Dienstag 20. November 2018

Wohnungslosigkeit von Frauen ist „verdeckt“

Wohnungslosigkeit von Frauen ist „verdeckt“

Frauen verbergen ihre Notlage so lange als möglich. Die Caritas macht auf die "versteckte" Wohnungslosigkeit aufmerksam und stellt das Projekt "Krisenwohnen" vor, das sich aus der Elisabethsammlung im November finanziert.

Wohnungslosigkeit von Frauen ist anders als bei Männern und ist kaum sichtbar, weil Frauen solange wie möglich ihre Notlage verbergen und ohne institutionelle Hilfe auskommen wollen.

 

Viele Frauen versuchen bei Wohnungslosigkeit, bei Freunden unterzukommen oder gehen „Zweckpartnerschaften“ ein. Die eigentliche Wohnungslosigkeit bleibt also „verdeckt“. Oftmals schlittern Frauen dadurch in Abhängigkeiten, die in sexueller oder psychischer Gewalt, Alkohol- und Drogenmissbrauch enden. Ein weiterer Grund, warum Frauen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe meiden ist, dass diese männerdominiert sind. Daher beträgt der Frauenanteil in Einrichtungen nur bis zu 20 Prozent.

 

Besonders Frauen mit Kindern unter Druck

 

Wenn Frauen Kinder haben, ist der Druck besonders groß. In Notschlafstellen dürfen Kinder nicht übernachten und in betreuten Wohneinrichtungen für Frauen mit Kindern gibt es meist lange Wartelisten und nicht sofort einen Platz. Die Mütter befürchten außerdem, dass ihre Kinder im Fall der Obdachlosigkeit von der Kinder- und Jugendhilfe (früher: Jugendamt) fremd untergebracht werden.

 

"Krisenwohnen" der Caritas seit 2013

 

Die Caritas Oberösterreich hat verschiedene Einrichtungen, mit denen sie Frauen und Müttern in Wohnungsnot hilft: das Tageszentrum FRIDA, das „Haus für Mutter und Kind“, eine Delogierungsberatung und 12 Sozialberatungsstellen. 2013 wurde das Projekt „Krisenwohnen“ gestartet, das heuer von vier auf elf Wohnplätze erweitert wurde. Acht Wohnplätze sind dabei fix für Frauen bzw. Paare mit oder ohne Kinder reserviert.

 

'Krisenwohnen' ist ein Projekt der Caritas in Oberösterreich

"Krisenwohnen" ist ein seit 2013 laufendes Projekt der Caritas in Oberösterreich, das sich aus der im November laufenden Elisabethsammlung finanziert. / Bild: (c) Marco Prenninger

 

„Viele Frauen und Mütter, die ins Krisenwohnen kommen, können sich nach einer Trennung die Wohnung nicht mehr leisten. Günstige Mietwohnungen auf die Schnelle zu finden ist aber nicht so einfach. Dazu kommen die hohen Kautionen bzw. Ablösesummen, die sie nicht zahlen können“, berichtet Mag.a (FH) Michaela Haunold, Leiterin des Krisenwohnens. Ein weiteres Problem ist, einen Job zu finden, der mit den Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen vereinbar ist.

Die betreuenden SozialarbeiterInnen der Caritas unterstützen bei der Arbeits- und Wohnungssuche. Außerdem müssen natürlich die Finanzen geklärt, rechtliche Ansprüche geltend gemacht werden und bei Kindern kommt die Suche nach geeigneten Betreuungsplätzen dazu.

 

„Im Moment übersteigt der Bedarf an Krisenwohnungen bei weitem die Plätze, die wir zur Verfügung stellen können. 36 Erwachsene und 35 Kindern konnten wir bislang aufnehmen. 64 Erwachsenen mit insgesamt 52 Kindern mussten wir leider eine Absage erteilten“, sagt Michaela Haunold.

 

Caritas-Direktor Kehrer: Es bräuchte auch Maßnahmen von Seiten der Politik

 

Caritas Oberösterreich-Direktor Franz Kehrer, MAS: „Wir versuchen die Lücken, die es im öffentlich finanzierten Netz an Einrichtungen für wohnungslose Menschen gibt, mit spendenfinanzierten Angeboten ein Stück weit zu stopfen. Es bräuchte aber dringend auch Maßnahmen von Seiten der Politik, um die Ursachen von Wohnungslosigkeit und spezifische Probleme von betroffenen Frauen anzupacken. Sehr dringend wäre der Ausbau von leistbarem Wohnraum. Speziell für Frauen mit Kindern bräuchte es weitere öffentlich finanzierte Notunterkünfte und den verstärkten Ausbau von Krabbelstuben- und Hortplätzen, um die Arbeitsmöglichkeiten zu verbessern.“

 

Elisabethsammlung hilft, Menschen in Not in Oberösterreich zu unterstützen

 

Angebote wie unter anderem das Krisenwohnen und die zwölf Caritas-Sozialberatungsstellen sind ausschließlich aus Spenden finanziert. Jetzt im November ruft die Caritas im Rahmen der „Elisabethsammlung“ dazu auf, für diese und andere Einrichtungen für Menschen in Not in Oberösterreich zu spenden. „Bitte, helfen Sie uns helfen! Gemeinsam können wir tausenden Menschen in Not in Oberösterreich wirksam zur Seite stehen“, so Caritas-Direktor Kehrer.

 

Hilfe > Armut

 

Sie können helfen:

Spendenkonto RLB OÖ

IBAN: AT20 3400 0000 0124 5000

BIC: RZOOAT2L

Verwendungszweck: Elisabethsammlung

 

Pfarrenservice:

Infos und Materialien zum Download zur Elisabethsammlung für Pfarren

 

Alle Infos auch unter www.caritas-linz.at

 

Quelle: Mag.a Maria Knapp, Caritas Oberösterreich

 

Katholische Kirche in Oberösterreich
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