Amtseinführung von Pfarrer und Pfarrvorständ:innen in der neuen Pfarre Linz-Süd
Nach Jahren intensiver Vorbereitung wurde mit 1. Jänner 2026 das Dekanat Linz-Süd als neue Pfarre Linz-Süd kirchenrechtlich gegründet. Die neue Pfarre besteht aus den 13 Pfarrteilgemeinden Linz-Ebelsberg, Linz-Guter Hirte, Linz-Heiligste Dreifaltigkeit, Linz-Herz Jesu, Linz-Marcel Callo, Linz-Solarcity, Linz-St. Antonius, Linz-St. Franziskus, Linz-St. Michael, Linz-St. Paul zu Pichling, Linz-St. Peter, Linz-St. Quirinus und Linz-St. Theresia. Geleitet wird sie von Pfarrer Mag. Thomas Schawinski, Pastoralvorständin Mag.a Elisabeth Greil und Verwaltungsvorstand Ing. Peter Roland. Wesentlich bleiben bzw. weiter intensiviert werden die Zusammenarbeit bzw. die Mithilfe und Leitungsverantwortung in unterschiedlichen Aufgabenbereichen von Priestern, Ständigen Diakonen, Seelsorger:innen sowie haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen vor Ort in den Pfarrteilgemeinden bzw. im pastoralen Handlungsraum der Pfarre.
Den Festgottesdienst zur Amtseinführung von Pfarrer und Pfarrvorständ:innen stand unter dem Motto: „Miteinander Zukunft in Linz-Süd gestalten“. Mit der Gemeinde feierte Bischof Manfred Scheuer gemeinsam mit Priestern, Diakonen, weiteren Seelsorger:innen und Wortgottesfeier-Leiter:innen aus den Pfarrteilgemeinden am 17. Jänner 2026 um 18 Uhr in der Pfarrkirche Linz-St. Michael. Gekommen waren Vertreter:innen aller 13 Pfarrteilgemeinden und der pastoralen Orte, die den Gottesdienst aktiv mitgestalteten, sowie zahlreiche Pfarrmitglieder der neuen Pfarre Linz-Süd. Auch 26 Ministrant:innen aller Altersstufen aus verschiedenen Pfarrgemeinden feierten mit. Der Einladung gefolgt waren darüber hinaus Martin Füreder, Leiter des Fachbereichs Priester und Diakone, und Vertreter:innen der Linzer Nachbarpfarren.
Unter den Mitfeiernden waren auch Vertreter der Ökumene und des interreligiösen Dialogs: Pfarrer Jörg Schagerl von der Evangelischen Pfarrgemeinde A. B. Linz-Süd, Pastor Martin Obermeir-Siegrist von der Evangelisch-methodistischen Kirche Linz und Murat Baser von der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Die Politik war u. a. durch Bürgermeister Dietmar Prammer vertreten, der am Ende des Gottesdienstes eine Ansprache hielt. Insgesamt füllten an dem für die neue Pfarre historischen Tag etwa 500 Mitfeiernde die große Pfarrkirche – ein starkes Lebenszeichen der Pfarre Linz-Süd.
Neues Miteinander, das sicht- und hörbar wurde
Ein vor dem Altar aus Tüchern gelegter Baum machte die einzelnen Teile der Pfarre Linz-Südsymbolisch sichtbar: Am Beginn des Gottesdienstes wurde für jede Pfarrteilgemeinde und jeden pastoralen Ort je eine Kerze entzündet und von einem Vertreter bzw. einer Vertreterin in die Wurzeln dieses Baumes gestellt.
Das Miteinander in der neuen Pfarre wurde auch bei der musikalischen Gestaltung des Festgottesdienstes spür- und hörbar: Ein Projektchor, bestehend aus ca. 100 Sänger:innen aus Linz-Süd, sang unter der Leitung von Roman Schacherl. Es erklang die „Missa brevis Gaudete“ von Gerhard Schacherl, Vater des Chorleiters und gebürtiger „Linz-Südler“, der den Chor selbst am Klavier begleitete. An der Orgel musizierte Alice Ertlbauer-Camerer.
Beim Festgottesdienst bekundeten die Ernannten vor Bischof Manfred Scheuer und der versammelten Feiergemeinde ihre Bereitschaft, die Pflichten dieser Ämter auf sich zu nehmen: So versprachen sie, die Pfarre Linz-Süd umsichtig zu leiten, in ihr die Grundvollzüge von Kirche lebendig zu halten, dafür zu sorgen, dass die frohe Botschaft des Evangeliums zeitgemäß verkündet wird, Arme und Bedrängte in die Mitte der Gemeinschaft zu stellen, an Freud und Leid der Menschen Anteil zu nehmen und mit Wertschätzung sowie im Dienst an der Einheit mit allen Haupt- und Ehrenamtlichen in den Pfarrgemeinden und pastoralen Orten zusammenzuarbeiten und dabei Bischof Scheuer gegenüber loyal zu sein.
Bischof Scheuer: Platz der Kirche ist an der Seite der Menschen
In seiner Predigt fragte Bischof Manfred Scheuer nach dem Wozu pfarrlicher und kirchlicher Arbeit. „Wozu ist das Ganze gut? Damit ihr anderen nützt, damit ihr sie aufbaut. Damit Gott gelobt wird und damit mehr Liebe, Freude und Gemeinschaft in die Welt kommt. Durch euer Wirken und durch eure Arbeit soll der Seele ein Raum gegeben werden.“ Nicht nur junge Menschen bräuchten einen Platz zum Leben, an dem sie sich gebraucht und willkommen erfahren würden. „Wo ist der Platz der Kirche? Sie steht an der Seite, sie assistiert Menschen“, so Scheuer.
Christinnen und Christen in der Pfarre Linz-Süd seien „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Reich Gottes, Mitliebende Gottes in dieser Welt“, betonte Scheuer an die Mitfeiernden gewandt. Der Bischof dankte allen, die sich hauptamtlich und ehrenamtlich in vielfältiger Weise engagieren und die Pfarre Linz-Süd lebendig halten. „Wie viel von der Freundschaft mit Jesus und von der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft ist bei euch zu spüren!“, würdigte der Bischof dieses Engagement.
Feiern in Verbundenheit
Nach der Predigt von Bischof Manfred Scheuer beteten Pfarrer Thomas Schawinski, Pastoralvorständin Elisabeth Greil und Verwaltungsvorstand Peter Roland mit der Pfarrgemeinde das Glaubensbekenntnis. Nun erklärte Bischof Scheuer die Rechtmäßigkeit des Amtsantritts. Vertreter:innen der Pfarrgemeinden und pastoralen Orte drückten dem Pfarrer und den beiden Pfarrvorständ:innen per Handschlag ihre Verbundenheit und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit zum Wohl der ganzen Pfarre aus. Abschließend segnete Bischof Scheuer die Neubestellten für ihren Dienst.
Im Geist des Evangeliums die Pfarre Linz-Süd in die Zukunft führen
Am Ende des Gottesdienstes formulierten Pfarrer Thomas Schawinski, Pastoralvorständin Elisabeth Greil und Verwaltungsvorstand Peter Roland ihren Dank.
Pastoralvorständin Elisabeth Greil dankte Bischof Manfred Scheuer, der an seinem 10-Jahr-Jubiläum als Bischof von Linz die Amtseinführung vorgenommen hatte, und allen Mitfeiernden. Greil unterstrich die Vielfalt, die die Pfarrgemeinden und pastoralen Orte in die neue Pfarre Linz-Süd einbrächten. „Diese Vielfalt im Pfarrgemeinde-Leben, in der Feierkultur, Theologie, Finanzkraft und auch Wertehierarchie ist eine Herausforderung, die uns zerreißen oder stärken kann, wenn wir uns daran erinnern, was unser Glaubensfundament ist – dass wir alle Kinder eines Gottes sind und auf Jesus Christus als Licht vertrauen.“ Auch wenn die Rahmenbedingungen für Kirche im Süden von Linz nicht die Einfachsten seien, glaube sie gemeinsam mit Pfarrer und Verwaltungsvorstand „an eine Zukunft, in der Kirche weiterhin relevant sein wird und in der wir als Christinnen und Christen wichtige Bausteine für ein gelingendes Zusammenleben in Linz-Süd beitragen können“.
Verwaltungsvorstand Peter Roland unterstrich die Bedeutung eines guten, wertschätzenden Miteinanders. „Hinter Zahlen, Plänen und Entscheidungen stehen immer Menschen: Ehrenamtliche, Hauptamtliche, Familien, junge und ältere Menschen. Ihnen allen zuzuhören ist uns ein großes Anliegen.“ Veränderungen seien manchmal ungewohnt, aber „notwendig, um gut für die Zukunft aufgestellt zu sein.“ Ihm sei wichtig, dass die Verwaltung der Seelsorge, Gemeinschaft und Begleitung diene, denn: „Sie sind das Herz unserer Pfarre“, so Roland.
Pfarrer Thomas Schawinski dankte allen Priestern, Seelsorger:innen und Ehrenamtlichen, die die Pfarrgemeinden von Linz-Süd bisher geleitet, getragen und geprägt haben. Er betonte angesichts einer Zukunft, die „offen, ungewohnt und auch herausfordernd“ sei: „Wir gehen diesen Weg nicht allein. Wir leiten im Team – und wir gehen ihn gemeinsam mit euch, liebe Pfarrgemeindemitglieder, wissend, dass Gott uns durch alle Zeiten trägt.“ Im veränderten Zeitgeist liege auch eine Chance, zeigte sich Schawinski überzeugt: „Wir wollen nach wie vor aus der Botschaft Jesu leben – aus dem Evangelium, das uns Jesus anvertraut hat. Nicht aus Gewohnheit, sondern aus Überzeugung. Nicht aus Macht, sondern aus Hoffnung. Nicht aus Angst vor dem Weniger, sondern aus Vertrauen in das Wesentliche. Im Geist dieses Evangeliums wollen wir die Pfarre Linz-Süd in die Zukunft führen.“
Bürgermeister Prammer: Pfarren als verlässliche Partner
Der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer betonte in seiner Rede zur Amtseinführung: „Die Pfarren sind für uns verlässliche Partner, die in unseren Stadtteilen wie in der gesamten Stadtgemeinschaft unverzichtbare Arbeit leisten. Die enge Verbindung zwischen der Stadt Linz und den Pfarrgemeinden zeigt sich nicht nur bei Feiern wie dieser, sondern auch im regelmäßigen Austausch, der uns seit vielen Jahren verbindet. Mein besonderer Dank gilt allen haupt- und ehrenamtlich Engagierten, die mit ihrem Einsatz soziale Wärme, Unterstützung und Gemeinschaft in unsere Stadt tragen und damit das Leben in Linz nachhaltig bereichern.“
Zur Agape, zu der nach dem Festgottesdienst alle Mitfeiernden eingeladen waren, trugen alle 13 Pfarrgemeinden etwas bei. Bei Speis und Trank und guten Gesprächen fand das Fest seinen Ausklang.