Sunday 23. February 2020

Die Barmherzigkeit Gottes in Islam und Christentum

Mit "Gottes Barmherzigkeit in Islam und Christentum und ihrer Konsequenz für das gesellschaftliche Zusammenleben" beschäftigte sich ein Gesprächsabend am 28. September 2016 in der Katholischen Hochschulgemeinde Linz.

„Bismi llahi l-rahmani l-rahim - Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Allbarmherzigen,“ mit dieser gesungenen Sure begann Lic. Murat Baser, Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinde Linz, sein Statement zu Barmherzigkeit im Islam. Mit den wunderbar poetischen Bildern des Korans illustrierte Baser, dass jeder Mensch bei Verfehlungen täglich neu auf die grenzenlose Barmherzigkeit Gottes hoffen darf, aber auch dazu angehalten ist, sich seinem Nächsten gegenüber barmherzig zu erweisen. Baser betonte, wie wichtig die Haltung der Barmherzigkeit und des Mitleids der Gläubigen im Alltag sei: bei Kriegsbildern in den Medien oder in der konkreten Unterstützung des Nächsten.


Der Soziologe und Priester Dr. Markus Schlagnitweit illustrierte von Bibelstellen ausgehend die Tradition der leiblichen und geistlichen Werke der Barmherzigkeit. Er betonte besonders die historische Entwicklung des Begriffs Barmherzigkeit, an dessen Stelle heute oft die Begriffe „Option für die Armen“ und Empathie getreten sind, da sie die Begegnung auf Augenhöhe betonen.


Emotional, interessiert, kritisch und vor allem lebendig gestaltete sich die Diskussion im Anschluss an die beiden Statements, wobei ein Schwerpunkt auf dem Verständnis des Begriffes Barmherzigkeit im Koran und dessen oft schwierigen Kontextualisierung lag. Neben diesen vor allem kulturell bedingten Unterschieden wurden jedoch auch die Gemeinsamkeiten deutlich: die zentrale Rolle der Barmherzigkeit als Eigenschaft Gottes im Koran und in der Nachfolge Jesu im Christentum.

 

Die Bildungsreferentin der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG), Mag.a Theresa Stampler, leitete den Abend mit einer künstlerischen Annäherung an Josef Linschingers speziell für den interreligiösen Raum der Stille codierte „Neuen Werke der Barmherzigkeit“ ein und fügte damit weitere Aspekt zur Aktualisierung von „Barmherzigkeit“ hinzu. Dr. Stefan Schlager, Leiter der Theologischen Erwachsenenbildung der Diözese Linz, achtete gekonnt auf die Ausgewogenheit der zu Wort kommenden Positionen und unterstützte beim theologischen Verständnis beider Seiten. In der Begegnung im Anschluss fand zwischen den bunt gemischten BesucherInnen, von Studierenden über TheologInnen bis hin zu interessierten Laien beider Religionen, ein reger Austausch bei Wein, Traubensaft und Brot statt.

 

V. l.: Dr. Markus Schlagnitweit, Mag. Theresa Stampler, Lic. Murat Baser, Dr. Stefan Schlager.

V. l.: Dr. Markus Schlagnitweit, Mag. Theresa Stampler, Lic. Murat Baser, Dr. Stefan Schlager. © Katholische Hochschulgemeinde Linz

 

Theresa Stampler / Katholische Hochschulgemeinde

 

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