Mittwoch 18. Februar 2026

"Jugend Eine Welt" fordert mehr Einsatz für Kinder von Regierung

Zum Welttag der Kinderarbeit am 12. Juni hat sich das katholische Hilfswerk "Jugend Eine Welt" an die Regierung gewandt und gefordert, Kinderrechte in der künftigen Regierungsarbeit sowie auf parlamentarischer Ebene wieder stärker zu berücksichtigen.

Ein wichtiger Schritt dorthin wäre die Wiedereinsetzung des Ende 2017 aufgelösten Untersuchungsausschusses für Kinderrechte, ist einer Aussendung vom Freitag zu entnehmen. Dieser Ausschuss sollte sich systematisch mit Gesetzesinitiativen befassen, die das Kinderrechts-Thema berühren.

 

"Es ist wirklich ein Trauerspiel, wenn wichtige Anträge, die Kinderrechte betreffen, monatelang verschleppt werden, obwohl gerade bei ihnen großes Potenzial bestünde, über Parteigrenzen hinweg auf Zustimmung zu stoßen", bedauerte "Jugend Eine Welt"-Geschäftsführer Reinhard Heiserer und bezog sich dabei insbesondere auf das im September 2018 eingebrachte "Sozialverantwortungsgesetz", bei dem es um den Ausschluss von Zwangs- und Kinderarbeit in Bekleidungsartikeln und Schuhen gehe. Die Beratungen über dieses wichtige Gesetz seien laut Website des Parlaments allerdings bis heute noch nicht aufgenommen worden, erläuterte Heiserer.

 

2019 feiert die UN-Kinderrechtskonvention ihren 30-jährigen Geburtstag: "Das wäre eigentlich eine tolle Gelegenheit für eine parlamentarische Enquete, bei der auch Kinder und Jugendliche selbst zu Wort kommen und wichtige Handlungsfelder identifiziert werden können", regte Heiserer an. Weitere gute Gelegenheiten böten die derzeit laufende Überprüfung Österreichs durch den UN-Kinderrechtsausschuss sowie die vom aus dem Amt geschiedenen Bildungsminister Heinz Faßmann geplante Überarbeitung der Lehrpläne. "Egal wie es mit unserer Regierung weitergeht – Kinderrechte und der engagierte Kampf gegen missbräuchliche Kinderarbeit sollten ihr wichtig sein."

 

Nein zu Kinderarbeit! Kleine Ziegel-Arbeiter in Indien © Jugend Eine Welt

Nein zu Kinderarbeit! Kleine Ziegel-Arbeiter in Indien © Jugend Eine Welt

 

Schätzungen zufolge müssen aktuell rund 73 Millionen Kinder weltweit unter unmenschlichen, ausbeuterischen Bedingungen arbeiten. Mitverantwortlich dafür machte Heiserer auch die Konsumenten in den reichen Ländern, denn in zahlreichen Produkten, die hierzulande genutzt werden, stecke Kinderarbeit - "und das, obwohl die Staatengemeinschaft im Rahmen der Nachhaltigen Entwicklungsziele versprochen hat, missbräuchliche Kinderarbeit bis 2025 völlig zu beenden". Solle dieses ehrgeizige Ziel erreicht werden, müssten die Anstrengungen vervielfacht werden. Seitens Österreich wünscht sich die Hilfsorganisation etwa eine gesetzliche Verankerung von umfassenden menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten, wie sie die von "Jugend Eine Welt" unterstützte Kampagne "Kinderarbeit stoppen" einfordere.

 

Infos: www.jugendeinewelt.at

 

Kathpress

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