Thursday 2. February 2023

Neuer Begegnungs- und Willkommensraum für den Mariendom Linz

Zum 100-jährigen Weihejubiläum des Linzer Mariendoms wird in der Weiterentwicklung der größten Kirche Österreichs ein wichtiger Impuls gesetzt.

Durch eine verbesserte Zugangssituation am Domplatz, eine neue Raumfolge, die in den Mariendom hineinführt und einen offenen Begegnungs- und Willkommensraum werden Stadt- und Kirchenraum verknüpft. Das Projekt wurde am 28. November 2022 im Gestaltungsbeirat der Stadt Linz diskutiert und positiv beurteilt, bereits davor hatte das Bundesdenkmalamt grünes Licht für die Umsetzung des Bauvorhabens gegeben.

 

Der Mariendom Linz, die größte Kirche Österreichs, prägt das Bild der Landeshauptstadt und strahlt als Pfarr-, Bischofs- und Landeskirche weit über die Grenzen von Linz hinaus. In den vergangenen Jahren hat sich auch der Domplatz zu einem beliebten und belebten innerstädtischen Treffpunkt entwickelt. Vor wenigen Tagen wurde direkt am Domplatz beim Turmportal, Baumbachstraße 3, der neue Sozialcampus B3 der Caritas eröffnet. Er beheimatet einen modernen Carla-Shop und einen kleinen Cafe-Bereich.

 

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Mariendoms wird 2024 ein nächster sichtbarer Schritt gesetzt: Das bisherige Domcenter wird in einem breit angelegten Prozess weitergedacht und am Domplatz als Willkommens-, Kommunikations- und Begegnungsraum konzeptioniert.

 

Der Mariendom mit dem geplanten offenen Begegnungs- und Willkommensraum

Der Mariendom mit dem geplanten offenen Begegnungs- und Willkommensraum.
© Visualisierung: Peter Haimerl Architektur, Foto: Pierre Bona

 

 

Ort der Begegnung und des Dialogs

 

Die Architektur des rund 120 m2 großen Raumes öffnet sich ebenerdig und barrierefrei Richtung Domplatz und lädt ein, den Mariendom zu besuchen, sich zu informieren oder auch an öffentlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Der Willkommensraum bietet unter anderem Platz für das Domcenter, welches als Informationsdrehscheibe des Mariendoms eine wichtige Anlaufstelle für Besucherinnen und Besucher darstellt. Es dient als Treffpunkt für Domführungen, Kartenverkaufsstelle und als Empfangsbereich für Veranstaltungen im Dom und am Domplatz.  Der neue Raum – innerstädtisch gelegen und leicht erreichbar – soll als Ort der Begegnung und des Dialogs dienen und zur Diskussion kirchlicher und gesellschaftlicher Zukunftsthemen einladen.

 

Über diesen Raum gelangt man in die Turmhalle Ost. Dort werden wichtige Inhalte zu den sakralen, liturgischen, pastoralen und (bau-)kulturellen Dimensionen des Kirchenbaus in analoger und digitaler Form vermittelt und zugänglich gemacht. Mittels einer zweigeschossigen, begehbaren Ausstellungsarchitektur können die Besucherinnen und Besucher die einzigartigen Gemäldefenster aus einer ungewöhnlichen Perspektive erleben.

 

 

Öffnung von Kirche sichtbar machen

 

Für Bischof Manfred Scheuer wird mit dem neuen Begegnungs- und Willkommensraum auch den unterschiedlichen Facetten des Mariendoms Rechnung getragen. „Der Mariendom ist primär ein Raum der Liturgie und der spirituellen Erfahrung mit überregionaler Bedeutung. Er ist darüber hinaus aber auch eine wichtige Schnittstelle zwischen Gesellschaft und Kultur, ein Ort für säkulare Veranstaltungen und ein Tourismusmagnet. Dieser neue Raum soll einen Beitrag dazu leisten, dass die Kirche den vielfältigen Anforderungen, die an sie gestellt werden, gerecht wird“, so der Bischof. Wie bei der Neugestaltung des Innenraums des Doms, als gleichzeitig der Wiederaufbau der Immaculata-Kirche in Qaraqosh (Irak) finanziert wurde, ist es Bischof Manfred Scheuer wichtig, dass auch dieses Mal ein soziales Projekt als Ausdruck der Solidarität mitfinanziert wird. Die Auswahl des Projektes ist noch im Gange.

 

Für Bischofsvikar Johann Hintermaier ist der neu geschaffene Raum eine gute Verbindung zwischen Domplatz und dem Inneren des Mariendoms. „Öffentliches und kirchliches Leben können sich hier gut begegnen, ergänzen und bereichern. Viele Menschen, die zum Dom kommen – sei es, um zu beten, zu feiern oder ihn als Touristen zu besuchen – erhalten hier kurze Infos und können im Domshop empfangen werden. Auch für die menschlichen Grundbedürfnisse wird Raum geschaffen“, so Hintermaier. Nach verschiedenen Feierlichkeiten könne man sich dort sammeln und begegnen, ähnlich wie in anderen Kirchen beim Pfarrcafe oder Pfarrsaal. „Es wird hier ein Raum geschaffen, der es ermöglicht, im direkten Kontakt das zu vermitteln, was die Kernbotschaft des Mariendoms ist: nah bei den Menschen zu sein, um in die Gesellschaft hineinzuwirken. Das können wir dort mit Veranstaltungen, Gesprächsrunden, Diskussionen und pastoralen Angeboten leisten. Bisher gab es um den Dom herum keinen Raum, den man in dieser Form nutzen konnte. Mit der Carla und dem Dompfarrhof ganz in der Nähe entsteht ein diözesanes Zentrum der Kirche, die ihre Dienstfunktion wahrnehmen möchte.“

 

Innenraum des geplanten Begegnungs- und Willkommensraums beim Mariendom

Der geplante offene Begegnungs- und Willkommensraum verbindet Stadt- und Kirchenraum.

© Visualisierung: Peter Haimerl Architektur

 

 

Zeitgemäße Architektur nimmt Formensprache des Mariendoms auf

 

Für den neuen Raum wurde eine zeitgemäße Architektur entwickelt, deren spezifische Dachkonstruktion die charakteristische Formensprache des Mariendoms interpretiert. Der Ab- und Aufschwung des Daches fügt sich respektvoll an die Domwand an und sorgt für eine harmonische Verbindung zur bestehenden Bausubstanz. Für Bischofsvikar Johann Hintermaier macht „die zeitgenössische Architektur eine einladende Kirche nach außen hin sichtbar. Der neue Raum bildet eine zukunftsweisende Ergänzung zum Dom, ohne in Konkurrenz zur Kirchenarchitektur zu treten. Er ist Blickfang und Bereicherung für den Mariendom und den Domplatz.“

 

Das Bundesdenkmalamt unterstützt die Pläne der Diözese Linz. „Für uns erscheinen die dargelegten Ziele der durchgeführten Machbarkeitsstudie schlüssig und nachvollziehbar. Aus denkmalpflegerischer Sicht wurden in einem beispielhaften gemeinsamen Prozess klare gestalterische Antworten gefunden und der hohe Detaillierungsgrad des Entwurfes lässt auf eine dem Dom würdige Architektur schließen. Die mutigen und innovativen Projekte von heute sind die Denkmäler von morgen“, so Landeskonservatorin Ing.in Mag.a Petra Weiss.

 

 

Fertigstellung zum 100-Jahr-Jubiläum

 

Das Projekt wurde am 28. November 2022 im Gestaltungsbeirat der Stadt Linz diskutiert, positiv beurteilt und für die weiteren behördlichen Schritte freigegeben. Geplante Fertigstellung ist im Frühjahr 2024 zum 100-jährigen Jubiläum der Weihe des Mariendoms.

 

Martina Noll / Mariendom Linz

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