Mittwoch 21. November 2018

Papst fordert respektvollen Umgangston in Politik, Medien und Kirche

Papst Franziskus hat einen respektvolleren Umgangston in Politik und Medien eingemahnt. Die Verantwortlichen müssten stets wachsam sein "in Bezug auf ihre Äußerungen über Andersdenkende und -handelnde und auch über die, die einen Fehler gemacht haben".

 

 

So formuliert Papst Franziskus in seiner am Freitag, 22. Jänner 2016 veröffentlichten Botschaft zum "Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel", den am 8. Mai begangenen Mediensonntag.  

 

"Allzu leicht gibt man der Versuchung nach, solche Situationen auszunutzen und auf diese Weise Öl ins Feuer des Misstrauens, der Angst und des Hasses zu gießen", schreibt Franziskus darin. Stattdessen müssten Politiker und Journalisten mit ihren Worten Versöhnungsprozesse zwischen den Menschen einleiten. Dazu sei "positiver und kreativer Wagemut" nötig, der sich für Konfliktlösungen und einen dauerhaften Frieden einsetze.

Franziskus fordert auch die katholische Kirche zu einer respektvolleren Redeweise über Menschen auf, die Fehler begangen haben. Die kirchliche Kommunikation müsse die "Logik der krassen Trennung nach Sündern und Gerechten" überwinden. "Wir können und müssen über Situationen der Sünde - Gewalt, Korruption, Ausbeutung - richten, aber wir dürfen nicht über Menschen richten", betonte der Papst. Ein solches Urteil stehe allein Gott zu. In kirchlichen Äußerungen dürfe niemals "hochmütiger Stolz des Triumphes über einen Feind" zum Ausdruck kommen, so der Papst.

Franziskus hebt in der Botschaft auch die wachsende Bedeutung der sozialen Netzwerke wie Facebook hervor. Pauschale Vorwürfe gegen neue Kommunikationsformen lehnt er ab. "Auch E-Mail, SMS, soziale Netze und Chats können Formen ganz und gar menschlicher Kommunikation sein", heißt es in der päpstlichen Botschaft. Ob Kommunikation ein wirklicher Austausch werde, bestimme nicht die Technologie, "sondern das Herz des Menschen und seine Fähigkeit, die ihm zur Verfügung stehenden Mittel gut zu nutzen", so Franziskus in seinem Schreiben.

Die digitale Welt sei ein "Ort der Begegnung, wo man liebkosen und verletzen, eine fruchtbare Diskussion führen oder Rufmord begehen kann", schreibt der Papst. Die sozialen Netzwerke könnten Beziehungen begünstigen und das Wohl der Gesellschaft fördern. Andererseits könnten sie aber auch zu einer weiteren Polarisierung und Spaltung unter Menschen und Gruppen führen. Grundsätzlich eigne sich das Internet gut dazu, "eine gesunde und für das Miteinander-Teilen offene Gesellschaft wachsen zu lassen".

Zugleich mahnt Franziskus einen respektvollen Umgang in den sozialen Netzwerken ein. Ihre Nutzer hätten eine Verantwortung für den anderen, "den wir nicht sehen, der aber real ist und eine Würde besitze, die respektiert werden muss". Auch im Internet müsse eine "wirkliche Bürgerschaft" aufgebaut werden.

 

Social Media

Social Media. © geralt / www.pixabay.com CC0 1.0

 

Katholischer Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel


Der 1963 ins Leben gerufene "katholische Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel" wird in vielen Ländern am ersten Sonntag vor Pfingsten begangen. Das diesjährige Thema lautet: "Kommunikation und Barmherzigkeit - eine fruchtbare Begegnung". In den meisten Ländern, auch Österreich, fällt der Tag traditionell auf den Sonntag vor Pfingsten (2016: 8. Mai). Der Papst veröffentlicht seine Botschaft zu diesem Thementag jährlich zum 24. Jänner, dem Fest des heiligen Franz von Sales (1567-1622); er ist Patron der JournalistInnen.

Kathpress

 

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