Samstag 22. Juli 2017

Spitzenvertreter der Diözese Linz zum Rücktritt von Landeshauptmann Josef Pühringer

Anlässlich des Rücktritts von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer würdigten Bischof Manfred Scheuer und Caritas-OÖ-Direktor Franz Kehrer in einer ersten Stellungnahme das gute Miteinander und die Unterstützung Pühringers.

Bischof Dr. Manfred Scheuer in einer ersten Stellungnahme zum Rücktritt von Landeshauptmann Pühringer, den dieser in einer Pressekonferenz am 7. Februar 2017 im Linzer Landhaus bekanntgegeben hatte: „Mit Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer verlässt ein Mann die politische Bühne, der trotz der Fülle an Verantwortung und Aufgaben den konkreten Menschen nicht aus dem Blick verloren hat und dem es ein Anliegen war, in seinem politischen Handeln stets das Gemeinsame über das Trennende zu stellen. Der Katholischen Kirche maß er eine hohe gesellschaftliche Bedeutung bei und sie fand in ihm einen wohlmeinenden Dialogpartner. Die Zusammenarbeit im Bildungswesen, bei sozialen Fragen und der Entwicklungshilfe, die Förderungen von Bauprojekten in den Pfarren und der Erhalt des kirchlichen Kulturguts waren ihm ein Herzensanliegen. Ich möchte ihm dafür meinen tiefen Dank aussprechen und ihm Gottes Segen für die Zeit nach der Politik wünschen.“

 

Bischof Manfred Scheuer bei seiner Amtseinführung im Jänner 2016 mit Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer

Bischof Manfred Scheuer bei seiner Amtseinführung im Jänner 2017 mit Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer. © Diözese Linz / Wakolbinger

 

 

Der Direktor der Caritas OÖ, Franz Kehrer, MAS, über den scheidenden Landeshauptmann: „Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer war stets auch der soziale Ausgleich wichtig. Das zeigt sich darin, dass in Oberösterreich die Betreuung von Menschen mit Behinderungen oder von alten Menschen im Bundesländervergleich sehr gut ist, trotz aller Herausforderungen weitere Plätze sicherzustellen und die erreichten Qualitätsstandards für die betreuten Menschen abzusichern. Besonders zeichnet ihn aber sein Engagement für die Entwicklungszusammenarbeit aus. Er hat sich immer wieder auch persönlich ein Bild von den Projekten in den Partnerländern der Caritas Oberösterreich gemacht und diese maßgeblich unterstützt, wofür ich ihm herzlich danke. Ich hoffe darauf, dass sein Nachfolger das Wohl aller Menschen in Oberösterreich im Blick hat und das soziale Miteinander ganz oben auf die politische Agenda setzt.“

 

Franz Kehrer, MAS, Direktor der Caritas OÖ

Franz Kehrer, MAS, Direktor der Caritas OÖ. © Caritas OÖ / Eva Stiftinger

 

 

Förderer von Kirche in vielen Bereichen

 

Der ehemalige Religionslehrer Josef Pühringer, der seit Kindertagen auch pfarrlich engagiert ist, blieb der Katholischen Kirche in Oberösterreich auch in seiner Funktion als Landeshauptmann immer verbunden. So stieg in seiner Zeit als Referent für Entwicklungszusammenarbeit das dafür vorgesehene Landesbudget kontinuierlich und beträgt für das Jahr 2017 insgesamt 2,1 Mio. Euro. Damit können mehr als 100 Projekte im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt werden, die fast 600.000 Menschen Hilfe zur Selbsthilfe geben. Diese finanzielle Unterstützung kam auch kirchlichen bzw. diözesanen Einrichtungen und deren Projekten in Entwicklungsländern zugute. Pühringer nahm sich mehrfach die Zeit, um Projekte zu besuchen, die das Land Oberösterreich unterstützt.

 

Auch im Bereich Bildung, Wissenschaft und Kultur war Landeshauptmann Pühringer stets ein großer Förderer der Katholischen Kirche in Oberösterreich. So unterstützte das Land Oberösterreich unter seiner Ägide nicht nur die Katholische Privat-Universität (vormals Katholisch-Theologische Privat-Universität), sondern ist auch Mitveranstalter der renommierten Ökumenischen Sommerakademie im Stift Kremsmünster, die bereits 18 Mal stattfand. Eine ebenso befruchtende kulturelle Zusammenarbeit zwischen Land OÖ und Kirche war im Jahr 2016 der Höhenrausch zum Thema „Andere Engel“. Großzügige Landeszuschüsse ermöglichten die Renovierung bzw. den Neubau von Pfarrheimen und Pfarrkirchen bzw. die Umgestaltung von Altarräumen. Darüber hinaus erhielten kirchliche Einrichtungen mehrfach den „Denkmalpreis des Landes OÖ“.

 

Das Engagement von Landeshauptmann Josef Pühringer für ein menschenwürdiges Leben für alle zeigt sich auch in Preisen, die er initiierte bzw. unterstützt. So vergibt das Land OÖ etwa seit 1996 den „Menschenrechtspreis“, der bereits an kirchliche Einrichtungen ging, bzw. unterstützt den „Solidaritätspreis“ der Linzer KirchenZeitung. Pühringer würdigte mit Landesauszeichnungen auch regelmäßig das Engagement von Menschen, die sich haupt- oder ehrenamtlich in der Kirche engagieren.

 

Pühringer war es auch, der 2012 den österreichweit einzigartigen Oö. Religionsbeirat ins Leben rief. Darin sind alle in Oberösterreich aktiven anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie eingetragenen Bekenntnisgemeinschaften vertreten. Der Oö. Religionsbeirat tritt unter dem Vorsitz von Pühringer halbjährlich zu Arbeitstreffen zusammen.


Kirchliche Auszeichnungen

 

Am 14. Dezember 2004 wurde Josef Pühringer von der damaligen Katholisch-Theologischen Privatuniversität (heute Katholische Privat-Universität) Linz die Würde eines Ehrensenators verliehen. Am 5. Juli 2005 zeichnete der damalige Diözesanbischof Maximilian Aichern Landeshauptmann Pühringer mit dem Großkreuz zum Orden des hl. Papstes Silvester I. („Silvesterorden“) aus.

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