Saturday 27. February 2021

Kreative Seelsorge: Auch in Corona-Zeiten nah bei den Menschen

 Nähe auf Distanz in der Pfarre Wels-St. Franziskus

Die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus veranlassen Pfarren und Jugendzentren der Katholischen Kirche in Oberösterreich zu neuen, kreativen Formen der Seelsorge. Hier einige Beispiele, welche Akzente Kirche in diesen Tagen setzt, um auch in Zeiten räumlicher Distanz nah bei den Menschen zu sein.

 

 

Pfarre Wels-St. Franziskus: Nähe auf Distanz

 

Die SeelsorgerInnen der Pfarre Wels-St. Franziskus haben einen Weg gefunden, wie sie unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen persönliche Gespräche anbieten können. Vier Mal pro Woche steht auf der Veranda im „Garten der Begegnung“ ein/e Mitarbeiter/in zur Verfügung, der/die Zeit für Gespräche hat.

 

Bereits vor Ostern haben MitarbeiterInnen der Pfarre jene Menschen angerufen, von denen sie wussten, dass sie allein leben und von denen auch die Telefonnummer bekannt war. „Wir haben aber gemerkt, dass das Kontakthalten telefonisch nicht so leicht ist, auch weil manche Menschen nicht so gut hören. Außerdem war bei den Leuten der Wunsch da, wieder einmal jemanden persönlich zu sehen, berichtet Mag.a Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Pastoralassistentin in Wels-St. Franziskus.

 

Die Pfarrkirche und das Pfarrzentrum von St. Franziskus ist umgeben von einem „Garten der Begegnung“, der auch sonst gerne von den Menschen aus den angrenzenden Wohnanlagen genutzt wird. „Die Menschen machen hier Yoga, gehen mit ihren Hunden spazieren, picknicken. Manche Gespräche ergaben sich ganz natürlich. Die Leute haben uns oft gesagt, dass sie hier absichtlich vorbeikamen, in der Hoffnung, vielleicht jemanden zu treffen“, erzählt die Pastoralassistentin.

 

Zentral für die Idee des Gesprächsangebots war aber auch eine Erfahrung, die das Pfarrteam mit seinem Angebot am Karfreitag gemacht hat. Da wurde im Außenbereich eine Möglichkeit der Kreuzverehrung gegeben. „Das wurde recht gut angenommen“, berichtet Gumpenberger-Eckerstorfer: „Zwischen 15.00 und 19.00 Uhr war eigentlich immer jemand da, darunter viele Leute aus der Gottesdienstgemeinde, in der Hoffnung, jemanden zu sehen.“ So entstand die Idee, die Veranda des „Gartens der Begegnung“ regelmäßig für Gesprächsangebote zu nützen. Von Dienstag bis Freitag zwischen 15.00 und 17.00 Uhr ist ein/e Mitarbeiter/in vor Ort. Sonntags ab 9.30 Uhr ist auch die Pfarrkirche geöffnet. Dazu Gumpenberger-Eckerstorfer: „Die Gespräche sind ganz unterschiedlich, vom einfachen Plaudern zu Gesprächen, bei denen es wirklich ans Eingemachte geht.“ Das Angebot soll jedenfalls so lange bleiben, bis wieder eine annähernd normale Situation in der Gemeinde möglich ist.

 

Fotos: „Nähe auf Distanz“ bieten die SeelsorgerInnen der Pfarre Wels-St. Franziskus. © Helmut Geißler

https://www.dioezese-linz.at/wels/stfranziskus/home

 

Pfarre Wolfsegg: Neue Zeitung „zsaumhoidn!“

 

„Miteinander in Wolfsegg“ – unter diesem Motto erscheint die neue Zeitung „zsaumhoidn!“ in der Pfarre Wolfsegg.

 

„Unsere Pfarrblattredakteurin Magdalena Welsch hatte die Idee, irgendwie mit den Menschen in Wolfsegg in Kontakt zu bleiben“, erklärt Dr. Markus Himmelbauer, Pfarrassistent in Wolfsegg. Die Zeitung „zsaumhoidn!“ erscheint dreimal pro Woche und wird auf der Pfarrwebsite, auf Facebook, über E-Mail und in ausgedruckter Form im Kaufhaus „Kronlachner“ verteilt.

 

„Durch die Zeitung erfahren alle Pfarrmitglieder kontinuierlich Ansprache. Damit kommen wir aus unserer ‚Blase‘ heraus. Und ich lasse jetzt immer auch Leute aus unserem Ort zu Wort kommen – das ist zwar redaktioneller Aufwand, aber es kommt gut an“, sagt Himmelbauer.

 

In der Zeitung gibt es keine Rubriken, jeder und jede kann etwas dazu beitragen. Seien es Texte, Bilder, Bastelideen oder einfach Gedanken, die man teilen möchte, alles ist willkommen. Himmelbauer sammelt die Beiträge und stellt die Ausgaben zusammen. Die Zeitung ist überparteilich, die Beiträge geben lediglich die Meinung der einzelnen Autoren und Autorinnen wider. Himmelbauer ist darüber hinaus via Facebook im Austausch mit seinen Gemeindemitgliedern.

 

Foto: Logo „zsaumhoidn!“ © Pfarre Wolfsegg

https://www.dioezese-linz.at/wolfsegg

 

Pfarre Linz-Heiligste Dreifaltigkeit: „Ermutigung to go“

 

Ermutigung to go, Ideen für Kinder to go und Gottesdienst to go gibt es derzeit in der Pfarrgemeinde Heiligste Dreifaltigkeit in Linz-Oed – in Kuverts auf Wäscheleinen rund um die Kirche und im Kirchenraum platziert. Vorbeikommende Menschen können sich ein Kuvert aussuchen und mit heimnehmen. Die Inhalte wechseln regelmäßig, das Projekt kommt bei der Bevölkerung gut an: „Am Ende des Tages ist die Wäscheleine leer“, freut sich Pfarrassistent Mag. Franz Pamminger, der das Projekt gemeinsam mit Seelsorgerin Mag.a Andrea Mayer-Edoloeyi entwickelt hat. Das Angebot ist auch online auf der Pfarrwebseite verfügbar.

 

Fotos: „Ermutigung to go“ in der Pfarre Linz-Heiligste Dreifaltigkeit. © Franz Pamminger

https://www.dioezese-linz.at/pfarre/4190

 

Enns-St. Laurenz: Sonntagsimpulse als YouTube-Video

 

Dass Beteiligung an der Kirche auch online möglich ist, zeigt unter anderem die Pfarre Enns-St. Laurenz. In der Basilika werden einmal pro Woche rund 15-minütige Videos für Sonntagsimpulse gedreht und anschließend via YouTube veröffentlicht. Aufgezeichnet wird dabei jedoch kein Gottesdienst, sondern es werden Lesungen, Predigten und kurze Musikstücke aufgenommen. Pfarrassistent MMag. Dr. Harald Prinz gestaltet die Beiträge gemeinsam mit seiner Frau Ulrike und seinen Kindern Marlies und Adrian. Das Angebot stößt auf Anklang: Gleich bei der ersten Version gab es laut Prinz über 500 Zugriffe. Das Interesse der Menschen steige mit jedem Video. Die Impulse sind für viele Gläubige mittlerweile zu einem Ritual im Alltag geworden, denn „einige bauen diese Impulse in ihre persönliche Hauskirche ein“, erzählt der Pfarrassistent. Menschen, die keinen Onlinezugang haben, können sich die jeweils aktuellen Bibelstellen, Predigten und weiterführende Schriften in der Kirche von der liturgischen Wäscheleine „pflücken“.

 

Foto: Pfarre Enns-St. Laurenz: Pfarrassistent MMag. Dr. Harald Prinz gestaltet 15-minütige Videos mit Sonntagsimpulsen. © Christoph Huemer

https://www.dioezese-linz.at/enns-stlaurenz

 

Jugendzentren: Digitale Jugendzentren, Brieffreundschaften und Corona-Blues

 

Auch Jugendzentren setzen auf Onlinekommunikation. Das „Gewölbe“ in Steyr tritt beispielsweise mit regelmäßigen Botschaften und Challenges auf Instagram, WhatsApp und Facebook mit Jugendlichen in Kontakt. Daneben ermutigt das Leitungsteam aber auch zu Brieffreundschaften, denn das Schreiben eines Briefes sei eine ganz eigene Erfahrung, schildert Leiterin Melanie Berger: „Briefe sind etwas Wertvolles. Man kann sich ganz der Person, der man schreibt, widmen.“ In Anbetracht der Tatsache, dass gegenwärtig viel online kommuniziert werde, seien Briefe „zum Anfassen“ ein Ausgleich. Das Interesse der Jugendlichen an neuen Brieffreundschaften ist da. „Da möchten wir auch beim Kontakteknüpfen unterstützen“, sagt Berger.

 

Das STUWE Linz hat ein „Digitales Jugendzentrum“ errichtet und bietet laufend spannende Formate auf Instagram. Jugendliche können sich zum Beispiel auf eine „Plauderstunde“ per Videokonferenz oder eine virtuelle Spielrunde freuen. Humorvolle Postings dürfen in dieser herausfordernden Zeit nicht zu kurz kommen, meint die zuständige Leiterin Silvia Rockenschaub. Sie hat den „Coronablues“ komponiert – ein Lied zur Aufmunterung und zum Mitsingen.

 

Foto: Ein Lied zum Schmunzeln: STUWE-Leiterin Silvia Rockenschaub singt den „Corona Blues“. © Silvia Rockenschaub

https://www.dioezese-linz.at/gewoelbe

https://www.dioezese-linz.at/stuwe

 

Pfarre Brunnenthal: Zuhören ist gefragt

 

„Meistens rufen die Leute wegen einer Kleinigkeit an, wir spüren aber, sie wollen reden.“ Diese Erfahrung machen gerade Pfarrassistentin Adelheid Schrattenecker und Pastoralassistent Florian Baumgartner in der Pfarre Brunnenthal. Zuhören ist mehr gefragt denn je, die Menschen freuen sich auch darüber, wenn sich Nachbarn telefonisch melden. Generell läuft in der Pfarre momentan vieles über die einzelnen Ortschaften. Pfarrgemeindratsmitglieder und viele, die in der Pfarre aktiv sind, übernehmen nicht nur Telefondienste, sondern organisieren auch Nachbarschaftshilfe, um etwa Einkäufe für andere zu erledigen. Viele haben sich aktiv angeboten und werden nach Bedarf verständigt. Dabei wird immer versucht, die Risikogruppen zu schützen und vor allem die alten Menschen zu ermutigen, zu Hause zu bleiben.

 

In der Zeit, in der Gruppentreffen und Versammlungen abgesagt sind, hat sich ein Videokanal der Pfarre etabliert. Auch die Erstkommunionvorbereitung wurde anfangs online abgehalten. „Jetzt sind neue Kommunikationswege gefragt und wir bekommen dazu sehr viele positive Rückmeldungen, freut sich Schrattenecker über die Resonanz zu den Online-Angeboten.

 

Was ihre Freude etwas trübt, sind die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Menschen: „Wir haben in der Gemeinde viele Häuslbauer, viele junge Familien, deren Existenz momentan bedroht scheint. Wir stehen in der Pfarre nicht nur für Telefonate zur Verfügung, sondern wir rufen die Menschen auch an und fragen nach, wie es ihnen geht“, so die engagierte Pfarrassistentin. Um den Menschen Mut zu machen, gibt es täglich von der Pfarre auch per WhatsApp Impulse, Texte und Infos, um in Verbindung zu bleiben. Die EmpfängerInnen dieser Nachrichten leiten diese dann wieder weiter. So werden im Schneeballsystem die meisten erreicht.

 

Fotos: Pfarrassistentin Adelheid Schrattenecker und Pastoralassistent Florian Baumgartner führen derzeit viele Telefonate, um mit den Menschen in Kontakt zu bleiben.

https://www.dioezese-linz.at/brunnenthal

 

Pfarre Kirchschlag: „Geistliche Kommunion“ via Facebook, Mutspirale und Seelennahrung to go

 

In der Pfarrkirche Kirchschlag und im Pfarrzentrum ist es recht ruhig geworden. Keine Gottesdienste, keine Gruppentreffen, das Gemeinschaftsleben scheint auf den ersten Blick zu „schlummern“.

Aber beim zweiten Hinsehen gibt es doch Spuren eines Miteinanders. Seit dem Fünften Fastensonntag steht in der Kirche eine Schale, die einlädt, kleine Gesten der gegenseitigen Wertschätzung zu pflegen. KirchschlagerInnen legen aufmunternde Texte, Zeichnungen, kleine Mutmacher-Gegenstände dort hinein oder nehmen sich etwas heraus. „Die gemeinsame Kommunionschale muss nicht leer bleiben – wir versuchen einander mit dem, was wir haben, im Sinne der ,fünf Brote und zwei Fische‘ zu nähren“, erläutert Pastoralassistentin Magdalena Froschauer-Schwarz diese Form der Begegnung. Eine immer aktuell gestaltete Pinnwand in der Kirche lädt zum Innehalten ein, es kann dort auch eine Kerze entzündet werden.

 

Die gewohnte Kommunikation von Gesicht zu Gesicht ist jetzt erschwert. Die GottesdienstbesucherInnen vor Corona-Zeiten, die schon älter sind, sind leider sehr isoliert. Trotzdem ist viel Bemühen umeinander spürbar. Die Mitglieder der Katholischen Frauenbewegung verteilen beispielsweise Briefe in den Postkästen der Haushalte mit der Einladung, zu telefonieren.

 

Auf dem Kirchenplatz tut sich auch etwas. In Zusammenarbeit mit der Volksschule ist eine „Mutspirale“ aus bemalten Steinen entstanden, und es wurde eine Linde gepflanzt, auf der „Nahrung für die Seele to go“ hängt.

 

„Auf der Suche nach neuen pastoralen Möglichkeiten, gibt es für mich auch ermutigende Überraschungen: Ich habe für die Pfarre eine Facebook-Seite eingerichtet und merke, dass da von Menschen aus dem Ort positive Resonanz kommt, die bisher wenig in meinem Blickfeld waren“, freut sich die Pastoralassistentin über die Möglichkeiten digitaler Kommunikation. Ein Kommentar auf dieser Seite bestätigt den Zuspruch zu dieser Initiative. Ein Facebook-Nutzer schreibt: „Das ist für mich ,geistliche Kommunion‘, wenn aus gebotenem Anlass Gemeinschaft nicht physisch erlebt und gefeiert werden kann, die Möglichkeit von Facebook zu nutzen. (…) Sehr wohltuend, dass sich Kirche / Pfarre so bemüht, Gemeinschaft zu pflegen.“

 

Fotos:
Pastoralassistentin Magdalena Froschauer-Schwarz erfährt viel positive Resonanz zum Facebook-Angebot der Pfarre.
Die Mutspirale auf dem Kirchenplatz

https://www.kirchschlag.net/info/pfarre
https://www.facebook.com/Pfarre-Kirchschlag-bei-Linz-108290374141476/

 

 

Presseunterlagen zum Download

 

Pressemitteilung zum Download (doc / PDF)

 

Pressefotos zum Download (honorarfrei)

 

Foto 1 und Foto 2: „Nähe auf Distanz“ bieten die SeelsorgerInnen der Pfarre Wels-St. Franziskus. © Helmut Geißler

 

Foto: Logo „zsaumhoidn!“ © Pfarre Wolfsegg

 

Foto 1 und Foto 2: Fotos: „Ermutigung to go“ in der Pfarre Linz-Heiligste Dreifaltigkeit. © Franz Pamminger

 

Foto: Pfarre Enns-St. Laurenz: Pfarrassistent MMag. Dr. Harald Prinz gestaltet 15-minütige Videos mit Sonntagsimpulsen. © Christoph Huemer

 

Foto: Ein Lied zum Schmunzeln: STUWE-Leiterin Silvia Rockenschaub singt den „Corona Blues“. © Silvia Rockenschaub

 

Foto 1 und Foto 2: Pfarrassistentin Adelheid Schrattenecker und Pastoralassistent Florian Baumgartner führen derzeit viele Telefonate, um mit den Menschen in Kontakt zu bleiben. © Pfarre Brunnenthal

 

Foto 1 Kirchschlag: Pastoralassistentin Magdalena Froschauer-Schwarz erfährt viel positive Resonanz zum Facebook-Angebot der Pfarre. © privat
Foto 2 Kirchschlag: Die Mutspirale auf dem Kirchenplatz. © Magdalena Froschauer-Schwarz

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