Donnerstag 19. Februar 2026

Stift Engelszell: Dankgottesdienst mit Bischof Scheuer zum Abschied der Trappisten

Am ersten Adventsonntag, 30. November 2025 wurde bei einer feierlichen Dankmesse, der Bischof Manfred Scheuer vorstand, in Anwesenheit von Generalabt Bernardus Peeters Stift Engelszell von Abt Samuel Lauras an die Diözese Linz übergeben.

Die Stiftskirche war voll bis auf den letzten Platz mit Gläubigen, Ordensleuten und Prominenz aus Gesellschaft und Kirche. Für das Land Oberösterreich war Landeshauptmann a.D. Josef Pühringer gekommen, in langjähriger Verbundenheit zum Stift in Engelhartszell. Seit die Zisterzienser von Stift Wilhering aus 1295 das Kloster gründeten, spielt das Stift eine bedeutende Rolle in der Region. Dieser Verantwortung haben sich die Trappisten gestellt, bezeugt Abt Reinhold Dessl OCist aus Wilhering, der an der Übergabe mitgewirkt hat und auch am Dankgottesdienst teilnahm. Musikalisch gestaltet wurde die Feier vom Chor aus Wilhering. 

 

Festlicher Dankgottesdienst mit Bischof Manfred Scheuer, Generalabt Bernardus Peeters und Abt Samuel Lauras im Stift Engelszell

Festgottesdienst zum Abschied der Trappisten vom Stift Engelszell. © Stift Engelszell / Robert Orthner

 

„Entscheidend, ob Engelszell auch in Zukunft ein Ort der Spiritualität und der Liturgie ist“


Für Bischof Manfred Scheuer ist der Abschied der Trappisten von Engelszell sehr schmerzlich. „Ohne das Zeugnis des Ordenslebens, ohne das Gebet und ohne die Arbeit der Ordensleute entsteht eine Lücke, geht etwas ab, werden das Land Oberösterreich und die Diözese Linz ärmer. Die Trappisten haben 100 Jahre darauf verwiesen, dass es noch etwas anderes gibt als die oft so bedrückenden bestehenden Verhältnisse. Sie verweisen auf den Himmel! Sie haben gezeigt, dass Gott allein die Erfüllung des menschlichen Lebens sein wird. Dafür ein ganz großes Vergelt’s Gott.“ Das soziale Engagement der Caritas, die kulturelle Anziehungskraft des Ortes, die Arbeitsplätze in den Betrieben sollen erhalten bleiben, so der Wunsch des Bischofs. Dies soll die Diözesane Immobilienstiftung in Zusammenarbeit mit Diözesanökonom Reinhold Prinz gewährleisten. „Entscheidend wird sein, ob Engelszell auch in Zukunft ein Ort der Spiritualität und der Liturgie ist. Wir beten in der Kirche von Linz um Berufungen, die Engelszell mit Geist und mit Leben erfüllen“, betonte Bischof Manfred Scheuer.

 

Dankgottesdienst zum Abschied der Trappisten von Stift Engelszell

Bischof Manfred Scheuer (3. v. l.) dankte den Trappisten für ihr Wirken in Engelszell. © Stift Engelszell / Robert Orthner

 

Letztes deutschsprachiges Trappistenkloster ist Geschichte


Danke sagte auch der Generalabt der Trappisten Bernardus Peeters dafür, dass die Menschen in Engelhartszell den Mönchen eine gute Heimat gegeben haben. Selbst Niederländer, ist er traurig, dass mit Stift Engelszell nun das letzte deutschsprachige Männerkloster des Ordens Geschichte ist. „Der Rückgang der Priester- und Ordensberufungen reißt gewaltige Lücken, die sich in der abnehmenden geistlichen Prägung in unseren westlichen Ländern widerspiegeln. Zugleich entstehen neue Klöster in anderen Teilen der Welt, in denen das monastische Leben blüht. Vergehen und Entstehen gehören zusammen“, stellte Abt Bernardus klar.


Am Ende der hl. Messe übergab Abt Samuel Lauras die Schlüssel des Stifts an Bischof Manfred Scheuer und die kostbare Pelikan-Monstranz an die neue Pfarre Engelszell-Peuerbach in der Hoffnung, dass Leben und Anbetung hier bleiben.

 

Am Ende des Gottesdienstes übergab Abt Samuel Lauras die Schlüssel des Stifts an Bischof Manfred Scheuer.

Schlüsselübergabe von Abt Samuel Lauras an Bischof Manfred Scheuer. © Stift Engelszell / Robert Orthner

 

Das Kloster Engelszell, ein Tochterkloster von Stift Wilhering in der Donaugemeinde Engelhartszell, war zuletzt seit 1925 von Mönchen des Trappistenordens besiedelt. Wegen Nachwuchsmangels und Überalterung der Mönche entschied der Orden 2023, die letzte Trappistenabtei in Österreich aufzuheben. Seither engagiert sich die Diözese Linz in der Übernahme des Stiftsgebäudes. Am 28. Oktober 2025 wurden im Linzer Priesterseminar die Übergabeverträge unterzeichnet. Eine Planungsgruppe überlegt nun mögliche Nutzungen des Stiftsareals.

 

Lesen Sie auch: "Diözese Linz: Übernahme des Stiftes Engelszell vertraglich besiegelt"

 

Stiftskirche Engelszell

Die Stiftskirche Engelszell. © Diözese Linz / Thomas Markowetz

 

Stift Engelszell / Diözese Linz

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