Wednesday 28. February 2024

Barmherzige Schwestern Linz Ausstellung zu "Eucharistischen Wundern" eröffnet

Eine internationale Ausstellung des seligen Carlo Acutis über eucharistische Wunder ist noch bis 16. Februar 2024 bei den Barmherzigen Schwestern in Linz zu sehen. Eröffnet wurde die Ausstellung mit einem Festgottesdienst mit Bischof Manfred Scheuer. 

Jene internationale Ausstellung über eucharistische Wunder, die der 2020 seliggesprochene Italiener Carlo Acutis (1991-2006) selbst zu Lebzeiten recherchiert und aufbereitet hat, macht erstmals in Oberösterreich Station. Ein Veranstaltungsreigen begleitet die Schau in der Klosterkirche der Barmherzigen Schwestern in Linz (Herrenstraße 37), die bis 16. Februar 2024 täglich von 9 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen ist und sich an Interessierte aller Altersstufen, darunter auch an Schulklassen, Jugend- und Firmgruppen oder Ministranten richtet.

 

Die Ausstellung, die insgesamt 19 Schautafeln umfasst, wurde mit einem feierlichen Gottesdienst eröffnet, den Bischof Manfred Scheuer und Diakon Joachim Podechtl mit mehr als 160 Gläubigen feierten. Die Band "Sing & Pray" brachte dabei die von Missio-OÖ-Direktor Heinz Purrer komponierte "Carlo Acutis Messe" zur Aufführung, die erstmals 2022 am Grab des Seligen in Assisis Kirche Santa Maria Maggiore erklang. Der Religionspädagoge Prof. Bernhard Schörkhuber von der KPH Wien/Krems hielt anschließend die Eröffnungsansprache.

 

 

Wunder der Wandlung

 

In seiner Predigt betonte Bischof Scheuer, Eucharistie sei von ihrem christologischen Ursprung her "hineingesprochen und gegeben in Flucht und Verrat, in Perspektivenlosigkeit und Verzweiflung, in die Verzerrung der Traditio Jesu durch Geld. Die Verleiblichung der Liebe hält nicht nur dem eigenen Leiden, sondern vielmehr noch dem Leiden anderer, ja sie hält dem Bösen stand. Jesus liefert sich der Gemeinheit, der Niedertracht, der Gewalt, der Untreue der Menschen aus. Die unbedingte Liebe begegnet an ihrem Leib der Dämonie und der Bosheit. In diesem Zusammenhang ist die eucharistische Hingabe Sühne, Opfer und Stellvertretung. In Stellvertretung und Sühne geschieht ein Ausleiden und Verwandeln verleiblichter und verknöcherter Formen der Barbarei in einer Weise, dass gegenwärtige Wirklichkeit wahrgenommen und zugleich ein Raum der Hoffnung eröffnet wird. Von innen her bricht Jesus die Logik des Bösen auf und überwindet sie. Nur so wird Leiden und Gewalt nicht zum Wachstumshormon von Ressentiment, Rachegelüsten und Revanchismus." Wer an die Auferstehung glaube und sie als Lebenskunst praktizieren wolle, richte die Aufmerksamkeit gezielt auf diesen Wendepunkt: das Wunder der Wandlung vom Tod zum Leben, so Scheuer. 

 

Predigtgedanken von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

Bischof Manfred Scheuer bei seiner Predigt

Bischof Manfred Scheuer predigte über die Eucharistie. © Missio OÖ

 

Carlo Acutis "glaubwürdiges Modell" für Nächstenliebe

 

Auf die hohe Eignung von Carlo Acutis als Vorbild im Christsein hat der Religionspädagoge Bernhard Schörkhuber hingewiesen. Carlo sei außer seiner Eigenschaft als "Influencer Gottes" und "Cyber-Apostel" - so wird er meist tituliert - auch aufgrund seiner "Haltung engagierter Menschlichkeit und des Daseins für andere" wegweisend, sagte der Professor der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule KPH Wien/Krems am Donnerstagabend in der Klosterkirche der Barmherzigen Schwestern Linz.

 

Der 2006 mit erst 15 Jahren an Leukämie verstorbene Italiener Carlo Acutis war 2020 von Papst Franziskus seliggesprochen worden. Weit bekannt ist inzwischen seine Liebe zum Sakrament der Eucharistie und dass er sein großes, schon früh zutage kommendes Computer-Talent einsetzte, um in detaillierter Recherche eine umfassende Website sowie eine Wanderausstellung über Hostienwunder - jene, die nun in Linz Station macht - zu gestalten. Ebenso faszinierend sei, dass bei Acutis die Eucharistie die Quelle für soziales Handeln war, unterstrich Schörkhuber in seinem Vortrag. Die Kontemplation habe bei ihm "Mitleidenschaft" hervorgebracht.

 

Einerseits habe Carlo Acutis Dinge getan, "die alle jungen Menschen heutzutage tun", so der Experte. Als erster katholischer Seliger in Kapuzenpulli, Jeans und Turnschuhen, habe er schon zu Lebzeiten ein Facebook-Profil und eine E-Mail-Adresse besessen, mit seinen Freunden gespielt, den Computer benutzt und sei so gesehen ein "unauffälliger Junge" gewesen. "Der einzige große Unterschied war, dass er die Begegnung mit Jesus in der Eucharistie zum Mittelpunkt seines Tages gemacht hatte", bemerkte Schörkhuber. Dies sei "wegweisend für sein Leben" gewesen, habe er doch in der heiligen Kommunion die "Quelle für das soziale Handeln" erkannt.

 

Als "Leitplanken der noch jungen Spiritualität" Carlos bezeichnete der Theologe die "Compassion" - zu übersetzen mit "Empfindlichkeit für die Situation und das Leid der anderen" wie auch "Solidarität mit denen, die in der Gesellschaft aus eigenen Kräften nicht mitkommen". In der Schule habe sich Carlo Acutis stark für benachteiligte, gemobbte oder schüchterne Mitschüler eingesetzt, in seiner Freizeit für Obdachlose und Drogenabhängige. Bekannt sei auch, dass er sein Taschengeld oft der Kapuziner-Hilfsorganisation "Opera San Francesco" für Armenspeisungen gespendet habe. Carlo lebte damit das Dasein für andere "ehe man überhaupt etwas von ihnen hat" vor, befand Schörkhuber.

 

Insgesamt habe Carlo Acutis "auf ganz überraschende Weise" vorgezeigt, dass es die Augen für andere Menschen - besonders für gesellschaftlich "Unsichtbare" - zu öffnen und mit ihnen mitzuleiden gelte, und dass das Leben in vollen Zügen und "mit Jesus" gelebt werden solle. Sein seit früher Kindheit vertrauter Umgang mit Gott habe Carlo Acutis die Fähigkeit verliehen, "die Bedürfnisse und Anforderungen seiner Zeit zu erfassen und eine angemessene Antwort zu geben". Das mache den Teenager-Seligen zum "glaubwürdigen Modell eines jungen Menschen, der es versteht, mit Mut und Entschlossenheit den von Jesus angebotenen Weg zu gehen, trotz Schwierigkeiten, Missverständnissen, Hindernissen und dem Unvermögen von Menschen und Gesellschaft".

 

 

Ausstellung noch bis 16. Februar

 

Die bis 16. Februar täglich von 9 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnete Ausstellung bei den Barmherzigen Schwestern Linz (Herrenstraße 37 bzw. Seilerstätte 4) richtet sich an alle Altersklassen, besonders jedoch an Jugendliche, Firm- und Pfarrgruppen sowie Schulklassen. Gezeigt werden unter anderem die von Carlo Acutis selbst recherchierten und erstellten Schautafeln über Hostienwunder weltweit und ein Kurzfilm, wobei auch Führungen (Anmeldung: 0732/ 9800-1390 bzw. ooe@missio.at) möglich sind.

 

Ein vielseitiges Rahmenprogramm mit prominenten Gästen (jeweils an den Freitagabenden um 19 Uhr in der Kirche der Barmherzigen Schwestern Linz) begleitet die Schau:

  • 26.1.: Liederabend „Emmanuel – Gott ist mit uns“ mit Heinz Purrer und Werner Gumpinger
  • 2.2.: Missio Nationaldirektor P. Karl Wallner: „Die selige Pauline Marie Jaricot – Heilige der Eucharistie und der Weltmission“
  • 9.2.: Sophie Hoppenstedt: „Sehnsucht nach Liebe – eine ehemalige Prostituierte erzählt“
  • 16.2.: Sr. Cordula Kreinecker, Generaloberin der Barmherzigen Schwestern: „Eucharistie – Kraftquelle für das caritative Handeln vom hl. Vinzenz von Paul und der hl. Luise von Marillac“

 

Missio-OÖ-Direktor Heinz Purrer
Bischof Manfred Scheuer
Festgottesdienst zur Ausstellungseröffnung mit Bischof Manfred Scheuer in der Kirche der Barmherzigen Schwestern Linz
Religionspädagoge Bernhard Schörkhuber
Eine internationale Ausstellung des seligen Carlo Acutis über eucharistische Wunder ist noch bis 16. Februar 2024 bei den Barmherzigen Schwestern in Linz zu sehen.

 © Missio OÖ

 

Missio OÖ / Kathpress

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