Samstag 17. November 2018

Diözesane Ehrenzeichen

MitarbeiterInnen des Linzer Diözesangerichtes mit den Ausgezeichneten_Foto: Diözese Linz

Renate Doppler und Walter Müllner wurden am 25. Juni 2014 mit der Florianmedaille ausgezeichnet.

Bischof Dr. Ludwig Schwarz hat Dr.in Renate Doppler und Dr. Walter Müllner - zwei besonders verdiente Persönlichkeiten, die bereits viele Jahre ehrenamtlich im Diözesangericht Linz tätig sind - mit der Florianmedaille der Diözese Linz ausgezeichnet.

Sie trugen durch ihre Tätigkeit im Diözesangericht wesentlich dazu bei, dass zahlreichen Menschen eine Klärung bzw. ein Neustart in ihrem Beziehungsleben innerhalb der Katholischen Kirche ermöglicht werden konnte. Die Florianmedaille wird verliehen für besonderen ehrenamtlichen Einsatz auf diözesaner Ebene.

Das Ehrenzeichen wurde von der Linzer Künstlerin Ulrike Neumaier gestaltet. Sie verwendete das Symbol des Mühlsteins des Diözesanheiligen Florian und arbeitete in den Münzrand den Satz: „Et si nemo, ego tamen.“ – „Und wenn es keiner macht, ich tue es doch!“.

 

Florianmedaille an Renate Doppler_Foto Diözese Linz

Florianmedaille an Dr.in Renate Doppler_Foto: Diözese Linz

 

Florianmedaille an Walter Müllner_Foto Diözese Linz

Florianmedaille an Dr. Walter Müllner_Foto: Diözese Linz

 

 

In den Laudationes wurde das große Engagement der Geehrten hervorgehoben:


Dr.in Renate Doppler
Renate Doppler wurde 1937 in Pilsen geboren. Durch die Vertreibung kam sie 1945 nach Österreich. Nach der Matura am Realgymnasium Körnerstraße im Jahr 1956 absolvierte sie das Jus-Studium in Wien, das sie 1960 mit der Promotion abschloss.
Nach dem Gerichtsjahr arbeitete sie bis 1967 in einer Rechtsanwaltskanzlei und war dann von 1970 bis 1997 Redakteurin der Frauenzeitschrift „Welt der Frau“. Anschließend wirkte sie bis 2004 als Stellvertretende Vorsitzende der Oö. Patientenvertretung. Daneben lehrte sie 15 Jahre Rechtskunde an der Altenbetreuungsfachschule des Landes OÖ.
Vor 25 Jahren erklärte sich Frau Doppler erstmals bereit, als Richterin am Diözesangericht Linz ehrenamtlich mitzuarbeiten - eine Bereitschaft, die auch nach vorerst negativem Bescheid der Apostolischen Signatur in Rom (Dispens vom akad. Grad im Kirchenrecht) aufrecht blieb. Sie war damals die erste Frau in Österreich, die in einer Diözese zur Diözesanrichterin ernannt wurde.
1991 von Bischof Maximilian Aichern zur Auditorin / Vernehmungsrichterin ernannt, leitet sie seither in zahlreichen Ehenichtigkeitsverfahren unzählige Befragungen mit großem rechtlichem und vor allem menschlichem Geschick - weshalb sie gerade in Verfahren mit belastenden Ehegeschichten (meist für Frauen) zur Vernehmungsrichterin ernannt wird. Dr.in Doppler versteht es, den Menschen mit Herzlichkeit und Bestimmtheit zu begegnen, was sich vor allem in den teils sehr emotionalen Momenten bewährt. Das ehrliche Interesse und Verständnis für die Menschen, für ihre Geschicke und insbesondere ihre Missgeschicke, ist für alle Beteiligten ein großer Gewinn. Immer wieder ist zu hören, wie sympathisch, aber auch – im positiven Sinn – herausfordernd diese „Befragungen“ erlebt werden.
Sehr geschätzt werden von den erkennenden Richtern und Ehebandverteidigern die Protokolle von Frau Doppler, handelt es sich dabei doch quasi um „Live-Mitschnitte“, da sie es mit ihrem journalistischen Geschick versteht, die Schilderungen der Menschen durch Verwendung von O-Ton-Passagen sehr lebhaft in Schriftform zu bringen. (Bisweilen zum Leidwesen der Schriftführerin, da diverse Lautnuancen auf der Tastatur nicht zu finden sind).
1998 schließlich wurde Renate Doppler mit Erlaubnis der Apostolischen Signatur auch zur Diözesanrichterin ernannt und leistet in dieser Funktion bei den Urteilssitzungen durch ihre treffsicheren Voten manch wirklich entscheidenden Beitrag für das Richterkollegium.
Nicht unerwähnt soll auch ihre Tätigkeit als Mitglied in der Schlichtungs- und Schiedsstelle der Diözese Linz sein.
Für diesen einfühlsamen Umgang mit den Menschen im Diözesangericht möchte ich mich als Bischof recht herzlich bedanken und als Zeichen der Anerkennung die Florianmedaille überreichen.


Dr. Walter Müllner
Dr. Walter Müllner wurde 1928 in Linz geboren. Nach der Matura am Realgymnasium Khevenhüllerstraße im Jahr 1948 absolvierte er das Jus-Studium in Wien, das er 1953 mit der Promotion abschloss.
Nach dem Gerichtsjahr trat er in den Dienst der OÖ. Handelskammer und war von 1969 bis zu seiner Pensionierung 1989 Leiter des Wirtschaftsförderungsinstitutes der Handelskammer.
Auf Anregung und Empfehlung des damals bereits am Diözesangericht tätigen Richters Dr. Josef Schauer erklärte sich Dr. Müllner 1993 zur Mitarbeit am Diözesangericht bereit und wurde mit 15. April 1993 von Bischof Maximilian Aichern zum Auditor ernannt. Bereits 2 Jahre später wurde Dr. Müllner mit Dispens der Apostolischen Signatur zum Ehebandverteidiger bestellt – womit erstmals ein Laie mit dieser Aufgabe betraut wurde.
Erst nach Vollendung seines 85. Lebensjahres im August 2013 ersuchte Dr. Müllner (neuerlich), von seinen Aufgaben am Diözesangericht entpflichtet zu werden. Dieser Bitte kam der Gerichtsvikar am 31. Dezember 2013 schließlich nach.
Somit war Dr. Müllner 20 Jahre lang am Diözesangericht als Vernehmungsrichter in Ehenichtigkeits- und auch Eheauflösungsverfahren tätig. Die von ihm geleiteten zahllosen Befragungen waren geprägt von großer Wertschätzung gegenüber allen handelnden Personen, von vornehmen, besonnenen und trotzdem herzlichen Umgangsformen, von großer Präzision und Klarheit in den rechtlichen Belangen und von einer bewundernswerten Fähigkeit, Gespräche aus dem Gedächtnis prägnant und umfassend im Protokoll wiederzugeben.
Mehr als 15 Jahre lang lieferte Dr. Müllner mit seinen wohlüberlegten und wohl-dosiert kritischen Stellungnahmen als Bandverteidiger („Animadversiones“) hilfreiche Beiträge im Entscheidungsfindungsprozess der Eheverfahren. Aber auch darüber hinaus trug er durch seine aufmerksamen Bemerkungen, Überlegungen und Anfragen sowohl in rechtlicher wie auch in theologischer und nicht zuletzt auch in organisatorischer Hinsicht zu einer ständigen Weiterentwicklung der gerichtlichen Praxis des Linzer Diözesangerichtes bei.
Nicht unerwähnt soll auch seine Mitarbeit in der Schlichtungs- und Schiedsstelle der Diözese Linz bleiben, eine Zeitlang war er als deren Vorsitzender tätig.
Für diese umfangreiche und vor allem wertvolle spezielle Tätigkeit bis ins so hohe Alter sage ich als Bischof ein sehr herzliches „Vergelt‘s Gott“ und überreiche als Zeichen des Dankes gerne die Florianmedaille.

 

Diözesangericht der Diözese Linz

 

Ordinariatskanzlei (ej)

 

 

Florianmedaille an Renate Doppler_Foto Diözese Linz

Pressefoto 1 zum Download
Verleihung der Florianmedaille an Dr.in Renate Doppler. Foto: Diözese Linz/honorarfrei

 

 

 Florianmedaille an Walter Müllner_Foto Diözese Linz

Pressefoto 2 zum Download
Verleihung der Florianmedaille an Dr. Walter Müllner. Foto: Diözese Linz/honorarfrei

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