Stift Engelszell: Dankgottesdienst mit Bischof Scheuer zum Abschied der Trappisten
Die Stiftskirche war voll bis auf den letzten Platz mit Gläubigen, Ordensleuten und Prominenz aus Gesellschaft und Kirche. Für das Land Oberösterreich war Landeshauptmann a.D. Josef Pühringer gekommen, in langjähriger Verbundenheit zum Stift in Engelhartszell. Seit die Zisterzienser von Stift Wilhering aus 1295 das Kloster gründeten, spielt das Stift eine bedeutende Rolle in der Region. Dieser Verantwortung haben sich die Trappisten gestellt, bezeugt Abt Reinhold Dessl OCist aus Wilhering, der an der Übergabe mitgewirkt hat und auch am Dankgottesdienst teilnahm. Musikalisch gestaltet wurde die Feier vom Chor aus Wilhering.

Festgottesdienst zum Abschied der Trappisten vom Stift Engelszell. © Stift Engelszell / Robert Orthner
„Entscheidend, ob Engelszell auch in Zukunft ein Ort der Spiritualität und der Liturgie ist“
Für Bischof Manfred Scheuer ist der Abschied der Trappisten von Engelszell sehr schmerzlich. „Ohne das Zeugnis des Ordenslebens, ohne das Gebet und ohne die Arbeit der Ordensleute entsteht eine Lücke, geht etwas ab, werden das Land Oberösterreich und die Diözese Linz ärmer. Die Trappisten haben 100 Jahre darauf verwiesen, dass es noch etwas anderes gibt als die oft so bedrückenden bestehenden Verhältnisse. Sie verweisen auf den Himmel! Sie haben gezeigt, dass Gott allein die Erfüllung des menschlichen Lebens sein wird. Dafür ein ganz großes Vergelt’s Gott.“ Das soziale Engagement der Caritas, die kulturelle Anziehungskraft des Ortes, die Arbeitsplätze in den Betrieben sollen erhalten bleiben, so der Wunsch des Bischofs. Dies soll die Diözesane Immobilienstiftung in Zusammenarbeit mit Diözesanökonom Reinhold Prinz gewährleisten. „Entscheidend wird sein, ob Engelszell auch in Zukunft ein Ort der Spiritualität und der Liturgie ist. Wir beten in der Kirche von Linz um Berufungen, die Engelszell mit Geist und mit Leben erfüllen“, betonte Bischof Manfred Scheuer.

Bischof Manfred Scheuer (3. v. l.) dankte den Trappisten für ihr Wirken in Engelszell. © Stift Engelszell / Robert Orthner
Letztes deutschsprachiges Trappistenkloster ist Geschichte
Danke sagte auch der Generalabt der Trappisten Bernardus Peeters dafür, dass die Menschen in Engelhartszell den Mönchen eine gute Heimat gegeben haben. Selbst Niederländer, ist er traurig, dass mit Stift Engelszell nun das letzte deutschsprachige Männerkloster des Ordens Geschichte ist. „Der Rückgang der Priester- und Ordensberufungen reißt gewaltige Lücken, die sich in der abnehmenden geistlichen Prägung in unseren westlichen Ländern widerspiegeln. Zugleich entstehen neue Klöster in anderen Teilen der Welt, in denen das monastische Leben blüht. Vergehen und Entstehen gehören zusammen“, stellte Abt Bernardus klar.
Am Ende der hl. Messe übergab Abt Samuel Lauras die Schlüssel des Stifts an Bischof Manfred Scheuer und die kostbare Pelikan-Monstranz an die neue Pfarre Engelszell-Peuerbach in der Hoffnung, dass Leben und Anbetung hier bleiben.

Schlüsselübergabe von Abt Samuel Lauras an Bischof Manfred Scheuer. © Stift Engelszell / Robert Orthner
Das Kloster Engelszell, ein Tochterkloster von Stift Wilhering in der Donaugemeinde Engelhartszell, war zuletzt seit 1925 von Mönchen des Trappistenordens besiedelt. Wegen Nachwuchsmangels und Überalterung der Mönche entschied der Orden 2023, die letzte Trappistenabtei in Österreich aufzuheben. Seither engagiert sich die Diözese Linz in der Übernahme des Stiftsgebäudes. Am 28. Oktober 2025 wurden im Linzer Priesterseminar die Übergabeverträge unterzeichnet. Eine Planungsgruppe überlegt nun mögliche Nutzungen des Stiftsareals.
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Die Stiftskirche Engelszell. © Diözese Linz / Thomas Markowetz
Stift Engelszell / Diözese Linz








