Mittwoch 11. Februar 2026

Bischof Maximilian Aichern ist daheim

Am Montag, 9. Februar 2026 endete im Stift St. Lambrecht eine Woche der Trauer um Maximilian Aichern OSB, den am 31. Jänner verstorbenen Altbischof von Linz und Altabt von St. Lambrecht. Er wurde, wie er es sich gewünscht hatte, "daheim" in der Äbtegruft der Stiftskirche beigesetzt.

Dem Requiem in der Stiftskirche von St. Lambrecht stand der Abtpräses der Österreichischen Benediktinerkongregation Johannes Perkmann OSB vor. Konzelebranten waren die jeweiligen Nachfolger Aicherns in Linz und St. Lambrecht, Bischof Manfred Scheuer und Abt Alfred Eichmann, sowie die Altäbte Otto Strohmaier und Benedikt Plank. Weitere Vertreter aus der Diözese Linz: Generalvikar Severin Lederhilger, Dompropst Wilhelm Vieböck, der emeritierte Dompfarrer Maximilian Strasser und der ehemalige Generalvikar des Verstorbenen, Maximilian Mittendorfer. Auch die Schwester von Maximilian, Gertraud Frühschütz, und weitere Angehörige waren nach St. Lambrecht gekommen, um Abschied zu nehmen.

 

Unter den Mitfeiernden waren auch der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz Erzbischof Franz Lackner (Salzburg), Bischof Ivo Musser (Bozen-Brixen), Bischof Ägidius Zsifkovics (Eisenstadt), Bischof Josef Marketz (Gurk), Bischof em. Stanislav Lipovsek (Celje/Slowenien), Bischof Wilhelm Krautwaschl und Weihbischof Johannes Freitag (Graz-Seckau).

 

Die Ordenskirche war vertreten durch Abtpräses Jeronim Marin (Cocovac/Kroatien), Erzabt Jakob Auer (St. Peter in Salzburg) und seine beiden Vorgänger Edmund Wagenhofer und Korbinian Birnbacher (St. Peter in Salzburg), Abt Maximilian Neulinger (Lambach), Abt Petrus Pilsinger (Seitenstetten) und sein Vorgänger Berthold Heigl, Abt Nikolaus Poch (Schottenstift in Wien), Abt Philipp Helm (Rein), Abt Nikolaus Thiel (Schlierbach), Abt Maksimilijan File (Sticna/Slowenien), Prälat Rupert Kroisleitner (Vorau), sowie Äbtissin Marija Zrinka Roglić (Rab/Kroatien) und die Vorsitzende der Ordensgemeinschaften Sr. Sonja Dolesch (Franziskanerinnen/Graz) und weitere Ordensfrauen und Ordensmänner aus österreichischen Klöstern.

 

An der Spitze der Vertreter:innen des öffentlichen Lebens feierten Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom, Landeshauptmann a. D. Hermann Schützenhöfer und Landeshauptmann a. D. Josef Pühringer mit.

 

Abtpräses Johannes Perkmann bei der Predigt
Persönlichkeiten aus dem politischen und öffentlichen Leben, unter ihnen LH a. D. Josef Pühringer
Requiem für Bischof Maximilian Aichern in der Stiftskirche von St. Lambrecht
Einzug beim Requiem
Requiem für Bischof Maximilian Aichern in der Stiftskirche von St. Lambrecht
Requiem für Bischof Maximilian Aichern in der Stiftskirche von St. Lambrecht
Requiem für Bischof Maximilian Aichern in der Stiftskirche von St. Lambrecht
Requiem für Bischof Maximilian Aichern in der Stiftskirche von St. Lambrecht
Requiem für Bischof Maximilian Aichern in der Stiftskirche von St. Lambrecht
Requiem für Bischof Maximilian Aichern in der Stiftskirche von St. Lambrecht
Requiem für Bischof Maximilian Aichern in der Stiftskirche von St. Lambrecht
Der Sarg wird in die Äbtegruft hinuntergelassen
Gemälde von Altbischof und Altabt Maximilian Aichern

© Sonntagsblatt/Gerd Neuhold

 

 

Bischof Krautwaschl: „Danke für dein Leben und dein Lebenszeugnis“

 

Der steirische Bischof Wilhelm Krautwaschl erzählte am Beginn des Gottesdienstes von seiner ersten Begegnung mit Maximilian Aichern: „Kurz vor seiner Ernennung zum Bischof von Linz sind wir uns hier in St. Lambrecht begegnet, ich war damals Seminarist im 1. Semester. Ich habe ihn kennengelernt als offenherzigen Menschen, der davon geprägt war, das Evangelium im Heute zu leben. Als Benediktiner war er geprägt von der Trias Ora – labora – lege: Bete – arbeite – lies. Das hat ihm auch als Bischof von Linz als Schlüssel gedient.“ Aichern habe sich in vielen Bereichen engagiert, etwa für den arbeitsfreien Sonntag – „damit der Mensch Mensch bleibt“, so Krautwaschl, der betonte: „Ihm verdanken wir viel. Auch als emeritierter Bischof hat er sein Leben in den Dienst des Evangeliums gestellt. Danke für dein Leben und für dein Lebenszeugnis. So wollen wir dich als Glaubende den gütigen Händen Gottes anempfehlen.“

 

 

Abtpräses Perkmann: „Er blieb immer Mönch – in seiner Einfachheit und Bescheidenheit“

 

Johannes Perkmann, Abtpräses der Österreichischen Benediktinerkongregation, erinnerte in seiner Predigt an die Bibelstelle, die als Evangelium gelesen wurde (Joh 15,12-15). Dort trägt Jesus seinen Jüngern auf: „Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe. Euch (…) habe ich Freunde genannt; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan.“ Perkmann schlug eine Brücke zwischen der Erzählung aus dem Johannesevangelium und dem Leben und Wirken von Maximilian Aichern: „Er hat die Freundschaft mit Christus gesucht und gelebt, er hat menschliche Freundschaft so intensiv gepflegt und weitergeschenkt. In so manchen Momenten seines Lebens blitzt etwas davon auf, woraus er gelebt und was er gegeben hat.“

 

Der Abtpräses blickte zurück in die Kindheit von Maximilian Aichern, in der dieser die Schrecken des Krieges erfahren musste. In der Fleischhauerei seiner Eltern lernte er das Zugehen auf Menschen. Schon als Schüler hätte Maximilian die Geschichte fasziniert. Über Kärnten, wo er viel Zeit bei seinen Großeltern verbrachte, sei Maximilian mit St. Lambrecht in Berührung gekommen. „Nach der Matura und der Lehre im elterlichen Betrieb hat er hier das Noviziat begonnen und gelernt, Mönch zu werden. Und dabei beginnt alles beginnt mit dem Hören: In der Einsamkeit der Zelle, in der Stille des Kreuzgangs, im Schweigen und Singen des Gebetes, im gemeinsamen Gottsuchen mit den Brüdern. Hier hat er die Freundschaft mit Christus vertieft und Beständigkeit, Gehorsam und die klösterliche Lebensweise gelobt, die er ein Leben lang treu verwirklicht hat“, so Perkmann.

 

Als junger Mönch sei Maximilian als Katechet und Seelsorger eingesetzt worden, schon 1964 wurde er mit damals 32 Jahren zum Abtkoadjutor gewählt, der gleich regierte. „In unserer Kongregation gab es seither keinen so jungen Abt mehr“, meinte Perkmann. In seiner Zeit als Vorsteher des Klosters habe sich Maximilian maßgeblich für den inneren und äußeren Auf- und Ausbau St. Lambrechts eingesetzt. Durch Schwierigkeiten schon in der Zwischenkriegszeit und die Zäsur des zweiten Weltkriegs mit der Beschlagnahme des Klosters sei ein mühevoller Neuanfang in den 1950er und 1960er Jahren notwendig gewesen. Die äußere Erneuerung fand in der Renovierung der Stiftskirche zum 900-Jahr-Jubiläum 1976 ihren Höhepunkt. Mit der von Abt Aichern mitinitiierten Landesausstellung „Gotik in der Steiermark“ 1978 wurde das Stift weit über die Grenzen des Bundeslandes hinaus bekannt

 

„Ein Abt ist nach dem hl. Benedikt einer, der Sorge trägt für seine Mitbrüder, der mehr helfen als herrschen soll, der für das gute Maß sorgt und vor allem die Brüder liebt. Maximilian war ehrlich interessiert am Leben der Mönche, er hat die nachgehende Sorge um sie gelebt“, würdigte der Abtpräses den verstorbenen Altabt. „Er blieb immer Mönch - in seiner Einfachheit und Bescheidenheit, im guten Kontakt mit seinen Brüdern. Seine vielen Anrufe und seine Anteilnahme werden fehlen.“

 

Als er 1978 zum Abtpräses der Benediktinerkongregation gewählt wurde, sei er vielen zum väterlichen Freund und Begleiter geworden. „Selbstverständlich hat er alle Mitbrüder mit Namen gekannt, er feierte Feste mit“, erinnerte sich Perkmann. Bald schon begannen Aicherns Kontakte zu den benediktinischen Klöstern und zu Diözesen im ehemaligen Jugoslawien, die er nach Kräften unterstützte. „Sein weites Herz schuf eine Verbundenheit und Verständigung, die ein Leben lang andauerte.“

 

Nach 18 Jahren in der Leitung des Stiftes St. Lambrecht ernannte ihn Papst Johannes Paul II. am 15. Dezember 1981 zum zwölften Bischof von Linz. „Hirte, Abt und ein väterlicher Freund sein – das hat er mitgenommen in sein neues Amt und nochmals ausgedehnt. In seiner Verabschiedung in Linz ist das berührend gewürdigt worden“, so Perkmann.

 

Aicherns Bodenhaftung und Verbundenheit mit der Arbeit sei im Sozialhirtenbrief, im Sozialwort, in der Arbeitslosenstiftung und der Allianz für den freien Sonntag zum Ausdruck gekommen. „Immer wieder meldete er sich zu Wort, wenn es galt, die Menschenwürde zu verteidigen, und wenn durch gesellschaftliche Tendenzen die Verzweckung des Menschen drohte.“ Achern habe Laien und besonders Frauen zum Aufbruch ermutigt, seine Dialogfähigkeit und sein Zuhören-Können hätten ein positives ökumenisches Klima geschaffen. „Seine vielen Besuche der Pfarren in 800 Visitationen und Begegnungen, verbunden mit seinem einmaligen Namensgedächtnis, waren Ausdruck ehrlicher Anteilnahme und Sorge. 165 Priester und 72 Diakone sind von ihm geweiht worden“, betonte Perkmann.

 

Der Abtpräses schilderte auch offen die Herausforderungen Aicherns im Bischofsamt. „Es waren wohl schwere Stunden, die Eigenart vieler auszuhalten und die Balance zu wahren zwischen denen, die vorgeprescht sind und denen, die zurückorientiert waren, zwischen denen, die Freiheit übertrieben haben, und denen, die ihn vernadert haben.“ Aichern habe sich mehrfach in Rom erklären müssen. „Er ertrug das ohne Lästern, ohne verletzend oder bitter zu werden, er musste Widerwärtiges ertragen, das auch der hl. Benedikt jedem geistlichen Weg voraussagt. Und dennoch ließ sich Bischof Maximilian die Freude am Menschsein und Christsein nicht nehmen, wie er es oft betonte und anderen zurief.“

 

Abtpräses Perkmann in seinen abschließenden Worten: „Er war ein Seelsorger, ein Bischof, der bei den Leuten war und Spuren hinterlassen hat. Eine Fülle von Geschichten und Erlebnissen belegen das. Unzählige Male hat er von der Auferstehung gepredigt, sie durchbuchstabiert, in die Fragen und in das menschliche Suchen. Jetzt wird sie für ihn in Erfüllung gehen. Wir sagen: Danke, Bischof Maximilian, für deine Freundschaft väterliche Begleitung, für deine Liebe zu Christus und deine Freude am Evangelium, für deine Sorge um uns alle und dein ehrliches Interesse an unseren Wegen.“

 

Abtpräses Johannes Perkmann bei der Predigt

Abtpräses Johannes Perkmann stand dem Requiem vor und hielt die Predigt. © Sonntagsblatt/Gerd Neuhold

 

LH-Stellvertreterin Manuela Khom: „Er war da, wenn es darum ging, seine Heimat zu unterstützen“

 

Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom erzählte, sie habe Maximilian Aichern als „glühenden Europäer“ kennengelernt, der betont habe, die Kirche müsse das Miteinander aller Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, vorleben. „Er war ein Seelsorger und Mensch, der viel zu erzählen hatte, der aber auch zuhören konnte. Es war seine Gabe, das große Ganze zu sehen und dabei das winzig Kleine wertzuschätzen.“ Nie sei Aichern Herrschender in seinen Ämtern gewesen, sondern immer Dienender, der sich auch eingemischt habe, erinnerte sich Khom. „Er war da, wenn es darum ging, seine Heimat zu unterstützen – und St. Lambrecht war seine Heimat. Er war gern in Linz, aber hier war er zu Hause.“ Aichern sei immer Mensch geblieben, in allen Aufgaben, in die er hineingestellt wurde, so Khom, die dem Verstorbenen ihren persönlichen Dank und den Dank des Landes Steiermark aussprach: „Danke, dass du so viel für dieses Land getan und uns in der Politik daran erinnert hast, jeden Menschen wertzuschätzen. Vergelt’s Gott für dich.“

 

Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom

Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom. © Sonntagsblatt/Gerd Neuhold

 

Abt Eichmann: „St. Lambrecht war seine erste Liebe“

 

In seinen Worten am Ende des Requiems erzählte Abt Alfred Eichmann, dass Maximilian Aichern vor gut einem Jahr in Linz seine Profess erneuert habe – 1955 hatte Maximilian seine erste Profess abgelegt. Die Professerneuerung unterschrieb er mit „Maximilian Aichern, Altabt von St. Lambrecht und Altbischof von Linz“. Dies habe deutlich gemacht, wie wichtig ihm beide Ämter gewesen seien. „St. Lambrecht war seine erste Berufung, seine erste Liebe. Linz war seine zweite Berufung – auch dort hat er mit Herzblut gewirkt, geliebt und wahrscheinlich auch gelitten. Ich bin dankbar, dass Bischof Maximilian sein Versprechen gehalten hat – dass er nicht vergessen hat, wo er hingehört und dass er hier in St. Lambrecht seine Heimat hat“, so der Abt. Eichmanns Dank galt auch der Diözese Linz: „Ihr habt ihm in Oberösterreich eine Heimat gegeben.“ Bischof Manfred Scheuer dankte er für die umsichtige, einfühlsame Begleitung von Bischof Maximilian, gerade auch in dessen letzter Lebenszeit.

 

Requiem für Bischof Maximilian Aichern in der Stiftskirche von St. Lambrecht

Abt Alfred Eichmann fand herzliche Abschlussworte. © Sonntagsblatt/Gerd Neuhold

 


Maximilian Aichern in der Äbtegruft der Stiftskirche beigesetzt

 

Am Ende des Requiems wurde der Sarg mit dem Leichnam von Bischof Maximilian Aichern in der Äbtegruft der Stiftskirche vor den ehemaligen Thomasaltar beigesetzt, wo bereits vier Äbte ruhen, unter ihnen auch Aicherns Vorgänger als Abt, Wilhelm Blaindorfer. Zahlreiche Mitfeiernde erwiesen dem Verstorbenen an der offenen Gruft die letzte Ehre.

 

Bischof Maximilian Aichern hat in der Äbtegruft von St. Lambrecht seine letzte Ruhestätte gefunden.

Bischof Maximilian ruht in der Äbtegruft von St. Lambrecht. 
© Sonntagsblatt/Gerd Neuhold

Kondolenzbuch für Bischof Maximilian Aichern
Kondolenzbuch für Altbischof Maximilian Aichern
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