Dienstag 26. September 2017

175 Jahre Barmherzige Schwestern in Linz: Vom Armenhospital zum Ordensklinikum der Zukunft

Mit einem Festgottesdienst mit Bischof Scheuer, einer Ausstellung, einer Festschrift und einem Fest feierte das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz am 21. September 2016 sein 175-jähriges Bestehen.

Orden, Vinzenz Gruppe, SpitalsmitarbeiterInnen und rund 100 Ehrengäste, an der Spitze Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer und Bischof Dr. Manfred Scheuer, ließen die erfolgreiche Geschichte „der Schwestern“ Revue passieren und stießen auf die Zukunft des Spitals als Teil des kommenden Ordensklinikums an.


Bischof Scheuer mahnte in seiner Predigt die Notwendigkeit ein, zu grundlegenden menschlichen Werten und Geisteshaltungen zu stehen, auch wenn manche davon gerade nicht „in“ oder populär seien. „Ihr gebt eurem Leben seit 175 Jahre ein Gesicht der Humanität und Würde. Dieses Gesicht ist kein schön gemaltes Bild an einer Wand, sondern ein reales, das niemanden übersieht und das stets für alle sichtbar ist. Auch für Suchende, Arme, Obdachlose und Flüchtlinge. Sie und alle eure PatientInnen können auf euer großes Können vertrauen, noch mehr aber darauf, barmherzig als Mensch angenommen zu werden.“

 

Predigt von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen


Auch Landeshauptmann Josef Pühringer betonte die besondere Rolle des Ordenskrankenhauses, das sich stets als innovativer und verlässlicher Partner im oberösterreichischen Gesundheitssystem erwiesen und Linz mit vielen medizinischen Leuchttürmen markant geprägt hat.


Großes Interesse und viel Lob von Gästen, PatientInnen und MitarbeiterInnen erntete der attraktive neue Geschichtspfad, der den Werdegang, aber auch die Werte und das Selbstverständnis des Hauses an der Linzer Seilerstätte illustriert. Mittels einer eigens programmierten App können viele interessante Informationen zur Dauerausstellung, die sich im Erdgeschoß des Spitals befindet, abgerufen werden.


Die Festschrift ist online unter www.bhslinz.at/wir-ueber-uns/175-jahre-geschichte/ abrufbar.

 

Spitals- und Ordensleitung mit Festgästen anlässlich 175 Jahre Barmherzige Schwestern Linz

V. l.: Dr. Michael Heinisch (Geschäftsführer Vinzenz Gruppe), LH Dr. Josef Pühringer, Sr. Cordula Kreinecker  (Generaloberin Barmherzige Schwestern), Sr. Ernestine Kirchgrabner (Oberin Barmherzige Schwestern Linz), Rosa Schwarzbauer (Pflegedirektorin), Bischof Dr. Manfred Scheuer, Prof. Dr. Christian Lampl (Geschäftsführer, Ärztlicher Direktor) und MMag. Walter Kneidinger (Geschäftsführer, Verwaltungsdirektor). © Christian Holzinger

 

 

175 Jahre Barmherzige Schwestern – eine Kurzbiografie

 

Die Gründungszeit: Barmherzigkeit in Armut


Mit dem Ersuchen des Linzer Bischofs Gregorius Ziegler 1839 an den Orden der Barm-herzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul in Wien-Gumpendorf wurde die Basis für das Ordenskrankenhaus an der Seilerstätte in Linz gelegt. Aktiv gefördert von Erzherzog Maximilian d’Este, einem Enkel Kaiserin Maria Theresias, erfolgte im Frühjahr 1841 die Grundsteinlegung. Am 15. Oktober 1841 traf die erste Oberin der Barmherzigen Schwestern, Schwester Cäcilia, geborene Gräfin von Gilleis, gemeinsam mit fünf Schwestern in Linz ein. Ausdrücklich aufgetragen wurde den ersten Linzer Schwestern dabei die unbedingte Armut in ihrer Arbeit für die Patienten: „Von einer Wohnung der Mägde der Armen alles sorgfältig entfernt gehalten werden muss, was blos zum eitlen Prunk oder zu übertriebener Gemächlichkeit führen kann, und dass jede auf solche Gegenstände verwendete Ausgabe ein wahrer Diebstahl an den Armen sey und nur dazu dienen würde, der Anstalt jenen Anstrich der Armuth zu benehmen, auf dessen Beibehaltung sie gerade eifersüchtig seyn muss.“ Über viele Jahrzehnte blieb das Spital ein Zentrum der Hilfe vor allem für die armen Bevölkerungsschichten und führt diese Philosophie bis heute mit vielen Sozialprojekten fort.

 

Medizinische Pionierarbeit von Anfang an


Parallel zum humanitären Engagement wuchsen bereits früh medizinische Exzellenzfelder heran, die das Haus nachhaltig prägten und permanente Innovation im Selbstverständnis des Hauses verankerten. Galt die erste Pioniertat dem Einsatz der neuen Heilmethode der Homöopathie, so folgte bereits 1851 die Eröffnung einer Kinderabteilung. Äußerst begehrt, auch von anderen Spitälern, war das umfassende Pflegewissen der Schwestern, das bis heute in modernster Form im Rahmen der Pflegeausbildung im Vinzentinum Linz weitergegeben wird.


Im Jahr 1901 wurde eine chirurgische Abteilung mit zwei Operationssälen, einem Röntgenkabinett sowie insgesamt 47 neuen Krankenbetten eingerichtet. Chirurgie-Primar Dr. Karl Urban brachte es in 25 Jahren auf beeindruckende 20.500 Operationen, darunter mehr als 4.000 Kropfoperationen. 1907 kam mit Dr. Karl Denk der Gründer der Augenheilkunde in Oberösterreich ans Spital. 1914 entstand die Abteilung für Hals-Nasen-Ohren, 1926 die Orthopädie, 1929 die Neurologische Abteilung und schließlich 1930 die Urologische Abteilung. In der Anstaltsapotheke kam mit Schwester Mag. Cantiomilla Flehberger im Jahr 1934 erstmals eine akademisch ausgebildete Pharmazeutin als Leiterin zum Einsatz.

 

Markenzeichen Innovation: Von  der Nachkriegszeit ins neue Jahrtausend


1958 startete die Anästhesie, ein Jahr bevor überhaupt in Österreich der erste Lehrstuhl dafür eingerichtet wurde. 1959 folgte die Gynäkologie. Zweifellos eine Pionierleistung war 1963 die Implantation des ersten künstlichen Hüftgelenks in OÖ, das an der Orthopädie eingesetzt wurde. Know-how, welches zur Basis dieses heutigen Spitalsschwerpunktes wurde. Das Betatron auf der 1967 neu gegründeten Strahlenabteilung bildete einen zentralen Ausgangspunkt für den heutigen onkologischen Schwerpunkt. Durch gleichzeitige Gründung des Instituts für Nuklearmedizin folgte eine weitere Pionierleistung in dieser damals sehr jungen Disziplin. Mit Pathologie (1969) und Labormedizin (1971) folgten wichtige diagnostisch-analytische Fachgebiete.


1976 wurde die Innere Medizin geteilt. Die Interne I setzte fortan auf die Schwerpunkte Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie und spezialisierte sich u. a. auf die Krebstherapie. Die Interne II fokussierte sich auf die Kardiologie. Die 1987 aus der Chirurgie herausgelöste Plastisch-Chirurgische Abteilung stellte das erste Primariat für dieses Fachgebiet in OÖ und ist etwa in der Wiederherstellungschirurgie mit hochinnovativen Methoden Teil des onkologischen Schwerpunkts.


Auch die 1990er-Jahre brachten zahlreiche Innovationen. So  wurde das Zentrum für Herzdiagnostik eröffnet, um kardiologischen Patienten eine optimale Behandlung zu ermöglichen. 1992 folgte die Errichtung des in Österreich einzigartigen Departments für Kinderurologie. Der Ausbau der Radio-Onkologie zu einem eigenen Zentrum legte 1996 einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Schwerpunktsetzung. Mit mehreren Einrichtungen besetzte das Krankenhaus auch neue Themenfelder. So etwa 1997 mit der Errichtung der ersten Remobilisations-Station in Österreich. Zwei Jahre später wurde die Palliativstation St. Louise ihrer Bestimmung übergeben.

 

Modernes Schwerpunktspital im neuen Jahrtausend

  • Onkologisches Leitspital

Erste onkologische Spezialabteilungen gibt es bereits seit den späten 1960er-Jahren. Heute werden rund 4.900 PatientInnen im interdisziplinären Zentrum für Tumorerkrankungen mit seinen sechs Organzentren (Darmkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Kopf- und Halstumore sowie gynäkologische Krebserkrankungen) jährlich behandelt. In mehrmals wöchentlich stattfindenden „Tumorboards“ erstellen die Behandlungsteams verschiedener Abteilungen einen individuellen Therapieplan für jeden Patienten. Alle Zentren sind nach OnkoZert zertifiziert, einmal jährlich erfolgt eine Re-Zertifizierung zur permanenten Qualitätssicherung. Seit 2008 ist das Spital mit dem DaVinci-System führender Pionier in der Roboterchirurgie bei Prostatakrebs,  aber auch bei Kopf-Hals-Tumoren, Teilbereichen der Chirurgie und in der Gynäkologie. Seit 2010 gibt es im Krankenhaus eine Onkologische Tagesklinik. Mit der Krebsakademie besteht seit gut zwei Jahren eine bundesweit einzigartige onkologische Lehr-, Lern- und Kommunikationsplattform, die alle in der Krebsbehandlung beteiligten Berufsgruppen, die PatientInnen und deren Angehörige auf Augenhöhe einbindet.

  • Schwerpunkt „Orthopädie“

Die orthopädische Abteilung ist die größte und älteste in Oberösterreich. Auf dem Gebiet des künstlichen Gelenksersatzes bei Hüfte und Knie ist das Krankenhaus führend und konzentriert diese Kompetenzen in einem eigenen Endoprothetik-Zentrum. Schwerpunkte gibt es auch für Erkrankungen des Fußes, in der Sportorthopädie, der Spezialambulanz für Konservative Orthopädie, bei Erkrankungen der oberen Extremitäten und in der Spezialambulanz für Kinder- und Neuroorthopädie. Im Vinzenz Ambulatorium können PatientInnen die Möglichkeit einer ambulanten Rehabilitation mit individuellem Therapieplan nutzen.

  • Kinder- und Jugendheilkunde mit Spezialkompetenz

Einer der drei medizinischen Schwerpunkte reicht in die Gründertage zurück. Wenige Jahre nach der Eröffnung im Jahr 1841, als es im Gesundheitswesen noch keine adäquaten Einrichtungen für Kinder gab, erkannten die Barmherzigen Schwestern bereits diesen Bedarf. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Kinderbereich zum Aushängeschild des Spitals. Die Kinderurologie ist die einzige dieser Art in Österreich und die größte in Mitteleuropa. Unterschiedliche Abteilungen wie HNO, Kinderorthopädie, Allgemeine Chirurgie und Plastische Chirurgie fächer-übergreifend zusammen. Ergänzend gibt es auch Spezialambulanzen für Kindernephrologie, Endokrinologie und Diabetes sowie Neuropädiatrie.

 

Zukunft im Ordensklinikum

 

Gemeinsam mit dem Krankenhaus der Elisabethinen werden ab Jänner 2017 im Ordensklinikum Linz die zahlreichen, teils österreichweit einzigartigen Exzellenzfelder beider Häuser gebündelt. Durch die spitzenmedizinischen Schwerpunkte stellt das Ordensklinikum Linz in Zukunft auch eine wichtige Säule für die Standortattraktivität der Landeshauptstadt als Ausbildungs- und Wirkungsstätte für Ärztinnen und Ärzte sowie medizinische und pflegerische Fachkräfte dar. Basierend auf den christlichen Werten beider Häuser stellt das Ordensklinikum auch in Zukunft sicher, dass der Mensch in seiner Gesamtheit im Mittelpunkt der Versorgung steht.

 

Claus Hager / PR & Marketing Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz

 

 

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