Freitag 20. März 2026

Tag des Waldes: Diözese Linz macht ihre Wälder klimafit

Am 21. März wird der Internationale Tag des Waldes begangen, mit dem die Vereinten Nationen die Bedeutung der Wälder ins Bewusstsein rücken. Die Diözese Linz setzt auf Bewirtschaftungsmethoden, die den Wald angesichts der Herausforderungen durch Klimawandel und Biodiversitätsverlust stärken.

Rund 4,5 Prozent der Bewaldung in Oberösterreich sind in kirchlichem Besitz. Ein Gutteil davon besteht aus Laubholz wie Rotbuche, Bergahorn und Stieleiche. Die wirtschaftliche Grundlage im Forst bildet nach wie vor das Nadelholz wie Fichte, Tanne, Douglasie oder die Europäische Lärche, der Baum des Jahres 2026.

 

„Waldpflegemaßnahmen wie Durchforstung, Stammzahlreduktion und gezielte Stärkung von Baumarten verleihen dem Wald mehr Fitness für den Klimawandel“, sagt Andrea Steinegger von der Forstverwaltung der Diözese Linz. Der natürlichen Waldverjüngung mit Jungbäumen wird Vorrang gegenüber der Pflanzung eingeräumt. Dort, wo natürliche Verjüngung nicht in ausreichendem Ausmaß aufkommt, z. B. auf Schadflächen nach Windbruch oder stark zur Verunkrautung neigenden Flächen, wird aufgeforstet. Laubholz kommt erfreulicherweise weitestgehend natürlich auf.

 

Tag des Waldes: Diözese Linz macht ihre Wälder klimafit

Räumung Altbestand für Jungwuchs in Kaltenberg © Diözese Linz / Andrea Steinegger

 

Ziel ist es, Waldflächen in Bestockung und damit als dauerhaften CO2-Speicher zu halten und die Biodiversität durch verschiedene Maßnahmen wie zum Beispiel das Belassen von Totholz zu fördern. Besonderer Wert wird auf eine gute Zusammenarbeit mit der Jägerschaft vor Ort sowie auf den Einsatz regional verankerter Unternehmen in der Waldpflege gelegt. Auch wenn die Suche nach Arbeitskräften oft herausfordernd ist, bleibt das Ziel, die Wertschöpfung vor Ort zu halten.

 

„Nachhaltige Forstwirtschaft ist wichtig, weil sie unsere Wälder für kommende Generationen erhält und dafür sorgt, dass Holz genutzt werden kann, ohne die ökologischen Grenzen zu überschreiten“, sagt Bischofsvikar Johann Hintermaier, der als Domkustos für den Wald des Domkapitels zuständig ist.

 

Beispiele regionaler Projekte für Artenschutz und Biodiversität

 

In den Wäldern des Domkapitels sind Naturschutzgebiete für besondere Schmetterlingsarten eingerichtet, Feucht- und Moorwiesen wurden vergrößert.

 

In Ohlsdorf wurde zur Wiederaufforstung einer Waldfläche unter einer 110-KV-Stromleitung ein „Bienenwald“ mit blühfreudigen Bäumen und Sträuchern gepflanzt.

 

Das „Trittsteinbiotop“ in Vorderstoder stellt Flächen zur Verfügung, die in einer durch Landnutzung, Fahrbahnen oder Siedlungsbau zerschnittenen Landschaft die Vernetzung von ansonsten isolierten Lebensräumen fördern und zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten.

 

Der Naturschutzverein Biosphäre Austria (BIOSA) und das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) entwickeln das Konzept der „Bauminseln“, die inmitten von Agrarflächen die Artenvielfalt fördern. Im Rahmen dieses Projekts findet im April eine Exkursion zu schon lange bestehenden Bauminseln auf Pfarrpfründen (zu einer Pfarrkirche gehörende Grundstücke) auf dem Pöstlingberg statt. Auf Pfarrpfründen in Kopfing wurden im Rahmen des Forschungsprojekts „Cedrus4Clim“ der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) Libanon- und Atlaszedern gepflanzt, um deren Tauglichkeit für österreichische Wälder zu untersuchen.

 

Biotopschutzwald Schieferegg

 

Mit dem Heidewald in Schieferegg bei Kronstorf stellt das Bistum Linz der Bevölkerung einen Erholungswald zur Verfügung. In dem Biotopschutzwald sollen die natürliche Entwicklungsdynamik und der Vegetationstyp Heidewald erhalten bleiben. Die Bewirtschaftung beschränkt sich neben dem Verzicht auf Pflanzenschutzmittel auf die Entnahme von Bäumen, die die Sicherheit der Erholungssuchenden oder angrenzende Verkehrswege gefährden könnten.

 

Die Vegetationsentwicklung wird regelmäßig überprüft und es werden standortangepasste ökologisch wertvolle Baumarten wie die Elsbeere gepflanzt. Sind Baumfällungen aus Sicherheitsgründen notwendig, wird künftig Totholz auf der Fläche belassen. Gegebenenfalls werden Sträucher zurückgeschnitten, um den Freiflächencharakter zu erhalten und lichtbedürftige Arten zu fördern. Vorwüchsige Überhälter, also ältere Bäume, die den übrigen Bestand überragen, werden belassen.

 

Tag des Waldes: Diözese Linz macht ihre Wälder klimafit

Totholz im Wald in Weyer  © Diözese Linz / Stefan Kaltenbrunner

 

Der Wald als spiritueller und sozialer Ort

 

Das Team Spiritualität und Dialog der Diözese Linz hat Impulse zusammengestellt, die den Wald als spirituellen Ort erfahrbar machen. Dazu gehören Meditationen und Übungen für den Einsatz aller Sinnesorgane. Mehr Information dazu gibt es hier.

 

Im Erholungswald Steyr-Münichholz steht der Erhalt des Waldes im Zeichen seiner positiven Wirkung für die örtliche Bevölkerung sowie das lokale Stadtklima im Vordergrund. Er bietet Kühlung und reinigt die Luft, dient als Sauerstofflieferant und Naherholungsgebiet. Der Wald wird insbesondere vom örtlichen Kindergarten, aber auch für waldpädagogische Aktivitäten genutzt.

 

Auch die Waldflächen um das Jungscharhaus Großloiben in Weyer werden von Jugendlichen und Besucher:innengruppen für Außenaktivitäten genutzt.

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