Donnerstag 27. April 2017

Maria Puchheim: Beten für den Frieden

Bischof Manfred Scheuer bei seiner Predigt in Maria Puchheim

Bischof Manfred Scheuer eröffnete am 8. April 2017 in Maria Puchheim einen Reigen von Fatima-Feiern in allen österreichischen Diözesen. Er letete den Gottesdienst und vertraute die Gläubigen der Diözese der Gottesmutter an.

Unter dem Motto "Beten für den Frieden" sind zahlreiche Feiern, Gottesdienste und Veranstaltungen in allen österreichischen Diözesen geplant, bei denen des Fatima-Jubiläums gedacht wird: Vor 100 Jahren, im Mai 2017, gab es im portugiesischen Ort Fatima die ersten Marienerscheinungen.


Oberösterreich eröffnete den Reigen der diözesanen Fatima-Feiern. Der Linzer Bischof Manfred Scheuer feierte am 8. April 2017 die Messe in der Wallfahrtsbasilika Maria Puchheim in Attnang-Puchheim und vertraute dabei die Gläubigen der Diözese Linz der Gottesmutter an.

 

„Vertrauen in die heilmachende Kraft Gottes kann Veränderung und Zuversicht bewirken“


In seiner Predigt betonte Bischof Scheuer, die Botschaft von Maria in Fatima schreibe der Kraft des Gebetes eine ungeheure Sprengkraft zu. Gebet sei das Vertrauen, dass Gott jederzeit und unmittelbar Wege zu mehr Frieden und Gerechtigkeit aufzeigen und anbahnen könne, so Scheuer. Der Bischof wörtlich: „In einer scheinbar durch und durch planbaren Welt setzen Betende auf eine andere Option, die diesem unausweichlichen Lauf der Zeit und Geschichte entgegenläuft. Gebet hat etwas Widerständiges an sich. Es gibt sich nicht zufrieden mit dem Ist-Zustand, es arbeitet an einer Welt, die anders und besser sein soll. Ja, und Gebetserhörungen können den Charakter eines Wunders annehmen, das alle Erwartungen, alles Überschaubare und Verfügbare durchbricht.“ Die Gottesmutter Maria weise in der Botschaft von Fatima eindringlich auf diese Dimension des glaubenden Betens hin. Bischof Scheuer: „Gebet ist in Sprache gegossener Glaube. Wer sich glaubend Gott anvertraut, dem ist es möglich, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen.“

 

Der Bischof unterstrich, die Hinwendung zur Gottesmutter Maria sei keine „Frömmigkeitsübung für wenige Auserwählte“, sondern ein für die gesamte Kirche notwendiger Orientierungsrahmen. Maria sei eine beispielhaft Glaubende und Vertrauende: „In ihrer Bereitschaft, sich auf Gott einzulassen und Gott und nicht dem Menschen alles zuzutrauen, ist sie uns Voraus-Bild und von allen Geschöpfen hervorgehobene Fürsprecherin vor Gott. Stellvertretend für die Kirche ist sie so der Prototyp des Glaubens in ungeteilter Hingabe und Verfügbarkeit.“ Das Gedenken an die Erscheinungen in Fatima, das Meditieren über die Worte an die Hirtenkinder könne den Blick auf Maria wieder neu ausrichten. Ihr Beispiel und ihre Botschaft sei „nichts Weltfremdes, sondern ein Verweis, wie verwundbar, wie heillos die Welt nach wie vor ist, wie sehr aber auch das Vertrauen in die heilmachende Kraft Gottes Veränderung und Zuversicht bewirken kann und muss “, so Scheuer. Friede sei im Großen wie im Kleinen eine Aufgabe, auf die es in Gebet und im persönlichen Einsatz ankommet. Das gelte im privaten Umfeld genauso wie im kirchlichen Miteinander der vielen Gruppen mit ihren unterschiedlichen Formen von Frömmigkeit.

 

Predigt von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

Fatima-Gedenken mit Bischof Scheuer in Maria Puchheim
Fatima-Gedenken mit Bischof Scheuer in Maria Puchheim
Fatima-Gedenken mit Bischof Scheuer in Maria Puchheim
Fatima-Gedenken mit Bischof Scheuer in Maria Puchheim
Fatima-Gedenken mit Bischof Scheuer in Maria Puchheim

 © Josef Fellner

 

 

Fatima-Feiern von Papast und Bischöfen


Wenn am 13. Mai Papst Franziskus das portugiesische Fatima aus Anlass der Marienerscheinungen vor 100 Jahren besucht, weiß er sich verbunden mit Gläubigen in der ganzen Welt, die heuer dieses Jubiläum begehen. In Österreich finden dazu in allen Diözesen Fatima-Feiern, zumeist geleitet vom Diözesanbischof, statt. Ein Höhepunkt ist dabei ein Festgottesdienst im Rahmen der nächsten Vollversammlung der Bischofskonferenz in Mariazell: Dort werden die Bischöfe am 13. Juni bei der Messe um 11.15 Uhr in der Wallfahrtsbasilika die Gläubigen der Gottesmutter anvertrauen.

 

Bereits beim ersten Papstbesuch von Johannes Paul II. hatte dieser in Mariazell am 13. September 1989 Österreich und seine Bewohner der Gottesmutter überantwortet. Auch Papst Benedikt XVI. sprach am 9. September 2007 mittags beim "Angelus" am Stephansplatz ein Gebet, in dem er das Land Österreich und seine Bewohner Maria anvertraute. Unter bewusster Bezugnahme darauf wir der österreichische Episkopat in Mariazell dieses Anvertrauen erneuern.

 

Einen eigenen Höhepunkt bilden die diesjährigen Maria-Namen-Feiern im Wiener Stephansdom, die am 9. September von Erzbischof Franz Lackner und am 10. September von Kardinal Christoph Schönborn geleitet werden. Als Gast kommt der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler, der ein Glaubenszeugnis geben wird. Die Feiern beginnen jeweils um 15 Uhr.

 

Diese Feiern werden so wie wie zahlreiche andere Fatima-Veranstaltungen vom "Rosenkreuz-Sühnekreuzzug" veranstaltet, der seinerseits heuer sein 70-Jahr-Jubiläum begeht und sich geistlich der Botschaft der Gottesmutter an die drei Hirtenkinder vor 100 Jahren verpflichtet weiß. Weitere Veranstaltungen im Rahmen der beiden Jubiläen und Programmdetails sind unter www.rsk-ma.at zu finden.

 

 

Prophezeiung über "Bischof in Weiß"

 

In Fatima war erstmals am 13. Mai 1917 Maria den Hirtenkindern Francisco Marto, Jacinta Marto und Lucia dos Santos erschienen. Durch Mundpropaganda wurden die Kinder und der Ort berühmt. Während einer weiteren Erscheinung am 13. Juli 1917 sprach Maria erstmals jene Prophezeiungen aus, die als "Geheimnisse von Fatima" bekannt wurden. Laut Seherin Lucia (1907-2005), die als einzige der drei Kinder das Erwachsenenalter erreichte, enthielt der erste Teil die Vorhersage eines weiteren Weltkrieges. Das zweite Geheimnis bestand laut Lucia darin, dass Russland sich nach einer Weihe an das "Unbefleckte Herz Mariens" bekehren werde. Den dritten Teil der Weissagung schrieb die Ordensfrau 1944 nieder und verfügte, dass der Text nicht vor 1960 veröffentlicht werden dürfe. Erst Johannes Paul II. publizierte das "dritte Geheimnis" anlässlich der Seligsprechung von Jacinta und Francisco am 13. Mai 2000.

 

Der Text enthält auch die Vision eines "Bischofs in Weiß", der von Schüssen getroffen zusammenbricht. Schwester Lucia und Johannes Paul II. sahen darin einen Bezug auf das Papstattentat vom 13. Mai 1981. Nach dem französischen Lourdes ist Fatima der meistbesuchte Marienwallfahrtort in Europa. Zuletzt besuchte 2010 Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. Fatima. Auch Johannes Paul II. (1978-2005) und Paul VI. (1963-1978) reisten dorthin.

 

Kathpress, (be)

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