Ökumenischer Gottesdienst eröffnet Mauthausen-Gedenkfeier
Diözesanbischof Manfred Scheuer, die evangelische Bischöfin Cornelia Richter und der Wiener orthodoxe Bischofsvikar Ioannis Nikolitsis werden dem Gottesdienst um 10 Uhr vorstehen. Die musikalische Gestaltung liegt beim Chor der Pfarre Mauthausen.
Die offizielle Befreiungsfeier startet im Anschluss um 11 Uhr. An ihr werden auch eine Reihe von Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen und Religionsgemeinschaften teilnehmen, von katholischer Seite u. a. eine Delegation der Katholischen Aktion und zahlreiche Engagierte aus der Katholischen Jugend. Die Gedenkfeier steht heuer unter dem Thema „Täter und Täterinnen im Nationalsozialismus".
Holzkreuz, das an Opfer erinnert, wird gesegnet
In der KZ-Gedenkstätte ist das Holzkreuz, das bisher an der Aschenhalde an die Opfer erinnert hat, zuletzt in die Kapelle übertragen worden. Beim ökumenischen Gottesdienst wird das Kreuz an seinem neuen Platz in der Kapelle gesegnet werden, teilte das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) mit. Die Maßnahme ist Teil der Neugestaltung der Aschenhalde. Sie soll künftig deutlicher als bisher als Friedhof sichtbar gemacht werden und interkonfessionell gestaltet werden.

Das Holzkeurz, das an der Aschenhalde an die Opfer erinnerte, wurde in die Kapelle übertragen. © Samuel Haijes
Die Aschenhalde ist ein halbrunder Abhang im hinteren östlichen Teil des Geländes der KZ-Gedenkstätte. Dort wurde die Asche aus den Krematorien, in denen die Leichen getöteter Gefangener verbrannt wurden, hinunter gekippt. Nach Kriegsende und Befreiung des Lagers wurden ab 1947 an der Oberseite des Hanges erste Elemente einer Gedenkstelle errichtet, darunter ein weiß lasiertes Holzkreuz. In den 1950er-Jahren wurde dieses durch jenes Holzkreuz ersetzt, das bis jetzt an dieser Stelle an die Opfer erinnerte.
In den vergangenen Jahren sind auf dem Hang zunehmend Knochenreste zutage getreten. Um die Totenruhe und ein würdiges Gedenken zu gewährleisten, wurde damit begonnen, den Hang abzusichern. Er ist vom Bundesdenkmalamt als Grabstätte eingestuft und soll entsprechend neugestaltet werden.
Überkonfessionelle Gestaltung der Opfergrabstätte
Da es im KZ Opfer aus verschiedenen christlichen Konfessionen sowie verschiedenen Religionen und Weltanschauungen gab, soll die Gestaltung der Opfergrabstätte überkonfessionell erfolgen. Details dazu werden in einer Arbeitsgruppe der Gedenkstätte gerade erarbeitet. Die Entfernung des Kreuzes und seine Anbringung in der Kapelle sind im Einvernehmen mit den kirchlichen Vertretern im MKÖ erfolgt. Die Grabstätte soll künftig in die Rundgänge der Vermittlerinnen und Vermittler integriert werden.
„Fest der Freude" in Wien mit Zeitzeugin Lucy Waldstein
Bereits am Freitag, 8. Mai, dem Jahrestag des Kriegsendes, lädt das Mauthausen Komitee Österreich um 19.30 Uhr zum "Fest der Freude" auf dem Heldenplatz in Wien. Als Zeitzeugin wird dabei heuer Lucy Waldstein (95) sprechen. Weitere Redner sind Bundespräsident Alexander Van der Bellen, MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi und der Autor Robert Schindel, dessen Text zu „Täter und Täterinnen im Nationalsozialismus" die Moderatorin Katharina Stemberger vortragen wird.
Infos zu allen Veranstaltungen: www.mkoe.at







