Donnerstag 21. September 2017

Tag der Kinderrechte: Bessere Bildungschancen und Hotlines für Kinderflüchtlinge

Anlässlich des Internationalen Tags der Kinderrechte am 20. November fordert Jugend Eine Welt die systematische Anwendung des „Bildungskompasses“ und den Ausbau von Beratungsangeboten für alle minderjährigen Flüchtlinge, die in Österreich bleiben wollen.

Die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt begrüßt den im Rahmen der Bildungsreform angekündigten „Bildungskompass“ für alle Kinder ab 3,5 Jahren und fordert anlässlich des Internationalen Tags der Kinderrechte am 20. November seine systematische Anwendung für alle minderjährigen Flüchtlinge, die in Österreich bleiben wollen. „Der Bildungskompass  soll garantieren, dass kein Kind zurückbleibt und dass alle Bildungsmaßnahmen auf seinen individuellen Förderbedarf zugeschnitten werden – das ist auch im Umgang mit jugendlichen Flüchtlingen von zentraler Bedeutung“, so Jugend Eine Welt Vorsitzender Reinhard Heiserer.
Zudem empfiehlt die Hilfsorganisation den schnellstmöglichen Ausbau von telefonischen Beratungs- und Notruf-Angeboten für Jugendliche wie „Rat auf Draht“, die künftig auch in den Sprachen der größten Asylwerbergruppen angeboten werden sollten.



Kindgerechte Clearingverfahren


Als Mitgliedsorganisation des „Netzwerks Kinderrechte“ setzt sich Jugend Eine Welt dafür ein, dass bereits bei der Erstaufnahme von Kinderflüchtlingen ein kindgerechtes, bundesweit einheitliches und standardisiertes Clearingverfahren durchgeführt wird, bei dem der physische und psychische Gesundheitszustand sowie die Kenntnisse und Fähigkeiten jedes Minderjährigen erfasst werden. Aufbauend auf den Ergebnissen dieses Screenings, die soweit Bildungs-relevant im „Bildungskompass“  vermerkt würden, sollten daraufhin gezielte Bildungs- bzw. Förderungsmaßnahmen in Gang gebracht werden. Besonderes Augenmerk müsse dabei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen geschenkt werden, denen so rasch wie möglich Vertrauenspersonen, die ihre Sprache sprechen, zur Seite gestellt werden sollten.



Ausbau von Beratungsangeboten und Notruf-Hotlines


Noch immer sind rund 2.500 geflüchtete Kinder und Jugendliche in Erstaufnahmezentren und Großquartieren untergebracht – die wenigsten wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Sie brauchen ebenso verstärkte Beratungsangebote und Zugang zu anonymen Notruf-Hotlines in ihrer jeweiligen Muttersprache wie Flüchtlingskinder und Jugendliche, die sich im Familienverband bzw. in kleineren Betreuungsquartieren und Pflegefamilien befinden, ist Jugend Eine Welt überzeugt. Reinhard Heiserer: „Viele der Kinder und Jugendlichen, die zu uns geflüchtet sind, haben Schreckliches erlebt. Viele sind verzweifelt und wissen nicht, an wen sie sich mit ihren Sorgen wenden können. Es wäre nicht nur ein wichtiger Schritt in Hinblick auf ihre Integration in der österreichischen Gesellschaft, sondern ist vor allem ein Gebot der Menschlichkeit, ihnen ebenso wie österreichischen Kindern und Jugendlichen die Chance auf kompetente, leicht erreichbare, kostenlose und anonyme Beratung in ihrer Muttersprache zu geben.“

Jugend Eine Welt ist gemeinsam mit den Don Bosco Schwestern und den Salesianern Don Boscos Träger des „Don Bosco Flüchtlingswerkes“, das sich insbesondere für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einsetzt und ihnen ein Zuhause gibt. Zudem unterstützt Jugend Eine Welt zahlreiche Don Bosco Hilfsprojekte für minderjährige Flüchtlinge bzw. benachteiligte Kinder und Jugendliche weltweit. Weitere Informationen finden Sie auf www.jugendeinewelt.at bzw. www.fluechtlingswerk.at

Spendenkonto Jugend Eine Welt
Stichwort „Flüchtlingshilfe“
Raiffeisen Landesbank Tirol
IBAN: AT66 3600 0000 0002 4000,
BIC/SWIFT: RZTIAT22
Online spenden auf www.jugendeinewelt.at

 

 

Angelika Gerstacker / Öffentlichkeitsarbeit Jugend Eine Welt

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