Saturday 16. November 2019

Österreichs Klöster zeigen sich im "Jahr der Orden" als Kunstorte

Der neue Folder "KUNST.WERK.STATT KLOSTER" gibt einen interessanten Überblick über Sonderausstellungen, Workshops und Spezialführungen in österreichischen Stiften und Ordensniederlassungen.

Zahlreiche Klöster und Stifte Österreichs legen im laufenden "Jahr der Orden 2015" in ihrem Angebot für Besucher den Fokus auf Kunst- und Kulturangebote in Verbindung mit Spiritualität. Das zeigt der neue Folder des Vereins "Klösterreich", der am Dienstag in Wien präsentiert wurde. "Klöster sind 'Kunsträume' und betreiben schon seit Jahrhunderten Werkstätten, in denen sie viele Kunstfertigkeiten erdacht und weiterentwickelt haben. Die hier geschaffenen Werke geistlicher Kunst sollen den Gästen dieses Jahr verstärkt nahegebracht und ihnen Möglichkeiten geboten werden, auch selbst künstlerisch tätig zu sein", erklärte Benediktiner-Abtpräses Christian Haidinger, der zugleich "Klösterreich"-Präsident ist.

In dem Folder "KUNST.WERK.STATT KLOSTER" werden die österreichweit 22 an der Vereinigung beteiligten Ordensniederlassungen als "alternative Lebensorte" dargestellt. Ein vielfältiges "Erleben" werde hier ermöglicht, durch Kunstworkshops, Kneippanwendungen, spezifische Klosterführungen oder beim "angeleiteten Staunen in den Kunsträumen unserer Gemeinschaften", heißt es in der Broschüre. So gibt es beispielsweise im Stift Geras ein Holzschnitt-Seminar, im Stift Admont Angebote zum Papierschöpfen, zur Klostermedizin und zum "Schreiben wie ein Mönch" sowie im Stift St. Lambrecht Kunstkurse der "Styrian Summer Art". Das Stift Göttweig lädt zu Sonderführungen in die Dachbaustelle über der Kaiserstiege ein. "Klöster werden auch hier als Werkstatt sichtbar", bemerkte Haidinger, der zugleich Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften ist.

 

P. Michael Hüttl und Abtpräses Christian Haidinger stellen die neuen (Kunst-)Angebote aus dem Klösterreich-Programm „KUNST.WERK.STATT KLOSTER“ vor.
P. Michael Hüttl und Abtpräses Christian Haidinger stellen die neuen (Kunst-)Angebote aus dem Klösterreich-Programm „KUNST.WERK.STATT KLOSTER“ vor. © Ordengemeinschaften Österreich


Darüber hinaus bieten die Stifte zahlreiche Sonderausstellungen: Stift Altenburg etwa zeigt sich in der Schau "Much. Stift Altenburg" aus der Perspektive des Barockmalers Paul Troger, der hier zehn monumentale Fresken schuf, Stift Melk widmet dem Thema "Die Universität Wien und die Benediktiner von Melk - eine Beziehung von 1365 - 2015" eine Sonderausstellung. Im Stift Göttweig werden Glanzstücke der Sammlungen zum Leben seines vor 950 Jahren geborenen Gründers Bischof Altmann gezeigt und im Stift Klosterneuburg findet man zeitgenössische Interpretationen sakraler Themen, während im Stift Seitenstetten die Sonderausstellung "Wallfahren und Pilgern - Wege zum Leben!" einlädt.

Besonderer Augenmerk gilt dem Mittagsgebet der Mönche, Nonnen und Chorherren: Die Möglichkeit des Mitbetens sei in den letzten Jahren fast überall entstanden, erklärte Haidinger, "das wird von vielen Gästen sehr gerne wahrgenommen und auch nachgefragt". Durchaus sei bei einzelnen Besuchen der Klöster auch die Sinnsuche ein leitendes Motiv, besonders wenn Angebote eines mehrtägigen Aufenthalts wie etwa "Gast im Kloster" oder "Kloster auf Zeit" nachgefragt werden. Wo dies geplant wird, kann auch Begleitung ermöglicht werden: "Viele sind auch auf der Suche nach einem Gespräch, etwa in Entscheidungsphasen des Lebens. Wir sind dankbar, wenn derartige Wünsche schon bei der Anmeldung geäußert werden, damit sich jemand von der Klostergemeinschaft die Zeit nehmen kann", so der Abtpräses.

In vielen der Klöster gibt es einen "Gastpater" oder "Gastschwester", der bzw. die sich speziell für den persönlichen Kontakt mit den Besuchern kümmert. "Im Stift Altenburg etwa haben wir zwei ältere Patres, die sonst keine anderen verpflichtenden Aufgaben haben. Sie setzen sich oft zu den Gästen dazu und plaudern; immer wieder kommt dabei auch ein ernstes oder sehr persönliches Gespräch zustande", berichtete Haidinger. Bei vielen Mönchsorden ist ein spezieller Umgang mit Gästen bereits in der Ordensregel verankert: "Jeder Gast soll im Kloster wie Christus aufgenommen werden, besonders Pilger, Fremde und jene, die Hilfe brauchen", zitierte der Abtpräses den heiligen Benedikt. Dies umzusetzen, sei "schön und zugleich eine große Herausforderung".

Etliche der Klöster sind auch an zwei unmittelbar bevorstehenden Großereignissen beteiligt: Rund um den 17. Mai finden zum "Internationalen Museumstag" - der dieses Jahr dem Thema "Nachhaltigkeit" gewidmet ist - spezielle Klosterführungen in den Stiften Altenburg, Klosterneuburg, Melk und Zwettl statt. Knapp zwei Wochen später öffnen in der "Langen Nacht der Kirchen" am 29. Mai zwölf "Klösterreich"-Standorte ihre Pforten: Die Stifte Altenburg, Geras, Herzogenburg, Lilienfeld, Seitenstetten, Stams, St. Florian, St. Lambrecht und Zwettl sowie die Marienschwestern vom Karmel in Linz und der Heiligenkreuzerhof in Wien stehen den interessierten Nachtstreunern dabei zur Wahl.



Bezug des Folders und weitere Informationen:

www.kloesterreich.at

und telefonisch unter +43 2735 5535-0

 

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