Raffeiner schrieb erleichtert auf Facebook: "Soeben hab ich mit Mane telefoniert, der 9-Jährigen Tochter von Narine. Die Familie ist jetzt auf den Weg zum Bahnhof und in ein 2-3 Stunden kann ich sie nach Hause bringen. Walding. Weil da sind sie daheim.
Ich danke allen, die sich hier engagiert haben. Ich kann es noch nicht glauben, aber wir haben es geschafft. Irgendwo in mir ist immer noch ein Teufelchen, welches es nicht glauben kann. Aber es stimmt. Narine, Mane und Maxim dürfen bleiben!!!!"

 

Was geschah

 

"Fassungslos und erschüttert" hat sich Veronika Pernsteiner, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö), über die drohende Abschiebung einer armenisch-christlichen Familie geäußert. Narines Bughdaryan, seit Juni Witwe und Mutter von Mane und Maxim (9 und 7), lebt seit sechs Jahren im Caritas-Flüchtlingshaus Walding (OÖ); bereits während ihr krebskranker Mann noch im Sterben lag, habe es einen Abschiebeversuch durch die Polizei gegeben, berichtete die mit der Familie gut bekannte Pernsteiner "Kathpress" am Dienstag. Am Montag sei die bestens integrierte und auch in der Pfarre Walding präsente Familie dann tatsächlich abgeholt worden. Pernsteiner forderte, in diesem Fall humanitäres Bleiberecht zu gewähren.

Die Caritas der Diözese Linz plädierte in einer Stellungnahme am Dienstag dafür, die Familie Bughdaryan nicht abzuschieben, "bevor der Antrag auf humanitäres Bleiberecht aufgrund der sehr guten Integration der Familie geprüft und entschieden wurde".

Die jüngsten Ereignisse des "Abschiebedramas in Walding" bei Linz schilderte die Integrationsplattform "Überbrücken" der Gemeinde Walding, die sich seit längerem zusammen mit Pfarre, Gemeinde und Schuldirektion für ein humanitäres Bleiberecht dieser Familie einsetzt: Vater Tigran Bughdaryan, schon bei der Flucht aus Armenien schwer krank, erkrankte in Österreich zusätzlich an Krebs und starb im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz. "Drei Wochen vor seinem Tod fand der erste unrechtsmäßige Abschiebeversuch statt", hieß es in der Aussendung am Dienstag, "die Familie durfte nach der Verhaftung wieder zurück ins Flüchtlingshaus". Beim Begräbnis am 24. Juni in Walding im Beisein vieler Trauergäste aus der Gemeinde hätten die Worte der neunjährigen Mane alle zu Tränen gerührt: "Lieber Papa, ich hab dich sehr lieb, ich weiß, dass du mich auch sehr lieb hast und mich immer beschützt."

Am Montagnachmittag holte die leidgeprüfte Familie die negativ beschiedenen Asylanträge ein, die drei wurden von der Polizei zur Abschiebung abgeholt und befinden sich nun im Familienanhaltezentrum in der Zinnergasse am Stadtrand von Wien. Am Donnerstag sollen sie per Flugzeug zurück nach Armenien gebracht werden - noch bevor das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) über den Antrag auf Humanitäres Bleiberecht entschieden hat. "Wir WaldingerInnen verstehen die Welt nicht mehr!", so die Integrationsplattform "Überbrücken".

 

"Wann Bleiberecht, wenn nicht hier?"

 

Der Verein und auch die nahe von Walding beheimatete, bei der gestrigen Abschiebung anwesende kfbö-Vorsitzende Pernsteiner wiesen darauf hin, dass die Kinder Mane und Maxim Oberösterreich als ihre Heimat betrachten und "Deutsch sprechen, als wäre es ihre Muttersprache". Beide hätten in Walding ihre Freunde und seien gute Schüler. "Auch wenn keine für Asylgewährung Fluchtgründe mehr vorliegen - ich finde, das humanitäre Bleiberecht ist genau für solche Tragödien geschaffen worden", wies Pernsteiner hin. Es sei inhuman, Kinder zu traumatisieren, indem man sie mutwillig aus ihrem vertrauten Lebensumfeld herausreißt.

Via Facebook ersuchte Pernsteiner, einen Petitionsbrief an Innenminister Wolfgang Sobotka zu richten, der "die Abschiebung noch leicht stoppen bzw. zumindest solange aussetzen könnte, bis der Antrag der Familie auf humanitäres Bleiberecht geprüft werden konnte".

Diesem Appell schloss sich am Dienstag auf Anfrage von "Kathpress" auch die Caritas in Oberösterreich an. "Die rechtliche Entscheidung ist das eine - das andere ist die Vorgehensweise, die aus menschlicher Sicht sehr problematisch ist", hieß es in einer Stellungnahme des stellvertretenden Caritasdirektors Gerhard Reischl. Die Caritas habe das Bundesasylamt darum gebeten, den Bleiberecht-Antrag noch zu prüfen, bevor die Familie abgeschoben wird. "Und es ist aus menschlicher Sicht ebenso abzulehnen, eine Mutter zwei Monate nach dem Tod des Mannes mit ihren Kindern abzuschieben", erklärte Reischl.

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