Thursday 17. October 2019

St. Florian: Stift stellt Werke von mund- und fußmalenden KünstlerInnen aus

Einen umfassenden und globalen Überblick über das aktuelle Schaffen von Mund- und FußmalerInnen gibt seit 6. April 2016 eine Kunstausstellung im Stift St. Florian in Oberösterreich. Sie ist noch bis 24. April zu sehen.

Die ausgestellten KünstlerInnen sind von Geburt an, durch Krankheit oder einen Unfall am Gebrauch ihrer Hände gehindert und malen mit dem Pinsel im Mund oder zwischen den Zehen. Rund 160 in den unterschiedlichsten Techniken geschaffene Gemälde zeigen die Auseinandersetzung der über 70 MalerInnen aus 29 Ländern mit ihrer Umwelt. Eröffnet wurde die Ausstellung letzte Woche im Beisein von Serge Maudet, dem Präsidenten der Vereinigung der mund- und fußmalenden KünstlerInnen (VMFK), von Landeshauptmann Josef Pühringer und von Hausherr Propst Johannes Holzinger.

 

V. l.:  Serge Maudet (Präsident der Vereinigung der mund- und fußmalenden Künstler, Propst des Stiftes St. Florian Johann Holzinger, LH Dr. Josef Pühringer, Mundmaler Paulus Ploier. © Stift St. Florian / Kerschbaummayr

 

Besondere Kunstwerke von besonderen Menschen in einem besonderen Haus


Die ausgestellten Werke spannen einen Bogen von Landschaftsbildern über Porträts bis zu Interpretationen klassischer Kunstwerke und geben einen "kurzen aber oft tiefen" Einblick in die Träume und Wünsche der Künstler, heißt es in einer Aussendung des Stifts am Montag. Vereinigungs-Präsident Serge Maudet: "Bei den Werken handelt es sich eigentlich um Präsentationen von Innensichten, Gefühlen, Träumen und Visionen." Für viele der ausgestellten Maler sei das künstlerische Schaffen in der Anfangsphase nach einem schweren Unfall Therapie gewesen, die später oftmals in eine neue Aufgabe mündete und für einige zur Berufung und zum Beruf wurde.

Über das ästhetische Erfahren hinaus, seien die ausgestellten Werke aber auch ein Beispiel für menschliche Größe und schöpferische Energie, meinte Landeshauptmann Pühringer in seiner Eröffnungsrede. Sie seien ein besonderes Abbild von inneren Emotionen, aber auch visuell gewordene Synonyme für einen starken Willen und besondere Fähigkeiten.

 

© Stift St. Florian / Kerschbaummayr

 

Propst Johannes Holzinger brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die renommierten KünstlerInnen mit ihren Werken einen Monat lang im Stift zu Gast sind. Dass die Ausstellungsräume gegenüber der Basilika lägen, ergebe eine anregende Spannung. "Hinter allen Bildern steckt ja eine Innenwelt der Malenden, die sich auf unterschiedlichste Weise Ausdruck verschafft: Es ist alles authentische Lebensäußerung." Die Begegnung mit den KünstlerInnen könne mehr bieten als qualitätvolles künstlerisches Material, so Holzinger: "Sie kann zu einem Prozess des Innehaltens und Nachdenkens führen, wie ihn unsere Welt und Zeit notwendig braucht." Der Propst wies darauf hin, dass es der guten nationalen und internationalen Vernetzung des Augustiner Chorherrn Dr. Ferdinand Reisinger zu verdanken sei, dass diese Ausstellung im Stift möglich würde. Holzinger wörtlich: "Es sind besondere Kunstwerke von besonderen Menschen in einem besonderen Haus."

 

Österreich ist durch die Werke der Mundmaler Paulus Ploier, Josef Habeler, Weldegaber Tekeste und Thomas Pezeshki sowie den Fußmaler Heinz Halwachs vertreten.

 

Die Ausstellung ist noch bis 24. April 2016 an Samstagen zwischen 14 und 17 Uhr und an Sonntagen zwischen 9 und 12 Uhr zu sehen. Ort: Primizstock des Stiftes St. Florian.

 

© Stift St. Florian / Kerschbaummayr

 

www.vdmfk.com

 

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