Sonntag 19. November 2017

Drei Linzer Bischöfe feierten gemeinsam das Fest Maria Empfängnis

V. l.: Bischof em. Maximilian Aichern, Bischof Manfred Scheuer und Bischof em. Ludwig Schwarz am Fest Maria Empfängnis | 8. Dezember 2016, Linzer Mariendom

Eine besonders festliche Note hatte in diesem Jahr das Patrozinium des Linzer Mariendoms, das am 8. Dezember um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst begangen wurde: Bischof Manfred Scheuer hatte seine beiden Vorgänger eingeladen, mit ihm zu feiern.

Die emeritierten Bischöfe Maximilian Aichern und Ludwig Schwarz dankten für gemeinsame 50 Jahre im Bischofsamt.

 

Mit den drei Bischöfen Manfred Scheuer, Maximilian Aichern und Ludwig Schwarz und den Gläubigen feierten die Mitglieder des Linzer Domkapitels, der Subregens des Linzer Priesterseminars Michael Münzner und die Diakone Fridolin Engl und Peter Schwarzenbacher. Gekommen waren auch Abordnungen des Malteserordens und des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.

 

Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst vom Linzer Domchor und vom Domorchester unter Domkapellmeister Josef Habringer mit der „Missa Sancti Nicolai“ von Joseph Haydn. An der Rudigierorgel musizierte Domorganist Wolfgang Kreuzhuber, an der Chororgel Heinz Reknagel.

 

Fest Maria Himmelfahrt mit den drei Linzer Bischöfen | 8. Dezember 2016, Linzer Mariendom
V. l.: Bischof em. Maximilian Aichern, Bischof Manfred Scheuer und Bischof em. Ludwig Schwarz am Fest Maria Empfängnis | 8. Dezember 2016, Linzer Mariendom
Fest Maria Himmelfahrt mit den drei Linzer Bischöfen | 8. Dezember 2016, Linzer Mariendom
8. Dezember 2016, Linzer Mariendom

© Diözese Linz / Dostal


 

„Maria ist eine Mitliebende Gottes“


In seiner Predigt betonte Bischof Manfred Scheuer ausgehend vom lateinischen Begriff für unbefleckte Empfängnis, „immaculata conceptio“, in Maria sei das ursprüngliche Konzept Gottes vom Menschen verwirklicht worden. Maria habe sich nicht anstecken, nicht vergiften, nicht mitreißen lassen vom Sog der Sünde. Scheuer wörtlich: „Das ist nicht in dem Sinn misszuverstehen, dass sie es leicht gehabt hätte und souverän von Erfolg zu Erfolg geeilt wäre. Sie war hineingestellt in die harte Welt der Arbeit. Ihre Vorstellungen von Zukunft wurden durchkreuzt. Erfahrungen, keinen Platz zu haben und auf der Flucht zu sein, waren ihr nicht fremd. Auch ihre Beziehung zu Jesus war nicht einfach lieb und nur harmonisch. In den Evangelien wird sie vor den Kopf gestoßen. Wenn Jesus selbst versucht worden ist, dann wird Maria wohl auch versucht worden sein. Maria ist ohne Erbsünde empfangen, das heißt, Prägungen durch andere, die Ansteckungskraft der Sünde haben bei ihr nicht gegriffen. Sie stand im Kraftfeld der Gnade. Gott selbst unterbricht bei ihr von innen her die Verstrickung in die Geschichte der Sünde.“


Mit Maria habe Gott einen Neubeginn gesetzt, jedoch sei die Erwählung Marias nicht als Privileg zu deuten, so Scheuer weiter: „Der schielende und neidige Vergleich, das Messen von Zahlen ist nicht der angemessene Zugang zur Wirklichkeit von Gnade. Die Erwählung Marias ist im Hinblick auf die Erlösung der Menschen zu verstehen. In Maria leuchtet das Bild der gelungenen Schöpfung, die Ikone des glaubenden Menschen, die Verheißung des erlösten Menschen, das Urbild der Kirche auf. Gnade ist das künstlerische Wirken Gottes an ihr; Gnade setzt Freiheit und die Dynamik des Mittuns und Mitwirkens frei. Maria ist eine Mitarbeiterin Gottes, eine Mitliebende Gottes.“

 

Bischof Manfred Scheuer bei seiner Predigt.

Bischof Manfred Scheuer bei seiner Predigt. © Diözese Linz / Dostal


Scheuer deutete das Fest Maria Empfängnis als eine Ermutigung und Einladung, der Freude auf der Spur zu bleiben: „Wir dürfen unser Leben und unsere Berufung als Kunstwerk verstehen, das Gott wirkt.“ Der amtierende Linzer Bischof schloss mit einem Zitat von Ignatius von Loyola: „Nur wenige Menschen ahnen, was Gott aus ihnen machen kann, wenn sie sich ihm vorbehaltlos anvertrauen.“

 

Predigt von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen


 

Maximilian Aichern und Ludwig Schwarz: Gemeinsam 50 Jahre im Bischofsamt


Ein besonderes Bild bot sich am Patrozinium des Linzer Mariendoms den BesucherInnen des Festgottesdienstes: Mit Bischof Manfred Scheuer zelebrierten seine beiden Amtsvorgänger, die beide ein Jubiläum im Bischofsamt begehen. Am 17. Jänner 2017 ist es 35 Jahre her, dass Bischof em. Dr. h. c. Maximilian Aichern OSB im Linzer Mariendom von Kardinal Dr. Franz König zum Bischof geweiht wurde. Sein Wahlspruch lautet: „In caritate servire“ (In Liebe dienen). Bischof em. Dr. Ludwig Schwarz SDB wurde am 25. November vor 15 Jahren im Wiener Stephansdom von Kardinal Christoph Schönborn zum Bischof geweiht. Sein Wahlspruch lautet: „Servite Domino in laetitia“ (Dienet dem Herrn in Freude). Beim Festgottesdienst dankten die beiden emeritierten Bischöfe für gemeinsame 50 Jahre im Bischofsamt.

 

8. Dezember 2016, Linzer Mariendom
V. l.: Bischof em. Maximilian Aichern, Bischof Manfred Scheuer und Bischof em. Ludwig Schwarz am Fest Maria Empfängnis | 8. Dezember 2016, Linzer Mariendom

© Diözese Linz / Dostal


Am Ende des Gottesdienstes wandte sich Bischof Manfred Scheuer mit herzlichen Dankesworten an seine beiden Vorgänger im Linzer Bischofsamt. Bischof em. Aichern, der von 1981 bis 2005 an der Spitze der Diözese gestanden hatte, würdigte er als wachen Zeitgenossen, der sich bis heute mit den großen Fragen der Zeit, der Welt und der Menschen auseinandersetze. „Du hattest das Bischofsamt in einer Konfliktgesellschaft, in vielfältigen Polarisierungen zu realisieren. Auffallend war und ist deine große Gelassenheit und innere Ausgewogenheit. Du lebst aus der Mitte des Glaubens und hast das Charisma der Unaufgeregtheit.“ Aichern habe als Benediktiner die „Stabilitas loci“, die „Beständigkeit des Ortes“, versprochen. „Du bist innerlich ein Benediktiner geblieben, aber auch äußerlich und spirituell zum Wanderprediger, zum Wanderer, vielleicht manchmal auch zum Vagabunden geworden“, so Scheuer mit einem Augenzwinkern. Er dankte Bischof em. Aichern für dessen Dienst und dessen starke Präsenz in der Diözese. „Du bist für uns ein großer Segen.“

 

Dankesworte an Bischof Maximilian Aichern zum Nachlesen


Seinen unmittelbaren Amtsvorgänger Bischof em. Ludwig Schwarz, der von 2005 bis 2015 die Diözese leitete, beschrieb Scheuer als freundlichen, fröhlichen und humorvollen Oberhirten, der die Freude an Gott im Herzen habe. Der Salesianer Ludwig Schwarz habe das Charisma Don Boscos in das Bischofsamt eingebracht und sein Wirken an den drei salesianischen Säulen Liebenswürdigkeit, Vernunft und Vertrauen auf den liebenden Gott ausgerichtet. Scheuer dankte dem Jubilar für dessen Dienst auch nach der Pensionierung: „Vergelt’s Gott, dass du in Oberösterreich geblieben bist und ein Bischof i. R. – in Rufweite – bist!“

 

Dankesworte an Bischof Ludwig Schwarz zum Nachlesen

 

Bischof Manfred Scheuer (r.) dankt Bischof em. Maximilian Aichern
Bischof Manfred Scheuer (r.) dankt Bischof em. Ludwig Schwarz.

© Diözese Linz / Dostal

 

 

8. Dezember: Patrozinium des Linzer Mariendoms


Der Linzer Mariendom ist der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, geweiht. Wenige Monate, nachdem Papst Pius IX. das Dogma von der unbefleckt empfangenen Jungfrau Maria verkündet hatte, gab Bischof Franz Joseph Rudigier am 13. April 1855 den Bau einer Domkirche bekannt. Sie soll ein Denkmal der Liebe zur Mutter Gottes sein. Am 1. Mai 1862 wurde von Bischof Rudigier der Grundstein für die Erbauung die größte Kirche Österreichs, den Linzer Mariendom, gelegt. Für die folgenden 62 Jahre sollte der Dombau in Linz die größte Baustelle Europas sein, bei der modernste Techniken der Steinmetzkunst zum Einsatz kamen. Am 1. Mai 1924 wurde der Dom von Bischof Johannes Maria Gföllner als Marienkirche geweiht und 1935 fertiggestellt.

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