Freitag 20. Februar 2026

Papst Leo XIV. ruft zu Fasten und verbaler Abrüstung auf

Zum Zuhören und zu einem Verzicht der Worte ruft Papst Leo XIV. in seiner ersten Fastenbotschaft auf.

In seiner ersten Fastenbotschaft ruft Papst Leo XIV. die Gläubigen zum Zuhören und zu einem sorgsamen Umgang mit Sprache auf. In der vom Vatikan veröffentlichten Botschaft erklärt er, das Fasten sei "eine konkrete Praxis, die uns für die Aufnahme des Wortes Gottes bereit macht". 

Zudem sei der Verzicht auf Nahrung "eine sehr alte und unersetzliche asketische Übung auf dem Weg der Umkehr. Gerade weil sie den Körper miteinbezieht, lässt sie uns deutlicher das erkennen, wonach wir 'hungern'". Sie diene dazu, die „Appetite” zu unterscheiden und zu ordnen, den Hunger und Durst nach Gerechtigkeit wachzuhalten, ihn vor der Resignation zu bewahren und so zu lenken, dass er zum Gebet und zur Verantwortung für den Nächsten werde. 

 

Papst Leo XIV. ruft in seiner Botschaft, die am 16. Februar 2026 veröffentlicht wurde, darüber hinaus zu einem "Verzicht der Worte" auf: In der Vorbereitungszeit auf Ostern sollten die Gläubigen "auf Worte, die unsere Mitmenschen verletzen und kränken, verzichten". Konkret forderte er: "Beginnen wir damit, unsere Sprache zu entwaffnen, indem wir auf scharfe Worte, voreilige Urteile, schlechtes Reden über Abwesende, die sich nicht verteidigen können, und Verleumdungen verzichten. Bemühen wir uns stattdessen, unsere Worte besser abzuwägen und Freundlichkeit zu pflegen: in der Familie, unter Freunden, am Arbeitsplatz, in den sozialen Medien, in politischen Debatten, in den Medien, in den christlichen Gemeinschaften. Dann werden viele Worte des Hasses Worten der Hoffnung und des Friedens weichen."

 

Der Papst bezeichnete die Fastenzeit als Zeit des Zuhörens. "Die Bereitschaft zuzuhören ist das erste Anzeichen für den Wunsch, mit dem anderen in Beziehung zu treten." Das Hören auf das Wort in der Liturgie erziehe zu einem aufmerksameren Hören auf die Wirklichkeit: "Die Heilige Schrift befähigt uns, unter den vielen Stimmen, die unser persönliches und gesellschaftliches Leben durchziehen, jene Stimme zu erkennen, die aus Leid und Ungerechtigkeit hervorgeht, damit sie nicht unbeantwortet bleibt", so der Papst. 

 

Zuletzt betonte Leo XIV. die gemeinschaftliche Dimension des Hörens auf das Wort Gottes und des Fastens. Pfarren, Familien, kirchliche Gruppen und Ordensgemeinschaften seien aufgerufen, in der Fastenzeit einen gemeinsamen Weg zu gehen, auf dem das Hören auf das Wort Gottes und auf den Schrei der Armen und der Erde zur Form des gemeinsamen Lebens werde.  

 

Papst Leo XIV. wörtlich: "Bitten wir um die Gnade einer Fastenzeit, die unser Ohr aufmerksamer macht für Gott und die Geringsten. Bitten wir um die Kraft eines Fastens, das auch die Sprache betrifft, damit die Worte, die verletzen, weniger werden und der Stimme der anderen mehr Raum bleibt. Und bemühen wir uns, dass unsere Gemeinschaften zu Orten werden, wo der Schrei der Leidenden Gehör findet und das Zuhören Wege der Befreiung schafft, sodass wir bereit und eifrig am Aufbau der Zivilisation der Liebe mitwirken."

 

Botschaft von Papst Leo XIV. zur Fastenzeit 2026 im Wortlaut

 

Kathpress / Diözese Linz

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