Friday 27. November 2020

IFES-Befragung zeigt: Sonntag ist nicht verkäuflich

Bischof Ludwig Schwarz

Der freier Sonntag hat einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Das betonen der Sprecher der Allianz für den freien Sonntag Österreich, Bischof Ludwig Schwarz, und Franz Georg Brantner, GPA-djp, anlässlich der IFES-Befragung, deren Ergebnisse am 18. Dezember 2014 präsentiert wurden.

„Das Ergebnis der heute vorgestellten IFES-Befragung zum Thema Sonntagsarbeit im Handel spricht mehr als nur klare Worte: Der freie Sonntag gilt den Menschen als wertvolles und unverzichtbares Gut“, sagt Gabriele Kienesberger, die Koordinatorin der Allianz für den freien Sonntag Österreich. Insgesamt 87 % von 800 befragten Personen, die im Wiener Handel tätig sind, gaben an, am Sonntag nicht arbeiten zu wollen. Die Studie war von der GPA-djp in Auftrag gegeben worden.

 

 

Tourismuszonen als Einfallstor für allgemeine Sonntagsarbeit

 

„Dass die meisten Menschen auch nicht durch Zuschläge und Ersatzruhezeiten für Sonntagsarbeit zu gewinnen sind, ist schon bemerkenswert. Die Menschen lassen sich auch nicht mit dem Argument, Tourismuszonen ließen sich in einer Metropole auf einzelne Bezirke oder Straßenzüge begrenzen, aufs Glatteis führen“, so Kienesberger. So befürchten laut IFES-Befragung über 60 %, dass die Einführung von Tourismuszonen „sicher oder eher schon zu einer generellen Sonntagsöffnung im gesamten Handel führen würde“. Kienesberger weiter: „Die Menschen sind sehr besorgt, dass mit Tourismuszonen in Wien ein Einfallstor für allgemeine Sonntagsarbeit im Handel geöffnet wird“. Nur 17 % wären laut Studie bereit, sonntags zu arbeiten, wenn als Ausgleich ein 100%-Zuschlag und Ersatzruhezeiten vereinbart sind. 55 % der Befragten lehnen auch strikt ab, überhaupt Verhandlungen über Tourismuszonen zu führen (selbst wenn diese darauf abzielen würden, entsprechende Rahmenbedingungen zu vereinbaren).

 

 

Freier Sonntag wichtig für sozialen Zusammenhalt

 

Der Sprecher der Allianz für den freien Sonntag Österreich, Bischof Ludwig Schwarz (Österreichische Bischofskonferenz) zu den Ergebnissen: „Wir sehen mehr als deutlich, dass für die Menschen der freie Sonntag ein Symbol der Freiheit ist: jede Woche die Sicherheit zu haben, frei zu haben anstatt arbeiten zu müssen, lieber gemeinsame Zeit in der Partnerschaft und in der Familie verbringen zu können. Die Menschen wollen sich den Sonntag nicht abkaufen lassen. Der freie Sonntag ist wichtig für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft.“ Bei der Personengruppe, die in Partnerschaft lebt bzw. Kinder hat, sind laut Befragung nur 8% bereit, sonntags zu arbeiten.

 

Franz Georg Brantner, Sprecher der Allianz für den freien Sonntag Österreich: „Eine wesentliche Erkenntnis für uns als Bündnis von über 50 Organisationen ist: Reicht das Geld, dann möchten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen auch Zeitwohlstand und den freien Sonntag genießen. Die etwas höhere Bereitschaft von Alleinerziehenden (24 %) zur Annahme von Sonntagsarbeit gibt uns den wichtigen Hinweis, dass viele es sich offensichtlich existenziell nicht leisten können, den Sonntag frei zu nehmen.“ Brantner abschließend: „Zeitwohlstand und Lebensqualität dürfen nicht zu einem Privileg von Wenigen werden, die es sich leisten können.“

 

 

Allianz für den freien Sonntag Österreich

 

Als breites gesellschaftliches Bündnis stellt die Allianz für den freien Sonntag Österreich, der über 50 Organisationen aus den Bereichen Vereine, Freizeitorganisationen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Gewerkschaften und Kirchen angehören, die Bedeutung gemeinsamer freier Zeiten für das gesellschaftliche Zusammenleben in den Mittelpunkt.

 

 

Allianz für den freien Sonntag

 

Katholische Sozialakademie Österreichs (ksoe) / (be)

 

Stand 16.11.2020

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