Tuesday 15. October 2019

Theologe Sigg: Firmung soll "Funken fliegen lassen"

Mit seinem neuen Buch "Funkenflug" arbeitet der Schweizer Theologe Stephan Sigg die Firmung und die sieben Gaben des Heiligen Geistes in einer jugendgerechten Sprache und Bilderwelt auf.

Zunutzen macht sich Sigg die Anwendungsorientiertheit junger Menschen: "Gerade die sieben Gaben des Heiligen Geistes sind sehr alltagsnah und gut im Leben spürbar", so Sigg im Gespräch mit "ConnectU", dem Magazin der Katholischen Jugend (KJ) Wien.

Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht - Die Gaben des Heiligen Geistes "klingen auf den ersten Blick nicht unbedingt prickelnd" und für Jugendliche fast wie aus einer anderen Welt. Verstehbar will Sigg die Rede von den Gaben durch eine Übersetzung in den Alltag der Jungen Menschen machen. "Mein Buch soll aufzeigen, wie man das im Alltag konkret leben kann, im Beruf, in der Schule, in der Freundschaft oder beim Einkaufen." Deshalb sieht der Theologe sein Buch auch nicht primär als Hilfe in der Firmvorbereitung. Es könne dazu verwendet werden, aber auch dazu, hinterher zu vertiefen. Oft sei in den Pfarren nach der Firmung Schluss, dabei beginne das Spannende erst nachher.

Unterstützung bekommt der Theologe dabei von der Pubertät: "Die Fragen, auf die der Heilige Geist aufmerksam macht, werden gerade in der Jugend besonders aktuell: 'Wozu bin ich berufen? Wofür will ich meine Kraft, meine Talente einsetzen? Was ist mein Platz in dieser Gesellschaft?'". Der Heilige Geist helfe bei der Beantwortung dieser Fragen. Mit Scheinwerfern und Lautsprechern arbeite er jedoch nicht. "Man muss wirklich lernen, diese Zeichen zu erkennen."

Mit einer "Impfung, die vor allem Schlechten und Schwierigen schützt", könne man die Firmung, so der Theologe, aber nicht gleichsetzen. Das Sakrament sei nicht bloß reines Geschenk, sondern auch Aufgabe. "Wir bekommen etwas, müssen aber auch etwas damit anfangen".

Das ideale Firmalter setzt der Theologe deshalb bei "je älter desto besser" fest. Er hält es für "gescheiter", Jugendliche später zu firmen, "damit sie möglichst schon ihren eigenen Kopf haben und sich bewusst für oder eben gegen die Firmung entscheiden". Mit der Regelung, Firmungen bereits ab zwölf zu erlauben, vergebe sich die Kirche die Chance auf ein selbstverantwortetes und mündiges Ja zur Kirche. Sigg empfiehlt, im Rahmen der Firmvorbereitung einen Fokus auf diese Wahlfreiheit und die damit mitgemeinte Verantwortung zu legen. Aushalten müsse man im Kehrschluss dann aber auch, dass sich Jugendliche gegen eine Firmung entscheiden.

Wissenswertes zur Firmung und zu Pfingsten

 

Kathpress

 

Teaserfoto: © Henry Mühlpfordt / FlickR CC BY-SA 2.0. Zur Lizenz

 

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Andrea Mayer-Edoloeyi

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