Samstag 15. Dezember 2018

Intensiver Einsatz für eine faire Welt

Der Einsatz für Gerechtigkeit bedeutet: Chancen für Menschen in aller Welt.

Egal ob Klimaschutz oder Entwicklungspolitik – manche Aussagen hört man da wie dort: „Die ökologische Frage ist eine soziale Frage.“ „Konflikte sind durch den Kampf um Ressourcen verursacht.“ Aber welche Fragen sind die drängendsten in puncto globale Entwicklung und faires Engagement?

Viele Organisationen, Gruppen und Pfarren setzen sich innerhalb der Katholischen Kirche in OÖ für eine faire Welt ein. Der Einsatz für eine gerechte Welt ist gleichzeitig ein Einsatz für benachteiligte Menschen sowie für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. In der Enzyklika „Laudato sì“ wiederholt dies Papst Franziskus immer wieder. Es gilt heute nicht mehr: „Jede/r ist des eigenen Glückes Schmied.“ Alle sind Teil eines Netzes, verbunden und auch verantwortlich dafür. Der strukturelle Blick ist ebenso gefordert, wie der individuelle.

 

Dieses Ineinander-verwoben-Sein von Klimaschutz und Entwicklungspolitik benennen alle diözesanen Verantwortlichen für Entwicklungspolitik, Klimaschutz, Soziales und Nachhaltigkeit als die große Herausforderung für globale Entwicklung und faires Engagement.

Mag.a Lucia Göbesberger/Umwelt- und Sozialreferat sagt: „Die Ursachen liegen zum großen Teil in der Wirtschaftskultur sowie der damit zusammenhängenden Lebens- und Politikkultur. Eine Kultur ist veränderbar und kann daher auch vom Menschen wieder zum Guten gewendet werden.“

 

Die Ernte verdorrt

 

„Als allergrößte Herausforderung sehe ich die radikale und sehr zeitnahe Abkehr vom ‚Raubtierkapitalismus‘ und der unbeschreiblichen Vernichtung von Lebensmitteln sowie der Ausbeutung fossiler Brennstoffe“, so Luggi Frauenberger von der Katholischen Jungschar, Dreikönigsaktion.

Heribert Ableidinger/Welthaus Linz schreibt von seiner Projektreise aus Madagaskar: „Die Ernte verdorrt oder der Samen wird von immensen Wassermengen fortgespült. Die Menschen leiden. Klimaschutz ist ein wesentlicher Teil des Christseins.“

 

Enormer Druck

 

Das Landgrabbing, also ungerechtes An-sich-Reißen und Ausbeuten von Land, benennt Mag.a Christina Lindorfer/SEI SO FREI – Katholische Männerbewegung als das große Problem in Afrika: „Die Regierungen ‚verkaufen‘ das Land und die Rohstoffe an ausländische Unternehmen. Der Druck von internationalen Unternehmen ist enorm.“

„Nahrungsmittelsicherheit, Bildung, Gesundheitseinrichtungen, faire Arbeitsbedingungen und Gewaltlosigkeit“ sind für Monika Weilguni/Katholische Frauenbewegung – Aktion Familienfasttag die brennenden Themen der Menschen und vor allem von Frauen heute: „Es gibt zwar formal Gesetze, aber aufgrund von mangelhaften oder korrupten Rechtssystemen kann die Einhaltung der Gesetze in vielen Staaten nicht garantiert werden. Unsere ProjektpartnerInnen wehren sich daher und setzen sich für die Umsetzung dieser Rechte ein.“

 

Leben fair-ändern

 

In vielen Projekten und durch vielfältige Formen des Enga­gements setzen sich die Organisationen und Ein­richtungen der Diözese Linz für eine gerechtere Welt ein.

SEI SO FREI unterstützt Kleinbauernfamilien – auch im Kampf um ihre Landrechte – und fördert Anbaumethoden, die den klimatischen Veränderungen Rechnung tragen.

Die Katholische Frauenbewegung setzt sich für die Verwirk­lichung von Menschenrechten ein. Sie unterstützt Initiativen zur Ermächtigung von Frauen und Mädchen, damit diese Schlüssel­figuren im Engagement gegen Gewalt und Ausbeutung werden.

Die Katholische Jungschar benennt ihr Engagement mit „Fairer Jungschar“ und will neben entwicklungspolitischem Engagement mit der „Fairänder-Box“ einen Bildungsbeitrag leisten.

Welthaus Linz und das Sozial- und Umweltreferat stecken viel Energie in Bildungs- und Bewusstseinsarbeit.

 

Politisch aktiv

 

Alle sind auch politisch aktiv, um die globale Ungerechtigkeits­spirale zu stoppen. Die Katholische Frauenbewegung ist Mitglied beim Verein „fair-trade Österreich“ und die Katholische Männerbewegung Miteigentümerin von EZA Fairer Handel GmbH.
Das eigene Konsum- und Mobilitätsverhalten beeinflusst wesentlich die globale Lebenskultur. Im Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium (Nr. 53–58) spricht der Papst von drei Nein: „Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung! Nein zu einer neuen Vergötterung des Geldes! Nein zu einem Geld, das regiert, statt zu dienen.“ Lucia Göbesberger vom Sozialreferat bringt es auf den Punkt: „Materiell ist genug da für alle Menschen. Nur ein Teil übernutzt, trägt eine größere Verantwortung am Momentanen. So ist die ökologische Frage eine soziale Frage und eine ökonomische Frage. In diesem Wissen müssen wir die Frage stellen: Was ist gutes Leben, was brauche ich zum guten Leben?“

 

Der Einsatz für Gerechtigkeit bedeutet: Chancen für Menschen in aller Welt. © Mike Kraml

 

Bewegend

 

Die Begegnung mit den Menschen vor Ort motiviert alle InterviewpartnerInnen in ihrem Engagement: „Die kleinen, heute lebenden Heiligen“ (Frauenberger), „die Projektpartnerinnen in Tansania und Brasilien und Erzbischof Romero“ (Lindorfer), „die professionelle Arbeit der Filipinas in der Partnerorganisation Kumare und der Familienfasttagsgründerin Pammer“ (Weilguni), „die Begegnungen mit den Menschen in Madagaskar“ (Ableidinger) und „die Fülle der Initiativen, besonders in den Pfarren“ (Göbesberger).

 

Luggi Frauenberger: „Es sind Menschen wie Betsy, die der Biolandwirtschaft auf den Philippinen den Weg ebneten. Es ist Martin in Bolivien oder es sind Mary und Grace in Kenia, die in den Straßenkindern jene Kräfte wecken, die sie stark machen, die Straße und ihre todbringenden Situationen erfolgreich zu verlassen. Es sind Maria und Virgilio in Guatemala, die die verfallenen Kaffeeplantagen wieder aufgeforstet und begonnen haben, schmackhaften, fairen Kaffee zu produzieren. Das sind die Menschen, mit denen ich mich gerne auf den Weg mache, die Welt zu verändern.“

 

Der Artikel erschien in der MitarbeiterInnen-Zeitung der Diözese Linz „informiert“, Ausgabe 10/2015. Verfasserin ist Gabriele Eder-Cakl.

 

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