Dienstag 26. September 2017

Jesuiten: Segnung der Brucknerorgel und des Ignatiushauses

Die umfangreichen Sanierungsarbeiten sind abgeschlossen, das Ignatiushaus der Jesuiten und die Brucknerorgel in der Ignatiuskirche sind wieder einsatzbereit. Bischof Manfred Scheuer nahm am 3. Dezember 2016 die feierliche Segnung vor.

Zahlreiche Gäste aus dem kirchlichen und politischen Leben, allen voran Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, nahmen an der Feier teil. In seiner Predigt nahm Bischof Scheuer auf die Renovierungsarbeiten Bezug: „Viele haben mit Herz, Hand, Verstand und auch mit ihrem Geld dazu beigetragen. Die Renovierung war und ist ein äußerer Vorgang, sie ist aber auch ganz wichtig für die Seelen und für Beziehungen untereinander. Eine Renovierung ist ein Bekenntnis zur Gegenwart und Zukunft des Glaubens und des Jesuitenordens in Linz. Danke, dass Ihr ein Ort der Versöhnung und der Orientierung gewesen seid und es in neuer Weise sein wollt.“

 

Anton Bruckner würdigte Bischof Scheuer als Komponisten, dessen Musik die Begegnung mit dem lebendigen Gott eröffne und erschließe. Scheuer wörtlich: „Die ganze Lebensmelodie Anton Bruckners ist dem höchsten Ziel gewidmet: 'Mein Lied ist der Herr' (Ps 118). Diese Melodie vereint die Gegensätze von 'demütiger Anbetung und hochjauchzendem Lobgesang' musikalisch und in der Person des Komponisten. Bruckner ist durchaus ein 'Vorbeter' in der Begegnung mit dem Göttlichen, nicht nur mit seinen kirchenmusikalischen Werken wie dem Te Deum, der E-moll-Messe, Locus iste oder mit dem Ave Maria. Es ist ein Leben aus der Kraft der Begegnung. Gelingendes und beglückendes Leben ist Begegnung: mit Natur und Musik, mit Menschen und mit Gott. Die Sehnsucht nach Beziehung und Freundschaft findet ihre letzte Erfüllung in der Begegnung mit dem DU Gottes, auf das Bruckner in seinen Kompositionen hinweist.“

 

Predigt von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

Bischof Manfred Scheuer bei der Segnung, links Kirchenrektor P. Peter Gangl SJ

Bischof Manfred Scheuer bei der Segnung, links Kirchenrektor P. Peter Gangl SJ . © Jesuiten Linz

 

Sanierung des Ignatiushauses der Jesuiten, Domgasse 3, Linz

 

Die Generalsanierung des Ignatiushauses der Jesuiten in der Domgasse 3 ist nach einem guten halben Jahr abgeschlossen. Die Sanierung war nach mehreren Rohrbrüchen in den letzten Jahren und schadhaften Leitungen dringend notwendig geworden. Der Sanierungsplan umfasste Heizungs- und Elektroinstallationen, Wärmedämmung, Brandschutzmaßnahmen und den Einbau von Nasseinheiten in den einzelnen Wohnbereichen. Trotz mancher Überraschungen beim vorgefundenen Baubestand konnte aufgrund der guten Planung und Zusammenarbeit aller Beteiligten der Bauzeit- und Kostenplan eingehalten werden. Die beauftragten Firmen stammen alle aus Linz und Oberösterreich. Die Bauarbeiten begannen Ende Juni 2016 und wurden Ende November 2016 fertiggestellt.


Kirchenrektor und Superior Peter Gangl SJ: Wir Jesuiten investieren nicht nur in Mauerwerke, sondern vor allem in Menschen. Wir möchten, dass der Alte Dom   die Ignatiuskirche und das Ignatiushaus noch mehr zu Orten der Versöhnung werden: Versöhnung mit Gott, Versöhnung mit Mitmenschen, Versöhnung mit sich selbst, mit der eigenen Lebensgeschichte. Verschiedene geistliche Angebote in der Kirche und im Haus sollen diesem Anliegen dienen.


Im Erdgeschoß des neu renovierten Hauses sind die Büros der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung der Diözese Linz untergebracht. Sie unterstützt arbeitslose Menschen und bietet ihnen konkrete Hilfe an. Im ersten Stock werden (wie bisher) Menschen auf der Flucht ein vorübergehendes Zuhause finden. Die Räume des zweiten Stocks stehen für Exerzitienkurse und „Tage der Stille in Linz“ zur Verfügung. Die Jesuiten wohnen im dritten und vierten Stock des Hauses.

 

Zur Ansprache von P. Provinzial Dr. Bernhard Bürgler SJ bei der Segnungsfeier:

"Das Ignatiushaus in Linz - Vergangenheit und Zukunft"

 

Pater Provinzial Bernhard Bürgler SJ

Pater Provinzial Bernhard Bürgler SJ. © Jesuiten Linz


Die historische Brucknerorgel im Alten Dom zu Linz

 

Im Alten Dom in Linz befindet sich ein Klangdenkmal von überregionaler Bedeutung: Die Orgel, an der Anton Bruckner in den Jahren 1855–1868 Domorganist war, wurde von Franz Xaver Chrismann um 1760 für die Stiftskirche Engelszell erbaut und von demselben 1790 in den Alten Dom nach Linz transferiert. Nach Bruckners Wünschen wurde die Orgel von Josef Breinbauer in den Jahren 1856–1867 komplett um-gestaltet. In dieser Form entschloss man sich, die Orgel 1979 restaurieren zu lassen. So wurde ein Klang-denkmal erhalten, das Rückschlüsse auf die Organistenpraxis des späten 19. Jahrhunderts zulässt.

 

Die Orgel im Alten Dom ist für viele Klang- und Brucknersuchende zu einer Pilgerstätte geworden, da hier der wichtigste Ort von Bruckners Schaffensperiode in Linz ist. So ist die Orgel auch seit 2011 ein Bestand-teil des in Linz einzigen Brucknermuseums, der „Brucknerstiege“ im Nordturm des Alten Domes.

 

Nach mehr als 35 Jahren seit der letzten Restaurierung dieser Orgel war eine grundlegende Generalrevision, in manchen Bereichen sogar einer Re-Restaurierung notwendig geworden. Bei Untersuchungen traten hochsensible Schäden (Risse und Holzwurmbefall) im Inneren der Windladen zum Vorschein. Auch war es nötig, Stimmschäden bei den Metallpfeifen zu beheben sowie die gesamte Orgel zu reinigen und neu zu stimmen. Diese Arbeiten wurden von Juli bis Oktober 2016 von der Orgelbaufirma Kuhn AG, Männedorf (Schweiz) durchgeführt.

 

MusikerInnen und Organistin auf der Brucknerorgel.

MusikerInnen und Organistin auf der Brucknerorgel. © Jesuiten Linz


P. Peter Gangl SJ / Kirchenrektor und Superior Jesuiten Linz

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